Daniel Kratz über sein neues Amt

Auf Spieler-Luxus folgt Trainer-Last

07.01.2022

Neu ist Daniel Kratz' Gesicht in der Region nicht. Der langjährige Eichenzeller Akteur ist mittlerweile beim TSV Rothemann heimisch geworden und führt den Kreisoberligisten als Kapitän an. Zur neuen Saison gibt Kratz jene Rolle ab und übernimmt dafür zum ersten Mal die des Spielertrainers.

Die Trainerrolle ist dir bislang unbekannt. In wenigen Monaten ändert sich das? Ist die Vorfreude schon greifbar?

Auf alle Fälle, denn die Überlegung, irgendwann als Trainer zu agieren, war schon immer vorhanden. Nun kommt der Schritt doch etwas eher als erwartet. Nach dem Training die Tasche in die Ecke zu stellen ist ein Luxus, den ich als Spieler immer genossen habe. Der Schritt 2019 von Eichenzell nach Rothemann war bewusst, da ich nicht mehr den hohen Aufwand betreiben wollte. Fortan ändert sich das wieder und ich habe Lust darauf.

Der Entschluss nach der Anfrage des TSV kam bei dir schnell. Nur rund 24 Stunden Überlegungszeit waren nötig.

Es hat seine Gründe, weshalb alles rasch über die Bühne ging. Marcs (Röhrig) Rücktritt hatte sich angedeutet und der Verein signalisierte, dass er gerne auf eine interne Lösung setzen möchte. Dass die Bedingungen in Rothemann zum Einstieg nahezu perfekt sind, machte alles leichter. Der Kader besteht aus vielen einheimischen Spielern, die Truppe ist jung und der Verein sowie das Umfeld passen gut zu mir. Ich bin ein Typ, der sich gerne in seiner Umgebung auskennt. Neben Rothemann hatte ich schließlich nur Eichenzell und Horas im Seniorenbereich als Stationen. Ein Abgang war nie Gedanke. Deshalb kann ich guten Gewissens den nächsten Schritt gehen und möchte den überragenden Job von Marc fortführen.

Der Schritt vom Mitspieler zum Trainer ist nicht immer leicht. Wie stellst du dir die Rolle vor?

Vom Fußballerischem fällt mir der Schritt nicht schwer. Gefühlsmäßig sieht es schon anders aus. Die Kapitänsrolle hat mir immer Spaß gemacht, zumal ich mein Standing von allen gespürt habe. Nun gilt es, eine gewisse Distanz reinzubekommen. Diese braucht es als Trainer. Im Team mitschwimmen und alle Späßchen mitmachen geht nicht, denn es braucht auch mal einen Keil zwischen den Parteien.

Ein gewisser Abstand ist also nötig?

Ich finde, in einem gewissen Maß schon. Bei einer Feier muss der Trainer nicht immer dabei sein. Die Spieler dürfen ruhig mal Dampf ablassen in Abwesenheit des Trainers. In Rollen wächst man hinein. Es wird von Beginn an nicht alles gelingen, aber das ist einem bewusst. Vor eineinhalb Jahren bin ich Papa geworden. Der Quervergleich passt ganz gut. Zudem ist mir Heiko Rützel ein gutes Vorbild, dass der Schritt vom Spieler zum Trainer gelingt.

Die Gruppenliga ist noch drin, die Kreisoberliga nächste Saison aufgrund von Lütters starker Runde aber wahrscheinlicher. Was sind die Ziele?

Lütter zieht ihr Programm voll durch, entsprechend haben sie den Aufstieg verdient. Wir haben eine gute Hinrunde gespielt, sie aber eine noch bessere. Deshalb ist es ihnen zu gönnen, wenngleich wir das Pech ein Jahr zuvor mit dem Abbruch hatten. Sollte es kommende Saison die Kreisoberliga sein, wollen wir auf den Aufstieg hinarbeiten. Wir wissen, dass wir Favorit sind und sagen zudem, dass wir irgendwann wieder in der Gruppenliga agieren wollen. Mit dem Druck müssen wir leben. Der Aufstieg muss aber nicht mit aller Gewalt gelingen, sondern soll über den gesunden Weg vonstatten gehen. Das nötige Potential hat die Mannschaft. Gewinnen wir noch einige Personalien für uns, wird's noch besser.