Im Mittelpunkt standen diesmal Dennis Owusu und Yasin Kocatepe. Der eine (Owusu) hatte die drei besten Möglichkeiten für die SG Barockstadt zum Sieg, scheiterte aber immer knapp. Mitte der zweiten Halbzeit musste der 23-Jährige dann am Knöchel verletzt runter, gab aber nach der Partie Entwarnung: „Alles nicht so schlimm. Nächste Woche geht das wieder.“ Muss es auch: Denn beim nächsten Spiel in Koblenz wird es personell deutlich enger. Gegen den OFC sahen nämlich mit Aaron Frey, Eric Ganime und Moritz Reinhard gleich drei Spieler ihre fünfte Gelbe Karte und sind so kommende Woche gesperrt.
SG Barockstadt: Abwehrbollwerk hält auch gegen OFC
Was Yasin Kocatepe anbetrifft, machte der „Co“ diesmal als „Chef“ für den gesperrten Sedat Gören einen guten Trainerjob. „Ich war nie nervös, denn wir hatten die Mannschaft gut eingestellt und Nervosität kommt immer nur dann zustande, wenn du dir unsicher bist. Das müssen wir aber nicht, denn der Mannschaft kann man blind vertrauen“, sagte Kocatepe. „Die Kulisse war klasse, aber das blendet man an der Linie aus. Man ist als Trainer so fokussiert und muss in jeder Aktion wieder neuen Input geben, dass man in einen Tunnelblick kommt“, nahm Kocatepe die 3842 Besucher nur ganz am Rande wahr.
Die Frage blieb, warum das Team gegen einen recht biederen OFC nach der Pause nicht mehr ins Risiko gegangen ist und auf das 1:0 gespielt hat? „Wir haben das tatsächlich in der Pause angesprochen, aber mit Ganime und Frey hatten zwei Defensivspieler früh Gelb gesehen. Wenn du dann mehr riskierst, dann läufst du auch schnell mal in Konter und musst vielleicht ein taktisches Foul machen. Das wollten wir vermeiden“, erklärte Kocatepe, der aber sagt: „Vorne müssen wir ruhiger und effektiver spielen. Die Defensivleistung stimmt aber.“ In der Tat: Seit dem 1:2 in Walldorf und vier Spielen (insgesamt 414 Minuten) ist die Barockstadt hinten unbezwungen. Auch ein Verdienst von Milian Habermehl, der eine feste Größe geworden ist. „Es passt einfach super mit Aaron Frey“, freut sich der Vogelsberger, den auch die Zuschauerzahl nicht unruhig machte. „Im Gegenteil: Das pusht einen noch mal extra. Das geht schon beim Aufwärmen los“, sagt Habermehl.
Aaron Frey zeigte sich derweil verwundert über die Kartenverteilung des Schiedsrichters: „Ich ärgere mich schon, dass ich nach drei Minuten für ein harmloses Foul am gegnerischen Strafraum Gelb bekomme, während mancher Offenbacher teilweise machen konnte, was er wollte. Trotzdem läuft es momentan einfach super bei uns.“