A-Liga SLÜ: Unflätigkeiten, Schubsereien und eine obszöne Geste

Begegnung Altengronau/Jossa gegen Marborn nach Siegtor eskaliert

04.11.2014

Rebellierende Zuschauer, Handgreiflichkeiten, Obszönitäten. Zum Abschluss der Hinrunde schlugen in der A-Liga Schlüchtern die Wellen noch einmal so richtig hoch. Im Fokus: Die Partie zwischen der SG Altengronau/Jossa und der SG Marborn (4:3).

Beide Seiten werfen sich gegenseitig Handgreiflichlichkeiten vor, ein Opfer soll der stellvertretende Fußballwart und Mitglied des FV Altengronau, Harald Maienschein, sein. Was war passiert? In der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte Altengronau den 4:3-Siegtreffer, danach kochten die Emotionen hoch, die sich wohl während des Spiels sukzessive aufgebaut hatten. Auslöser soll nach Marborner Augenzeugenberichten der Spieler Michael Heil gewesen sein, der nach dem Siegtor an Marborns Auswechselbank vor den Augen von Kindern mit einer Geste das Onanieren angedeutet habe. Marborns Spielobmann Sascha Riedl, an der Außenlinie als Linienrichter im Einsatz, berichtet: „Rein sportlich ist gegen die Niederlage nichts einzuwenden. Was sich aber während und nach dem Spiel außerhalb des Spielfeldes abgespielt hat, das war mehr als schlimm und wird sicherlich ein Nachspiel haben.“ Riedl, der den tätlichen Angriff auf Harald Maienschein mehr als bedauert und persönlich scharf verurteilt, lässt aber auch kein gutes Haar an Altengronau/Jossas Anhängerschaft: „Was wir uns vom Balkon des Jossaer Sportlerheims alles anhören mussten, das war schon unterste Schublade. Die Zuschauer waren wie angestochen. Ich verstehe auch nicht, dass Harald Maienschein als stellvertretender Kreisfußballwart hier nicht deeskalierend eingegriffen hat. Ganz zu schweigen davon, dass auf dem Sportplatz in Jossa nicht ein einziger Platzordner zu sehen war.“ A-Liga-Klassenleiter Harald Maienschein, seines Zeichens ehemaliges Vorstandsmitglied des FV Altengronau, gibt zu Protokoll: „Die Anschuldigungen beruhen sicherlich auf Gegenseitigkeit. Das ging von oben nach unten und von unten nach oben. Als ich sah, dass sich vor dem Sportlerheim etwas zusammenbraute, habe ich mich aber merklich zurückgehalten, schließlich wollte ich nicht zwischen die Fronten geraten. Ich fühlte mich in dieser Situation eher als Zeuge und habe versucht, mit meinem Handy einige Beweisfotos zu machen, daran bin ich von Marborner Seite aber massiv und letztlich auch tätlich gehindert worden.“ Bei demjenigen, der gegen Maiescheins Fotografieren intervenierte, handelt es sich um Benjamin Lifka, Platzkassierer der SG Marborn, der die Situation jedoch anders schildert: „Ich habe die Hand vor das Handy gehalten, da ich nicht wollte, dass er mich fotografiert. Und wenn ich das nicht will, dann darf er das nicht. In dem Moment hat mich von hinten Maienscheins Sohn Mark gestoßen, und ich bin hingefallen. Das hat mir eine Platzwunde am Knie und eine Hüftprellung eingebracht, was anschließend im Krankenhaus dokumentiert wurde.“ Klassenleiter Maienschein verweist nun auf die Sportgerichtsbarkeit, die sich mit den Vorfällen in Jossa beschäftigen müsse. Eine aussagekräftige Rolle spiele hierbei natürlich auch der Spielbericht des Unparteiischen Markus Zinn (Lauterbach). Auch Benjamin Lifka kündigt ein Nachspiel an: „Ich habe niemanden angegriffen, muss mir so etwas nicht gefallen lassen und werde die Sache bei der Polizei zur Anzeige bringen.“ // cap/khw