„Oh, wie ist das schön“

09.04.2023

Der 3:1-Derbysieg der SG Barockstadt gegen die Offenbacher Kickers riss auch den letzten Zuschauer aus seinem Sitz. Das Stadion in der Johannisau erlebte die wohl beste Stimmung der letzten 20 Jahre.

Und das lag am Ende nicht daran, dass die OFC -Fans wie erwartet zahlreich angereist waren. Der Gästeblock stellte Mitte der zweiten Halbzeit den Support weitestgehend ein, da eine Reaktion der Spieler auf die drei Gegentore durch die SG Barockstadt ausblieb. Es waren die Fuldaer Fans auf der Haupttribüne, die verzückt von dem waren, was die SGB vor 2425 Zuschauern zeigte, und lauthals den Derbysieg feierten.

SG Barockstadt: Fans von Derbysieg gegen Kickers Offenbach verzückt

„Oh, wie ist das schön“, „ihr könnt nach Hause fahren“, oder „steht auf, wenn ihr Fuldaer seid“ hallte durchs Stadion. „Dass die Haupttribüne singt und klatscht, gibt es auch nicht so oft“, sagte Matchwinner Marius Löbig. Tatsächlich dürfte die Johannisau lange nicht mehr erlebt haben, zumindest annähernd eine solche, als die SGB in der Hessenliga gegen Hessen Kassel mit 6:2 gewann.

„Auf der Haupttribüne haben wir zwar auch unsere Anhänger, unsere Familien. Aber heute haben wir sie als zwölften Mann hinzugewonnen. Das ist natürlich schön, wenn selbst die Haupttribüne so mitgeht“, sagte Leon Pomnitz, für den der Derbysieg gegen die Offenbacher Kickers kurz nach Schlusspfiff noch surreal war: „Letztes Jahr haben wir noch gegen Waldgirmes und Fernwald gespielt, jetzt sind hier 500 Gästefans und ein Verein mit einem Millionen-Etat. Wir haben den Gegner mit unseren Mitteln niedergerungen und einfach stolz auf die Leistung.“ Daran änderte auch der Freudsche Versprecher von Stadionsprecher Rainer Martiker nichts, der die Mannschaften mit einem 2:1 in die Kabinen schickte und sich kurz darauf unter dem Jubel der Fans korrigierte. „Da kam ich kurz nicht mehr mit“, lachte Martiker später über seinen kleinen Versprecher.

Auch SGB-Trainer Sedat Gören kam auf der Pressekonferenz nach dem Spiel auf die Zuschauer zu sprechen. Er selber forderte die Haupttribüne mit Gesten auf, weiter für Stimmung zu sorgen: „Wenn man Offenbach oder Trier sieht, da steht der zwölfte Mann dahinter. Das wollen wir hier auch bewirken, deshalb habe ich einen Impuls gegeben. Wir wollen etwas Großes aufbauen.“