Pllana: "Früher war ich torgefährlicher"
Gruppenliga Frankfurt West: Interview mit Admir Pllana
Admir, du bist nun schon seit einem Jahr beim SKV Beienheim. Was hat dich damals dazu bewogen von Stadtallendorf in die Kreisoberliga zu wechseln?
Der Aufwand nach Stadtallendorf zu kommen, wurde mir irgendwann zu viel. Ich habe geheiratet und meine Frau hat unser erstes Kind zu diesem Zeitpunkt erwartet, da wurde die Fahrt dorthin einfach zu weit. Durch Advan Cakiqi kam dann der Kontakt nach Beienheim zustande, weil er mich dort vorgestellt hat. Ich habe dann sehr positive Gespräche mit dem ersten Vorsitzenden, Stefan Raab, und dem Trainer, Karl-Heinz Stete geführt. Zuvor hatte ich mich zwar noch mit anderen Verein unterhalten, doch die beiden konnten mich überzeugen, deshalb habe ich zugesagt. Bis heute bereue ich die Entscheidung auch nicht. Alles super.
Wie war das erste Jahr für dich rückblickend betrachtet?
Es war sehr schön und hat Spaß gemacht, auch weil wir aufgestiegen sind. Aber ich musste mich erst mal an die Kreisoberliga und das Tempo gewöhnen, weil ich zuvor nur Verbandsliga und Hessenliga gespielt habe. Auch die Zweikämpfe sind in anderen Ligen härter. Aber nach ein paar Monaten hatte sich das gelegt.
Konntest du deine Erfahrung dann auch an andere Spieler in der Mannschaft weitergeben?
Wie ich es schon immer gemacht habe, musste ich viel mit den Jungs reden. Denn ich habe gemerkt, wenn jemand auf dem Feld ist, der viel spricht, dass diese Person dann auch Hilfe leisten kann und der Spielaufbau dadurch besser klappt. Hinzu kommt noch meine Erfahrung, die das unterstützt hat. In dem Moment, in dem keiner nämlich keiner mehr redet oder hilft, sieht man die Schwächen noch mehr und kassiert vielleicht ein Tor, weil bestimmte Fehler ersichtlich werden. Mit Reden kommt man schon sehr weit, das hat sich auch in der letzten Saison gezeigt.
Du hast auch kein Problem damit, diese Führungsposition zu übernehmen?
Ja, das auf jeden Fall. Das habe ich schon immer so gemacht. Ich habe ein großes Mundwerk und schon immer viel gesprochen (lacht). Auch in der Hessen- und Verbandsliga war das so, denn auf meiner Position (Sechser-Position oder Innenverteidigung, Anm. d. Red.) ist das einfach Gang und Gebe.
Was hast du aus der Zeit bei deinen ehemaligen Vereinen mitnehmen können?
Eines ist mir gut in Erinnerung geblieben: als ich beim FSV Frankfurt alt genug war und kurz vor dem Sprung von der Jugend in die erste Mannschaft war, habe ich mich verletzt. Da habe ich das erste Mal gemerkt, dass jeder Fußballer ersetzbar ist. Der nächste Spieler stand nämlich schon in den Startlöchern und es wurde nicht gefragt, wie es mir geht, sondern nur, wann ich wieder zurück kommen würde. Es ging nur um den Erfolg und die Gesundheit wurde beiseite geschoben. Bei Stadtallendorf und Rot-Weiss Frankfurt habe ich dann unter verschiedenen Trainer vieles dazu gelernt. Sei es im taktischen Bereich, aber auch menschlich konnte ich einiges mitnehmen.
Fällt dir ein Beispiel ein?
In Stadtallendorf, aber auch in Frankfurt, habe ich gelernt, dass vieles im Fußball über die Arbeit geht. Man kann nicht in ein Spiel hinein gehen und sagen, es wird schon alles gut und man wartet ab, was passiert. Es ist wichtig gewisse Standardsachen zu verinnerlichen, wie zum Beispiel Zweikämpfe zu gewinnen, sich Ballsicherheit zu holen und den Ball laufen lassen. Diese Dinge muss man zuerst erledigen und der Rest kommt dann automatisch.
Welches Ziel hast du nun in der kommenden Saison mit Beienheim?
Unser Ziel ist es, die 40 Punkte zu erreichen und wir wollen uns so schnell wie möglich an die Liga gewöhnen. Sie wird bestimmt schwerer sein, als die Kreisoberliga, auch weil viele Frankfurter Mannschaften in der Gruppenliga sind, die ich noch von früher kenne. Wir wollen deshalb schnell Fuß fassen und den Klassenerhalt schaffen. Alles andere, was dann noch dazu kommt, darüber freuen wir uns natürlich. Die Liga wird auf jeden Fall sehr interessant und spannend werden. Andere Vereine haben nämlich Spieler geholt, mit denen ich früher zusammen gespielt habe. Das ist natürlich dann ein Vorteil für mich, weil ich weiß, wie die Jungs ticken und das kann ich dann an meine Mannschaft weiter geben.
Was ist dein persönliches Ziel für die kommende Saison?
Wie in der vergangenen Saison auch, möchte ich gesund bleiben und mich nicht verletzen. Außerdem will ich alle Spiele bestreiten und der Mannschaft in allen Bereichen weiter helfen, außer vielleicht, was die Torquote betrifft. Früher in der Hessenliga war ich mal torgefährlicher, aber das hat auch nachgelassen. Ich bin eher für das Verhindern der Tore zuständig, denn die Verteidigung liegt mir mehr als das Tore schießen.


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