Mehr Dramatik geht nicht mehr
SG Simmershausen ist erstmals A-Liga-Meister
Eine Stunde lang war es ein ganz normales Fußballspiel, dass der Tabellenführer aus Margretenhaun beherrschte. Der RSV war besser und hätte eigentlich führen müssen. Die Geschichte, die dann folgte - so eng wie Freud und Leid beisammen liegen – das schreibt aber nur der Fußball.
60. Minute: Manuel Eichler fliegt nach seinem zweiten Foul vom Platz. Die bis dahin unterlegenen Hausherren müssen eine halbe Stunde bei dieser Wärme in Unterzahl spielen.
61. Minute: Kaum hat man sich geschüttelt fliegt ein langer Ball an den Margretenhauner Fünfer und plötzlich steht es 1:0. Andreas Kirst hatte getroffen. Die Simmershausener Anhänger flippen.
62. Minute: Wieder hat sich der Minutenzeiger nur ein Mal gedreht, da ist Margretenhaun wieder oben auf. Der starke Dominik Hintze gleicht aus, macht den Aubameyang-Überschlag.
65. Minute: Wieder jubelt Margretenhaun. Innerhalb kürzester Zeit hat der RSV das Spiel gedreht. Schockzustand in Simmershausen. Jetzt gibt kaum noch einer Pfifferling auf die Rhöner.
78. Minute: Cedric Pape schlägt einen Freistoß von der Mittellinie vorne rein und Maximilian Hohmann macht per Kopf das 2:2. Dieser Ausgleich hatte sich nicht angedeutet, doch plötzlich knistert die Luft in die Rhön.
90. Minute: Wieder gibt es Freistoß. Cedric Pape legt sich den Ball hin. „Als ich angelaufen bin, da habe ich gesehen, dass der Torwart voll in die Sonne guckt. Dazu hatte er ja die Maske an wegen seines Nasenbeinbruchs. Ich wollte den Ball einfach nur mit Schnitt vorne reinbringen. Als er drin war, habe ich das erst garnicht kapiert“, so der 19-jährige, der plötzlich der Aufstiegsheld ist.
Aber Stop: Das Spiel läuft weiter. Fünf Minuten gibt Schiri Klimek oben drauf.
Die dritte Minute der Nachspielzeit: Die Dramatik erfährt ihren Gipfel. Margretenhaun trifft erst die Latte, ehe ein Simmershausener den Ball von der Linie kratzt. Gänsehaut und kribbeln auf der einen, Niedergeschlagenheit auf der anderen Seite. Dann ist Schluss.
Simmershausen ist durch und feiert. Margretenhauns Trainer Roberto Posa bringt es auf den Punkt: „Fußball kann so grausam sein.“ Und eben auf der anderen Seite so schön.Simmershausen startet die Feier – erstmals als A-Liga-Meister.
SG Simmershausen: J. Kirst; Drott, Eichler, Penno (65. M. Knüttel), Ziert, Pape, Heller, Schafsteck, Zentgraf (67. F. Knüttel), Hohmann, A. Kirst.
RSV Margretenhaun: Herbert; Klewitz, Weber, Kabul, Höpfner (90.+1 Herber), Felix Beug, Schäfer, Bell (77. Semmler), Hintze, Florian Bug (71. Ficht).
Schiedsrichter: Marcus Klimek (SV Dirlos).
Zuschauer: 900. Tore: 1:0 Andreas Kirst (61.), 1:1 Dominik Hintze (62.), 1:2 Felix Bug (65.), 2:2 Maximilian Hohmann (78.), 3:2 Cedric Pape (90.).
Gelb-Rote Karte: Manuel Eichler (Simmershausen, 60.).


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