Frauenfußball: Zeidler sieht keine Bewegung im Verein

Gläserzeller Trainer nach Rücktritt mit klaren Worten

23. September 2014, 12:33 Uhr

Frauenfußball-Hessenligist SV Gläserzell hat keinen Trainer mehr: Am Montag haben sich die Wege des Vereins und von Coach Sven Zeidler nach nur drei Monaten wieder getrennt.

Zeidler hatte nach dem Regionalliga-Abstieg die Mannschaft von Sebastian Vollmar übernommen, bat aber nun bereits um seine Freistellung.
„Letzte Woche habe ich das Gespräch mit Karin Langer und Melanie Müller gesucht und den beiden mitgeteilt, dass ich mein Amt möglichst niederlegen möchte. Ich habe dem Verein angeboten so lange weiter zu machen, bis man einen Nachfolger gefunden hat. Aber spätestens in der Winterpause hätte ich ohnehin aufgehört“, so Zeidler.

Dem trat nun der Verein entgegen und trennte sich vom Trainer. „Am Montag habe ich einen Anruf bekommen in dem mir mitgeteilt wurde, dass man sich lieber sofort von mir trennen will“, so Zeidler.
Der Trainer gibt zu: „Meine Motivation ist schon nach der kurzen Zeit völlig am Boden gewesen. In der Vorbereitung musste wir zahlreiche Testspiele absagen. Unter anderem ein Spiel gegen Bundesligist Essen. Zugesagt hatte ich noch unter Detlev Schwarz, von dessen Rücktritt ich völlig überrascht wurde“, erklärt Zeidler, für den sich die Dinge danach immer mehr zuspitzten.

„Ich hätte gerne die Mannschaft ein bisschen anders zusammengestellt und nach dem Abstieg auch das Ziel wieder vorne mitzuspielen ausgegeben. Wir stehen zwar aktuell nicht so schlecht da, aber der Tabellenstand täuscht“, macht der ausgeschiedene Coach deutlich und beklagt: „Im Verein bewegt sich überhaupt nichts. Es gibt kein Konzept, es werden keine Ziele ausgegeben. Dazu turnt die zweite Mannschaft in der Verbandsliga immer noch ohne Trainer herum. Wenn das so weitergeht, dann wird es in Gläserzell zappenduster und in drei Jahren spielt der Verein nicht mehr dort, wo er jetzt spielt.“
Die Belastung der Kilometer (Zeidler hat 111 Kilometer einfache Fahrt von Frankfurt aus drei Mal die Woche zu bewältigen) wollte er nicht mehr auf sich nehmen. „Wenn ich eine Motivation gespürt hätte, dann hätte ich das gerne gemacht. Aber es passiert ja nichts und da kann ich mir den Aufwand auch sparen.“

Einen Nachfolger von Zeidler gibt es noch nicht. Zeidler selbst aber ist nach dem Rücktritt keineswegs „arbeitslos“. Er trainiert ohnehin die erste Herrenmannschaft des FC Sazrock Hausen in der Frankfurter Kreisklasse. „Da spüre ich wenigstens, dass man etwas erreichen will. So macht die Trainerarbeit auch Spaß.“

Autor: Ralph Kraus

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