Nach Walts frühem Treffer wird's zum Selbstläufer
Verbandsliga: Johannesberg siegt deutlich – Fotos
Wie gewöhnlich reiste Hessen Kassel zu einem Auswärtsspiel nicht mit der ganz großen Unterstützung von oben an, mit der meisten Regionalliga-Erfahrung war noch Jan-Erik Leinhos ausgestattet, der über die rechte Seite auch der auffälligste Gästeakteur sein sollte. Aber er allein konnte wenig ausrichten, seine blutjungen Mitspieler versuchten zwar hier und da gefällig zu kombinieren, waren im Großen und Ganzen allerdings komplett chancenlos. Bis zum Pausenpfiff, als das Spiel längst entschieden war, verbuchte die KSV-Elf nicht eine nennenswerte Toraktion.
Ganz anders Johannesberg: Schon nach drei Minuten stand es 1:0, weil Timon Hankammer viel zu ungestüm an der Torauslinie gegen Alin Cotan zu Werke ging und Innenverteidiger Friedrich Walt sich aus elf Metern nicht zweimal bitten ließ. Johannesberg agierte hiernach überaus geschickt, überließ in der ungefährlichen Zone Kassel den Ball und spielte nach Balleroberungen meist schnörkellos nach vorne.
Die Tore fielen zwangsläufig: Erst traf Sorin Sergiu Leucuta, als er Julian Kellers gute Aktion über links veredelte (18.), dann führten zwei ganz schlecht verteidigte Standards zur endgültigen Entscheidungen. Sven Wiesners langen Einwurf konnte Radomir Vlk unbedrängt auf Cotan ablegen (38.), Wiesners weiten Freistoß Vlk am langen Pfosten komplett alleingelassen einschieben (42.).
"Hier herrscht kein Egoismus"
Die zweite Halbzeit verlief hingegen so, wie ein Spiel bei einem so klaren Spielstand allzu oft läuft: ohne die ganz großen Höhepunkt. Die zwei Highlights setzte Cotan, der mit einem Kunstschuss aus 25 Metern an Valentin Kliebe scheiterte (73.) und wenig später die 170 Zuschauer entzückte, nachdem er drei, vier Kassler auf der Torlinie regelrecht vorgeführt hatte.
"Man hat heute wieder gesehen, dass wir eine echte Mannschaft sind, jeder für jeden läuft und auch kein Egoismus herrscht, sondern die Bälle auch quergelegt werden, wenn der Mitspieler in besserer Position ist", konstatierte Walt, der nach einem Schlag in der Anfangsphase lange behandelt werden musste, sich aber bis in die 70. Minute durchkämpfte. Die Bänder im Sprunggelenk seien wohl gezerrt, glaubte der Innenverteidiger, der aber keine längere Pause befürchte.
Johannesbergs Trainer Jochen Maikranz, der vor dem Spiel von einer "ganz sensiblen Phase" sprach, durfte konstantieren, dass sowohl Effizienz als auch Effektivität im letzten Spieldrittel stimmten. Sechs Chancen, vier Tore – die Ausbeute vor der Pause stimmte, dazu war die Defensive einmal mehr äußerst stabil. In der Form ist Johannesberg Sands ärgster Konkurrent.
Die Statistik:
SG Johannesberg: Hofacker – Vlk, Moise, Walt (71. Dechant), Wiesner – Rexius, Kengni Fotsing (70. Kretsch) – Dapar, Keller (68. Noori) – Cotan, Leucuta.
KSV Hessen Kassel II: Kliebe – Bode (46. Appel), Ampong, Hankammer, Gülsen (46. Richter) – Bredow, Unzicker – Leinhos, Koch – Saric, Schütze (82. Kaygusuz).
Schiedsrichter: Sebastian Poth (VfR Hainchen).
Zuschauer: 170.
Tore: 1:0 Friedrich Walt (3., Foulelfmeter), 2:0 Sorin Sergiu Leucuta (18.), 3:0 Alin Cotan (38.), 4:0 Radomir Vlk (42.).


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