Jochen Maikranz sieht Gemeinschaft gefährdet

Verbandsliga: Derbys steigen in Lehnerz und Hünfeld

15. März 2018, 17:04 Uhr

Für Jochen Maikranz (stehend) und Max Lesser ist die Situation vor dem Start alles andere als befriedigend. Foto: Charlie Rolff

Nun ist das Warten für die SG Johannesberg wirklich zu Ende: Der Verbandsliga-Zweite tritt am Sonntag zum Restrundenauftakt bei der Hessenliga-Reserve des TSV Lehnerz an. Gleichzeitig steigt auch auf der Rhönkampfbahn ein Duell mit Lokalkolorit, denn der Hünfelder SV empfängt den SV Neuhof. Die SG Bad Soden ist spielfrei.

TSV Lehnerz II – SG Johannesberg (Sonntag, 15 Uhr).

Das Hinspiel war ein typisches Johannesberg-Spiel, das der Tabellenzweite mit dem Standardergebnis 1:0 für sich entscheiden konnte. Nun, nach der ellenlangen Winterpause, wird auch das Trainergespann Maikranz/Lesser gespannt sein, ob die defensive Stabilität Einbußen erlitten hat. Lehnerz-Coach Sedat Gören ist sich den Matchplan des Gegners betreffend schon sicher und erwartet, „dass Johannesberg nur auf gefährliche Konter aus sein wird und niemals gewillt sein wird, das Spiel offen zu gestalten“. Gören kann damit leben – sein Team habe schließlich auch bereits das Hinspiel fußballerisch beherrscht. Da allerdings sei wie so oft das große Manko der Chancenverwertung entscheidend gewesen. Klar ist für den Lehnerzer Coach: „Wir wollen uns die gute Ausgangsposition, die wir vor den Pleiten gegen CSC und Rothwesten hatten, zurückholen – und da ist der Gegner egal.“ Fehlen wird Kaan Say und damit die defensive Seele des Mittelfelds.

Bei Johannesberg bricht mehr als die halbe Mannschaft weg, was Jochen Maikranz ein Stück weit nachdenklich stimmt. Denn fallen Patrik Kaizar (gesperrt), Ilker Dapar (Verdacht auf Nabelbruch) Radomir Vlk und Cino Schwab (beide krank) noch aus nicht zu verhindernden Gründen aus, ist die Lage bei Mihai Moise (Urlaub), Anton Balz sowie Onur Özger (beide wegen privaten Feiern) eine andere. Maikranz will das so nicht mehr dulden: „Man muss festhalten, dass die Häufigkeit zunimmt, in der Spieler wegen privater Dinge fehlen. das hat inzwischen eine Tragweite erreicht, die eine Gemeinschaft als Mannschaft nicht mehr kompensieren kann. Deswegen müssen wir in Zukunft anders reagieren.“ Dies werde man jedoch intern besprechen. Maikranz stellt jedoch auch heraus, dass der Großteil des Teams zu loben ist, man dementsprechend froh sei, dass es endlich losgehe und sich erhoffe, auch in Lehnerz ein Ergebnis mitzunehmen – und nach diesem Spiel sollte sich die Personalsituation auch wieder ganz anders darstellen.

Hünfelder SV – SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).

Zwar ist das Duell rein von der Papierform her so etwas wie ein Derby, allerdings weiß HSV-Coach Dominik Weber nichts über die Stärke des Gegners. Erstens, weil der SVN im Winter seine Elf noch einmal runderneut hat. Zweitens, weil der SVN noch ohne Restrundenspiel ist. „Für uns gilt es daher, uns in allererster Linie auf uns zu konzentrieren und zu versuchen, den großen Kunstrasenplatz so gut es geht zu nutzen, um mit unserem Offensivspiel die drei Punkte zu behalten“, erklärt Weber den Schlachtplan. Er lässt aber auch nicht die Defensive außer Acht, die ihm insbesondere bei Standardsituationen zuletzt Kopfschmerzen bereitete. „Wir haben in Bad Soden zwei Tore nach Ecken bekommen und noch einige gute Möglichkeiten mehr nach ruhenden Bällen ermöglicht. Das wurmt mich als ehemaligen Verteidiger natürlich, und das wollen und werden wir am Sonntag besser machen.“ Keeper Christian Ruck wird voraussichtlich weiterhin nicht zur Verfügung stehen, genau wie Rechtsverteidiger Niklas Wahl. Auch Wahls möglicher Backup Sebastian Körner (privat verhindert) fehlt. Rechtsaußen Christoph Neidhardt (Leistenprobleme) sollte rechtzeitig fit werden.

Von den vergangenen sechs Duellen konnte der HSV vier für sich entscheiden, doch das jüngste Duell bleibt noch immer negativ hängen, schließlich verlor der HSV 0:1 – die bis dato letzte Niederlage des Primus, die das Datum des 9. September 2017 trägt. Für Neuhof könnte das ein Fingerzeig sein, wie der HSV zu schlagen ist, auch wenn bislang jegliche Pflichtspielpraxs fehlt. „Wir haben keine Lust mehr, zu trainieren“, sagt Neuhofs Co-Trainer Martin Döppenschmidt dementsprechend, kann aber im Gegensatz zu Weber die Stärke des Teams bereits ganz gut einordnen: „Wir haben mit den Neuzugängen eine absolut verbandsligataugliche Mannschaft mit teilweise sehr guten Einzelspielern.“ Von denen stehen allerdings mit Außenstürmer Marko Curic und dem zentralen Verteidiger Mateo Duvnjak zwei wegen Verletzungen nicht zur Verfügung.

SV Adler Weidenhausen – RSV Petersberg (Sonntag, 15 Uhr).

Nach dem 5:2-Erfolg gegen Schlusslicht Mengsberg ist die Stimmung beim RSV noch besser als zuvor, auch wenn sich die Tabellensituation noch nicht entscheidend verbessert hat. „Eine Serie würde uns jetzt guttun“, weiß daher RSV-Coach Jürgen Krawczyk, der allerdings anfügt, „dass die Trauben in Weidenhausen bekanntlich hoch hängen, wir aber ganz einfach versuchen müssen, die Gonnermanns in den Griff zu bekommen“. Dennoch verspricht der Trainer erneut eine offensive Ausrichtung, zumal in dieser Situation auch nichts anderes sinnvoll sei. Julian Wehner, Marc Aschenbrücker und Jannes Ehresmann drohen auszufallen, Außenstürmer Tim Stenger steht auf dem Chattenloh keinesfalls zur Verfügung.

Autor: Johannes Götze

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