Erst wieder in den Rhythmus kommen und Spielpraxis sammeln. Nach einer solch langen Pause gelingt nicht gleich alles, was Spitzenreiter Hofbieber deutlich machte. Wenig bis kein Tempo in Durchgang eins und somit kaum Torgefahr. Es wirkte schläfrig, doch der SVH hat mit Erik Nüdling einen der offensivstärksten Außenverteidiger in den Reihen. Nüdling wird oftmals von den Gegnern vergessen und durch seine früheren Stürmerfähigkeiten nutzt er das gnadenlos aus. Wie das Führungstor zeigt. Alles deutete auf torlose erste 45 Minuten hin. Fast mit der letzten Aktion flankt Niklas Schuhmann auf den zweiten Pfosten, an dem Nüdling per Knie den Ball über die Linie murmelt (43.). "Als ehemaliger Offensivspieler mache ich die Wege nach vorne ganz gerne. In der gefährlichen Zone weiß ich, wo ich zu stehen habe", sagte Nüdling. Zeigte er erst noch seine Abschlussqualitäten, war nach dem Seitenwechsel nichts mehr von seinem Stürmer-Gen zu sehen. Schier unglaublich, wie Nüdling in Minute 54 aus zwei Metern das leere Tor nicht traf. Und fast aus ähnlicher Position versiebte er zehn Minuten vor Schluss eine weitere Chance. "Das waren eher zwei Rettungsaktion für den Gegner. Die muss ich einfach machen, da gibt es keine Ausreden", nahm er die Fehlschüsse mit Humor. Konnte der Außenverteidiger auch, denn mit dem schönsten Angriff des Spiels machte Hofbieber zuvor den Sack zu. Julian von Keitz spielte nach einer Kombination den Ball flach in die Mitte, wo Luca Hohmann nur noch einschieben musste (57.). Ein Aufbäumen der Hausherren blieb aus, SVH-Keeper Sebastian Hahner musste einzig in den ersten zehn Spielminuten kurz die Luft anhalten. "Ein frühes Tor war möglich und gibt dem Verlauf eine andere Richtung. So aber geht das 2:0 in Ordnung", konstatierte DiDi-Coach Kevin Steudter. Die Durchschlagskraft ging seinen Mannen auf dem holprigen Rasen ab, das gewisse Quäntchen habe gefehlt. "Der Gegner war natürlich keine Hans-Wurst-Mannschaft. Wir wollten etwas mit dem Ball anfangen. Das klappte zu Beginn gut, ehe wir uns zu tief haben fallen lassen", schilderte Steudter, dessen Keeper Niklas Weiser sich erst am Morgen freiteste und mit einigen Paraden weitere Tore verhinderte. Strittig war das Nachbarschaftsduell nur selten, einzig Mitte der ersten Halbzeit kam kurzzeitig Unruhe rein. Weiser und Hofbieber-Stürmer Fabio Ruppert gingen zum Ball. Beide waren gleichzeitig am Spielgerät – Weiser mit der Hand, Ruppert mit dem Kopf. Das Ergebnis war eine blutige Nase für den Hofbieber. Von einem Elfmeterpfiff sah Schiedsrichter Johannes Frohnapfel (SV Welkers) ab.
Die Statistik:
FSG Dipperz/Dirlos: Weiser; Burkart, Bernhard, Goldbach, C. Grösch – Breitung, Bullemer, Hohmann, L. Müller – Beier, Rosada (Braukhoff, Weber). SV Hofbieber: Hahner; J. Haas, T. Müller, Hosenfeld, Nüdling – Schuhmann, Gradl, L. Haas, von Keitz – Ruppert, Fischer (Hohmann, Faber, Bleuel). Schiedsrichter: Johannes Frohnapfel (SV Welkers). Zuschauer: 210. Tore: 0:1 Erik Nüdling (43.), 0:2 Luca Hohmann (57.).