Müller würde gerne mal Zuschauer sein
Hessenliga: SVS-Coach hadert mit zu wenig Ertrag
Denn ein Unterschied zwischen dem Tabellen-14. und dem Zweiten war nur selten erkennbar, und so fragten sich einige Anhänger von Rot-Weiss Frankfurt vollkommen zurecht, ob das denn dieselbe Mannschaft sein könne, die im Hinspiel chancenlos mit 1:7 aus dem Brenatanobad gefegt wurde. Doch mit dem Selbstverständnis, mit dem die Müller-Elf eben nur im heimischen Mühlengrund aufläuft, kombinierte sich Steinbach mehrfach hervorragend durch die Frankfurter Hintermannschaft.
"Ich habe ein überragendes Hessenligaspiel gesehen, mit viel Tempo, Klasse und zahlreichen Torchancen. Ich wäre gerne nur Zuschauer gewesen, denn die Begegnung hatte alles, was sich ein Fußballfan wünscht. Doch ich bin nun einmal Trainer dieser Mannschaft und muss damit hadern, dass wir trotz eines ganz großen Aufwandes am Ende wieder ohne Punkte dastehen", gibt Müller zu Protokoll, der dennoch die positiven Aspekte des Auftrittes seiner Mannschaft hervorheben will. "Es war schon beeindruckend, wie wir Frankfurt bespielt haben und wie wir aufgetreten sind. Man darf ja nicht vergessen, wo unsere Spieler herkommen und was sie für eine fußballerische Ausbildung genossen haben."
Überraschend war gegen Rot-Weiss die taktische Ausrichtung, so schickte Müller seine Mannen das erste Mal in dieser Spielzeit im 3-2-4-1-System auf das Feld mit den offensiven Außenspielern Petr Kvaca und Sasa Dimitrijevic. „Wir haben uns die Formation speziell für das Spiel zurecht gelegt, weil wir Frankfurt früh im Spielaufbau stören und sie vor unserem Tor weghalten wollten. Ich denke, das System hat sehr gut funktioniert“, so Müller, der allerdings dazu tendiert, gegen Griesheim zum gewohnten 4-2-3-1-System zurückzukehren. „Es ist aber eine Option. Wir sind im Spielsystem ohnehin variabel, machen daraus aber keinen Hype wie andere Mannschaften. Grundsätzlich sind wir aber der Meinung, dass sich der Gegner eher nach uns richten sollte.“
Personell gibt es derweil positive Nachrichten. Sowohl Cino Schwab als auch Sebastian Bott haben das Training wieder aufgenommen. Ob sie bereits gegen Griesheim wieder eine Option sind, ist aber noch unklar. „Zuhause sollten wir aber mal wieder drei Punkte einsammeln, es geht ohnehin sehr eng im Abstiegskampf zu“, ist sich der Steinbacher Coach um die Situation bewusst. „In der Hessenliga wird einem nichts geschenkt, ich erwarte eine schwere Aufgabe gegen einen sehr ausgeglichenen Gegner.“

