Tahrioui muss "Aufbauarbeit leisten"
Gruppenliga Frankfurt West: Sandzak kann kommende Woche Meister werden
Selbst Rang zwei ist für Rot-Weiss II (links Sercan Demir im Duell mit Friedbergs Martin Krank) nach der Niederlage wieder in Gefahr. Foto: Mithat Gürser
SG Ober-Erlenbach – 1. FC Oberstedten 2:4 (1:1)
In einem ereignisreichen Duell konnte der FCO drei wichtige Zähler gegen den Abstieg einfahren. Nachdem Nouri Jeghan das 0:1 erzielte, zeigte Schiedsrichter Gahis Safi wegen seines vermeintlichen Handspiels im eigenen Strafraum auf den Punkt. Eric Kemen verwandelte zum 1:1. Kurz nach der Pause stellte Daniel Wolf die Führung der Gäste wieder her, ehe Safi zwei weitere – diesmal unstrittige – Elfmeter gab. Kemen traf vom Punkt zum 2:2, Jeghan kurz darauf zum 2:3. Trotz zahlreicher Chancen Oberstedtens blieb das 2:4 durch Luca Kästner das letzte Tor des Tages. Kurz darauf sah Marvin Klempin beim Aufsteiger Gelb-Rot. Danach erwischte es zwei SGO-Akteure, ebensfalls mit Gelb-Rot. Zunächst flog Kapitän Florian Grassler vom Platz, in der Schlussphase folgte ihm Sebastian Grassler. „Der Sieg hätte viel höher ausfallen müssen, wir hatten zehn, zwölf richtig fette Chancen“, war Oberstedtens Sportlicher Leiter Rüdiger Rau dennoch zufrieden: „Chapeau, dass die das auf dem engen Kunstrasen so gut durchgezogen haben.“
Schiedsrichter: Gahis Safi (Hanau).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Nouri Jeghan (19.), 1:1 Eric Kemen (27. Handelfmeter), 1:2 Daniel Wolf (48.), 2:2 Eric Kemen (57. Foulelfmeter), 2:3 Nouri Jeghan (59. Foulelfmeter), 2:4 Luca Kästner (61.).
Gelb-Rote Karten: Marvin Klempin (65. Oberstedten), Florian Grassler (75. Ober-Erlenbach), Sebastian Grassler (88. Ober-Erlenbach).
SV FC Sandzak – TSG Nieder-Erlenbach 2:1 (1:0)
„Wir haben ganz schlecht angefangen“, war Sandzaks Spielertrainer Murat Sejdovic trotz der Führung nicht ganz zufrieden. Zwar habe man den Gegner nicht unterschätzt, dennoch kam man nicht zum gewohnt gepflegten Passspiel. Nach einem Angriff über außen erzielte Adnan Sejdovic das 1:0 für die Hausherren. Mit etwas Glück gelang dem Gast durch Christian Hirsch der Ausgleich, doch laut Sandzaks Spielertrainer war man nach dem 1:1 „wieder eine Einheit, wie gegen Rot-Weiss.“ Nach einer Standardsituation legte Fatmir Omerovic im Strafraum auf Murat Sejdovic ab, der zum 2:1-Siegtreffer einnickte. Nach den 90 Minuten war die Siegtorschütze trotz der Anfangsphase mit der Gesamtleistung einverstanden: „Das war eine sehr gute Manschaftsleistung. Nicht spielerisch, aber für das Kollektiv gibt es ein Lob an die Mannschaft.“
Schiedsrichter: Andreas Putz (Offenbach).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Adnan Sejdovic (38.), 1:1 Christian Hirsch (59.), 2:1 Murat Sejdovic (70.).
VFB Friedberg – Rot-Weiss Frankfurt II 3:1 (1:1)
Im Duell der Aufsteiger ging der VFB nach einer Ecke von Salih Yasaroglu durch Jasmin Emrovic in Führung. Mit dem Pausenpfiff glich Ivan Puljic für die Gäste aus. „Wir haben das 1:1 gemacht, aber danach wollten wir kein Tor mehr schießen und haben lieber nochmal und nochmal quer gelegt“, war Rot-Weiss Trainer Hicham Tahrioui mit der Chancenauswertung alles andere als glücklich. Denn gerade als sich im zweiten Durchgang die Gelegenheiten seiner Elf häuften, fiel auf der anderen Seite durch Yasaroglu die erneute Führung der Gastgeber. Zehn Minuten vor dem Ende besorgte Yasaroglu mit seiner dritten Torbeteiligung die Entscheidung. Mit nur noch drei Punkten Vorsprung auf den SC Dortelweil, der den direkten Vergleich für sich entscheiden konnte, muss Tahrioui in den nächsten Tagen „viel Aufbauarbeit“ leisten: „Ich muss mich mit der jetzigen Situation abfinden und – so banal es klingt – die Mannschaft so gut es geht auf das nächste Spiel vorbereiten. Alles andere blende ich momentan aus.“
Schiedsrichter: Abdelkader Boulghalegh (Groß-Gerau).
Tore: 1:0 Jasmin Emrovic (23.), 1:1 Ivan Puljic (45.), 2:1/3:1 Salih Yasaroglu (74./81.).
FC Neu-Anspach – Germania Enkheim 6:1 (2:0)
„So blöd sich das auch anhört, aber das war kein gutes Spiel von uns“, sah Neu-Anspach Trainer Rico Henrici dennoch einen „verdienten Sieg“ seiner Elf. Nach einem tollen Sololauf und einigen ausgespielten Gegnern knallte Marco Weber den Ball zum 1:0 ins Tor. Der starke Denis Crecelius erhöhte noch vor der Pause. Weitere Treffer von Weber und Manuel Müller entschieden die Partie zu Beginn des zweiten Durchgangs. Nach dem Ehrentreffer durch Lennart Lampe erzielte der eingewechselte Johannes Kütt das fünfte und sechste Tor für seine Mannschaft. „Der Sieg ist verdient, aber zu hoch“ so Henrici, der dennoch den hohen Sieg seiner Schützlinge nicht schlechtreden wollte und sich an der anhaltenden Serie an ungeschlagenen Heimspielen erfreute.
Schiedsrichter: Dennis Jantz (Wiesbaden).
Zuschauer: 70.
Tore: 1:0 Marco Weber (23.), 2:0 Denis Crecelius (37.), 3:0 Marco Weber (46.), 4:0 Manuel Müller (60.), 4:1 Lennart Lampe (65.), 5:1, 6:1 Johannes Kütt (77., 87.).
SC Dortelweil – TSV Bad Nauheim 3:1 (1:0)
In einem intensiven Duell gingen die Gäste mit Andrei Dogots ersten Treffer in Führung. Marcel Bittner hatte per Freistoß vorgelegt. Kurz nach der Pause konnten die Gäste eine Dreifachchance zum Ausgleich nutzen. Zunächst scheiterte Tufan Tosunoglu an Torwart Rene Gübler, dann rettete Nando Pröckl den Nachschuss von Jake Hirst auf der Linie ehe Arif Karakoc die Kugel ins Tor beförderte. Doch im Gegenzug besorgte erneut Dogot nach Vorlage von Bittner die Führung des SCD. Der nächste Treffer sollte allerdings im Zehn gegen Zehn fallen, denn zunächst sah Dortelweils Felix Brinkert nach einem Gerangel mit Spielertrainer Tosunoglu Rot, bevor ihm Bad Nauheims Firat Can mit der Ampelkarte folgte. Nach einem Abschlag von Gübler erzielte Dogot eine Viertelstunde vor dem Ende nach einer schönen Einzelaktion den 3:1-Siegtreffer. In der Schlussphase sah Hirst zudem die glatt Rote Karte und wird seiner Truppe im Abstiegskampf fehlen. In der ersten Halbzeit haben die Gastgeber laut Co-Trainer Gökhan Kocatürk „drei 100-prozentige Chancen vergeben.“ Zudem gab es von Kocatürk ein Lob an den Schlussmann der Gäste, Yüksel Deliktas: „Das war eine klasse Leistung von dem jungen Mann. Wir sind das eine oder andere Mal an ihm verzweifelt.“
Schiedsrichter: Anne Ürsfeld (Wiesbaden).
Zuschauer: 75.
Tore: 1:0 Andre Dogot (9.), 1:1 Arif Karakoc (56.), 2:1, 3:1 Andrei Dogot (58./76.).
Gelb-Rote Karte: Firat Can (69. Bad Nauheim).
Rote Karten: Felix Brinkert (64. Dortelweil), Jake Hirst (89. Bad Nauheim).
Spvgg. Griesheim – FG Seckbach 2:4 (0:1)
Die offensiv auftretenden Griesheimer hatten durch Daniel Sikorski ihre beste Chance, doch Kapitän Dominik Tischner rettete per Kopf auf der Linie. Den einzigen Treffer im ersten Durchgang provozierte Stanley Ike nach tollem Pass von Elvir Pintol. Ikes Schuss wurde von Lars Jung entscheidend abgefälscht. Nach dem 0:2 durch den Ex-Griesheimer Mabulli Sawo riskierten die abstiegsbedrohten Gastgeber noch mehr in die Angriffsbemühungen, was den Seckbachern Räume zum Kontern gab. Nach mehreren vergebenen Großchancen traf Ike schließlich zum 0:3. „Dann kommt das, was Seckbach auszeichnet. Soziales Verhalten dem Gegner gegenüber“, so FGS-Coach Nico de Rinaldis über den verschossenen Strafstoß von Pintol und der darauf folgende Anschluss durch Nemanja Petos. Drei Minuten später machte Pintol seinen Fehler wieder wett und traf zur Entscheidung. Daran änderte auch der erneute Anschluss durch Kai Brandenburger nichts. „Insgesamt bin ich mit dem Spiel sehr zufrieden“, so Coach de Rinaldis: „Wir haben absolut verdient gewonnen. Dennoch bleibt der fade Beigeschmack der Gegentore.“
Schiedsrichter: Yannick Stöhr (Dieburg).
Zuschauer: 60.
Tore: 0:1 Lars Jung (37. Eigentor), 0:2 Mabulli Sawo (58.), 0:3 Stanley Ike (80.), 1:3 Nemanja Petos (84.), 1:4 Elvir Pintol (87.), 2:4 Kai Brandenburger (88. Foulelfmeter).
Besonderes Vorkommnis : Elvir Pintol (Seckbach) verschießt Foulelfmeter (82.).
SV BKC Bosnien – TuS Merzhausen 1:1 (0:0)
Der unrühmliche Höhepunkt im ersten Durchgang war der Platzverweis von Bosniens Esmir Omerovic nach einem groben Foul. Tore fielen erst nach der Pause. Zunächst traf der Merzhäuser Julian Ivan aus kurzer Distanz zum 0:1. Zehn Minuten vor dem Ende gelangte der Ball nach einem Standard zu Bosniens Adi Musli, der ebenso aus kurzer Position einschob. Damit steckt der Frankfurter Aufsteiger ebenso im Abstiegskampf wie der kommende Gegner Oberstedten.
Schiedsrichter: David Rendel (Groß-Gerau).
Tore: 0:1 Julian Ivan (63.), 1:1 Adi Musli (80.).
Rote Karte: Esmir Omerovic (42. Bosnien).
(sly)

