Rolf Gollin zieht Schlussstrich

Verbandsliga: Interimslösung steht

17. Oktober 2017, 19:54 Uhr

Rolf Gollin (vorne) hat vorerst wieder mehr Zeit, Fußball als Zuschauer zu genießen. Foto: Charlie Rolff

Überraschend kommt es nicht, dass Rolf Gollin seinen Trainerposten per sofort beim Verbandsligisten RSV Petersberg niedergelegt hat. Am Dienstagabend informierte er darüber die Mannschaft, wie Tom Reinhard, Vorsitzender des RSV, auf Nachfrage bestätigte.

„Rolf hat am Montag den Vorstand und am Dienstag die Mannschaft informiert, dass er aufhören wird. Wir tolerieren die Entscheidung, weil wir die Gründe nachvollziehen können“, erklärt Reinhard, der ausführt, dass die Akkus des 48-Jährigen leer seien und er keine Kraft mehr habe, gegen irgendwelche Windmühlen anzurennen. Gollin selbst stimmt in jene Worte ein: „Es ist wirklich eine Frage der Energie, die nicht an einem Thema, sondern an verschiedenen Faktoren hängt.“ Der Entschluss sie ihm schwer gefallen, zumal Petersberg sein Verein sei.

Unterstützt wird das durch die Tatsache, dass Gollin am Dienstag gar noch die Trainingseinheit leitete und ausführt: „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass ich nur die Seite wechsle, dass ich nicht mehr der Trainer bin, sondern jetzt ein Fan.“ Nach viel Sonnenschein habe es nun eben wieder einmal geregnet, die Mannschaft werde er aber bereits am Samstag wieder anfeuern – aber hinter der Barriere.

Lissek übernimmt am Samstag

Gollin, der zum dritten Mal Trainer beim RSV Petersberg gewesen ist, waren in den vergangenen Wochen die Fehlzeiten arrivierter Spieler ob privater Dinge aufgestoßen, mannschaftstaktische Feinheiten habe er daher genauso wenig einstudieren können wie Standards. Zwar ließ ihn die Mannschaft in den Punktspielen der bisherigen Saison selten hängen, dennoch fehlten immer wieder Kleinigkeiten, um dem Abstiegsstrudel halbwegs zu entkommen. Aktuell liegt das Team auf dem vorletzten Platz, der Abstieg droht. Nach der Übernahme vor ziemlich exakt einem Jahr führte er das Team aus fast aussichtsloser Situation noch zum Klassenerhalt.

Eine Interimslösung ist bereits gefunden: Der Sportliche Leiter Mathias Lissek wird das Team am Samstag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Willingen coachen. Da Lissek sich in einem Kurzurlaub befindet, wird Spieler Julian Wehner das Donnerstagstraining leiten. Lisseks Aufgabe als Reserve-Coach übernimmt kurzfristig Daniel Vey. Vorstand Tom Reinhard lässt aber durchblicken, dass der Nachfolger bereits nächste Woche präsentiert werden könnte: „Wir haben nach Rolfs Entschluss bereits unsere Hausaufgaben gemacht und werden zu 90 Prozent nicht mit einer internen Lösung weiterarbeiten.“

Autor: Johannes Götze