Wie blicken Sie auf ihr zweigeteiltes Jahr zurück?
Mit Büchenberg waren wir in der A-Liga Rhön im vergangenen Winter in Schlagdistanz zu den Spitzenteams Künzell II und Margretenhaun. Schade, dass wir die beiden Topspiele in der Rückserie gegen sie auf Kunstrasen austragen mussten und so unserer Stärken beraubt wurden. Aufgrund der Entwicklung, die die Mannschaft in den vergangenen Jahren genommen hatte, wäre ein Spitzenplatz verdient gewesen. Bei meinem Wechsel schwang dann schon Wehmut mit, weil ich zu Verein, Verantwortlichen und Spielern ein sehr familiäres Verhältnis entwickelt hatte. Auch wenn im Sommer Zeit für einen neuen Impuls war, habe ich noch immer meinen Pass in Büchenberg liegen und spiele dort ab und an Zweite. Mit Mittelkalbach kam dann aber rasch ein Traditionsverein auf mich zu, der toll geführt ist, ein talentiertes Team mit vielen einheimischen Spielern hat und in einer attraktiven Liga spielt. Das hat mich gereizt. Die Hinserie war nicht schlecht, allerdings hatten wir zu viele Höhen und Tiefen und Unentschieden drin, weshalb wir weiterhin nur nach unten schauen müssen.
Wie Sie stammen auch viele weitere Trainer in der Region aus Kerzell. Warum war ein Engagement bei Ihrem Heimatverein nie Thema?
Matthias Wilde aus Horas sagte ja neulich, dass der Prophet nichts gilt im eigenen Land. Ich habe der Helvetia viel zu verdanken, habe dort schließlich meine ersten Schritte im Fußball gemacht und im Seniorenbereich viele wichtige Erfahrungen gesammelt. Durch meine Trainertätigkeit hat es sich allerdings ein bisschen auseinandergelebt, was völlig normal ist. Doch im Fußball sollte man niemals nie sagen. Ich wünsche der SG, dass sie ihre Saisonziele erreichen kann.
Dann blicken wir mal voraus auf das Jahr 2019 in Mittelkalbach. Dort war man es ja früher auch gewohnt, in der Bezirksoberliga beziehungsweise Gruppenliga zu spielen ...
Naja, mit kühnen Saisonzielen und Ambitionen ist man in Mittelkalbach in der jüngeren Vergangenheit nicht unbedingt gut gefahren. Wir wissen die Lage realistisch einzuschätzen, deshalb gilt erst einmal nur der Klassenerhalt. Klar ist aber auch, dass wir in den nächsten Jahren nicht immer nur gegen den Abstieg spielen wollen. Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich in Mittelkalbach verlängern werde.