Zu tun hat das vor allem mit dem neuen Trainer Thomas Birkenbach. Der hegte nämlich angesichts seiner jahrelangen Tätigkeit im Juniorenbereich der JSG Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach den Gedanken, was mit den zahlreichen Jungspunden passiert, die nicht auf Anhieb den Sprung in eine erste Mannschaft schaffen. Eine ordentliche Betreuung sowie ein geregelter Trainingsbetrieb sei laut Birkenbach in den Reserven kaum noch vorhanden, so dass viele Spieler in ein Loch fallen würden. „Hinzu kommt, dass die Jungs, wie beispielsweise bei der JSG, in der Verbandsliga leistungsorientierten Fußball gespielt haben. Und plötzlich sollen diese Spieler nur noch sporadisch kicken, sofern sie nicht den Sprung in die Erste schaffen? Es ist schließlich so, dass es unmöglich ist, fünf Juniorenspieler gleichzeitig in eine Mannschaft einzubinden“, sagt Birkenbach. Somit stellte er seine Idee, der Reserve einen eigenen Trainingsbetrieb anzubieten, den Verantwortlichen des SV Hofbieber vor, weil dort in den zurückliegenden Jahren das Problem aufgetreten sei, dass die Reserve sich quasi nur am Wochenende zum Spiel getroffen habe. „Die, die Ambitionen hatten, haben bei Daniel (Rother, – Anm. d. Red.) in der Ersten mittrainiert. Aber ein Gefälle zwischen den Mannschaften war logischerweise erkennbar“, so Birkenbach. Und seine Idee kam beim SVH gut an; alleine fünf Youngster sind im Verein zur neuen Saison aus den A-Junioren aufgerückt, weitere folgen in den kommenden Jahren. Und bereits nach wenigen Monaten diagnostiziert Birkenbach erste Erfolge. „Die Lücke zwischen erster und zweiter Mannschaft ist kleiner geworden. Wir handhaben es nun so, dass wir einmal in der Woche alleine trainieren und uns bei der zweiten Trainingseinheit mit der Ersten messen. Das funktioniert super, die jungen Spieler werden aufgebaut und können sich empfehlen. Und sofern oben Personalnot besteht, können nun bedenkenlos Spieler aus der Reserve ins kalte Wasser geworfen werden“, berichtet Birkenbach. Für den neuen Trainer ist nach dem Aufstieg zudem die A-Liga Fulda/Rhön eine sehr attraktive Klasse für seine Mannschaft, in der es neben zahlreichen Jungspunden selbstverständlich alte Hasen gebe. „Die brauchst du als verlängerter Arm auf dem Spielfeld, zumal sie für die Entwicklung der Jungen wichtig sind“, weiß Birkenbach, der sein Team für die Liga gerüstet sieht, „sofern wir nicht zu stark den Kader durchwechseln.“ Dieser müsse für das richtige Verständnis untereinander stabil bleiben. Mit drei Punkten aus zwei Spielen scheint der Start jedenfalls geglückt – im Gegensatz zu Birkenbachs Debüt auf der Trainerbank am vergangenen Donnerstag. Dort sah der Coach nämlich kurz vor Spielende die Rote Karte, beim Stand von 1:0 gegen Thalau II rief er in Richtung des Schiedsrichters „Du bist eine Gurke“ – auch, weil die Stimmung ohnehin sehr aufgeheizt war und der Unparteiische nur wenige Meter entfernt stand. „Nachher haben wir darüber bei einem Bierchen gesprochen, dann war wieder alles gut“, lässt Birkenbach durchblicken.