Rassistische Entgleisung überschattet Triumph der SG Praforst

16.07.2023

Die SG Praforst ist erstmals seit Bestehen der Spielgemeinschaft Hünfelder Stadtpokalsieger geworden. Nach dem Finale standen aber ganz andere Themen im Mittelpunkt.

Denn das Finale gegen die SG Dammersbach/Nüst/Gaalbern wurde nicht wie geplant über 90 Minuten gespielt, sondern schon nach einer Stunde abgebrochen. Grund: Ein Spieler des bis dahin mit 0:2 unterlegenen B-Ligisten wurde von einem Zuschauer rassistisch beleidigt, weshalb sich seine komplette Mannschaft dazu entschied, das Spielfeld geschlossen zu verlassen. „Ich habe die Äußerung nicht gehört, aber sie ist wohl so gefallen. Ich habe mich deshalb danach beim Spieler in der Kabine entschuldigt“, sagte SGP-Trainer Steffen König, der noch Stunden nach den Ereignissen zugab, dass das Sportliche in den Hintergrund gerückt war: „Ich wusste nicht wirklich, wie man mit so einer Situation umgehen sollte und was ich mit mir anzufangen hatte.“

Stadtpokal Hünfeld: Rassistische Entgleisung überschattet Triumph der SG Praforst

Immerhin: Nachdem sich die Gemüter beruhigt hatten, erkannten Masic und Co. die 0:2-Finalniederlage an – und beide Mannschaften verbrachten noch einige Zeit in Rudolphshan, wo die SG Praforst den ersten Stadtpokal-Sieg als Spielgemeinschaft bejubeln durfte. Nur der damals noch eigenständige SV Sargenzell gewann die Veranstaltung zweimal, 1983 und 1990. „Praforst war über das gesamte Turnier die beste Mannschaft. Mit Dammersbach/Nüst/Gaalbern gab es das Überraschungsteam, das es bis ins Finale geschafft hat und dort auch durchaus den zwischenzeitlichen Ausgleich verdient gehabt hätte“, erklärte Niklas Schaum von Ausrichter Buchonia Rudolphshan, der sich über 220 Zuschauer am Finaltag freute.

SG Dammersbach/Nüst/Gaalbern: Günther; Pappert, Ehm (24. Messing), Kajukin, Ali Mohamed, Roth, Goldbach, Schäfer, Götze, Masic, Kircher. SG Praforst: Babiel (46. Weigelt); Ebert, Giebel, Reith, Salihi (55. Witzel), Völker, Mehler, Fladung (46. Plappert), Nemetz, Heller, Schwarze. Schiedsrichter: Elias Appel (JFV Burghaun-Haunetal). Zuschauer: 220. Tore: 0:1 Marius Nemetz (15.), 0:2 Dennis Mehler (50.).

Hünfelder SV II wird Dritter

Das Spiel um Platz drei war eine relativ klare Sache. Seriensieger Hünfelder SV II musste sich diesmal mit dem Bronzerang zufriedengeben, sammelte mit dem 3:0 gegen A-Ligist TSG Mackenzell aber zumindest noch ein Erfolgserlebnis ein. Ivan Lovakovic brachte den Mitte-Kreisoberligisten in Führung (27.), ehe Laurin Waider doppelt traf (33., 84.).