Besser standen die Vorzeichen noch nie

Hessenpokal: Sarvan glaubt an die Sensation gegen den OFC

20.09.2017

Günstiger waren die Voraussetzungen für eine Sensation noch nie: Im Hessenpokal-Achtelfinale empfängt der TSV Lehnerz, seines Zeichens Spitzenreiter der Hessenliga, am Mittwochabend (19 Uhr) im städtischen Stadion mit Kickers Offenbach den Tabellenzweiten der Regionalliga Südwest.

Bereits zweimal spielte der TSV Lehnerz gegen einen der "großen" hessischen Vereine in einem Pflichtspiel. 2011 unterlag die Mannschaft des damaligen Trainers Rolf Gollin als Verbandsligist dem Drittligisten Kickers Offenbach mit 0:1 und kassierte das Tor des Tages erst in der Nachspielzeit ([link url=http://torgranate.de/artikel/als-ein-spaeter-elfmeter-die-grosse-sensation-verhinderte/ text=wir berichteten]). 2014 spielte die Elf von Trainer Henry Lesser als Hessenligist gegen den SV Wehen Wiesbaden und musste sich nach großen Kampf erst in der Verlängerung dem damaligen Tabellenführer der Dritten Liga mit 1:2 beugen ([link url=http://torgranate.de/artikel/video-zusammenfassung-vom-hessenpokalspiel-tsv-lehnerz-sv-wehen-wiesbaden/ text=HIER geht's zum Videobericht]). Klappt es nun im dritten Versuch? "Besser kann die Ausgangssituation nicht sein", weiß Allrounder Kemal Sarvan, der in Griesheim im Sturmzentrum aufgeboten wurde und mit drei Scorerpunkten Matchwinner war. "Wo ich spiele, ist mir eigentlich egal. Hauptsache ich treffe gegen Offenbach", sagt der 27-Jährige mit einem Augenzwinkern. Verstecken will sich der TSV keineswegs gegen den Regionalligisten, auch weil die Elf von Trainer Marco Lohsse in der Liga zuletzt drei Siege in Serie eingefahren hat. "Unsere Mannschaft ist gereifter als noch vor drei Jahren, die Spieler haben sich weiterentwickelt. Ich glaube, dass am Mittwochabend alles möglich ist und rechne uns gute Chancen aus, Offenbach zu schlagen." Entscheidend werde nach den Einschätzungen Sarvans eine gute Defensivarbeit sowie eine gesunde Zweikampfhärte sein. Dazu hofft man beim TSV auf die Unterstützung der Zuschauer. "Flutlichtspiele im Stadion sind immer etwas besonderes, auch weil ich mit 2000 bis 3000 Zuschauern rechne. Das ist schon was anderes als bei uns in Lehnerz", berichtet Sarvan, der nachschiebt, "dass uns unser kleinerer Platz sicherlich in die Karten gespielt hätte". Gegner Kickers Offenbach hat vor dem Tabellenführer der Hessenliga jedenfalls eine gehörige Portion Respekt. "Trotzdem sind wir selbstbewusst genug um zu sagen, dass wir in Fulda von Anfang an dominant auftreten und die nächste Runde erreichen wollen. Wir wollen ja nicht nur eine Runde weiterkommen, sondern den Hessenpokal gewinnen, um uns damit für den DFB-Pokal zu qualifizieren", macht der Sportliche Leiter Sead Mehic deutlich, der die Osthessen noch bestens aus seiner Zeit bei der SG Bad Soden kennt und damals mehrere Testspiele gegen die Lehnerzer bestritten hatte. "Während es für uns ein Pflichtspiel wie jedes andere ist, ist das Pokalspiel für Lehnerz die Begegnung des Jahres. Daher brauchen wir eine konzentrierte und fokussierte Leistung. Ich hoffe, wir haben aus der Pokalniederlage im vergangenen Jahr gegen die Sportfreunde Seligenstadt gelernt", spielt Mehic auf das Ausscheiden gegen den letztjährigen Hessenligisten in der vergangenen Spielzeit an. Rotieren wird OFC-Trainer Oliver Reck dennoch, schließlich haben die Kickers bereits einige englische Wochen aus der Regionalliga in den Knochen. Dort haben sich die Offenbacher - ähnlich wie der TSV Lehnerz - nach einem tollen Saisonstart in der Spitzengruppe festgesetzt. "Jetzt wollen wir auch mit aller Gewalt dort bleiben. Dass aus der Südweststaffel in den vergangenen vier Jahren kein Verein in die Dritte Liga aufgestiegen ist, ist für uns eine besondere Motivation", macht Mehic deutlich.