SV BKC Bosnien - SG Bornheim Grün-Weiss (Sonntag, 15 Uhr)
Die Partie war eigentlich für Freitag, den 28. April geplant gewesen. Da die Bornheimer dann aber zwei Tage später schon wieder im Einsatz gewesen wären, wurde der Ostersonntag ins Auge gefasst, der in Frankfurt eigentlich traditionell spielfrei bleiben sollte. Beide Teams haben vor dem Duell noch Abstiegssorgen, stehen aber derzeit über dem Strich. Die Bosnier haben nach der Winterpause schon elf Punkte geholt, davon zehn vor heimischer Kulisse. Trotzdem sagt Pressesprecher Asmir Husanovic vor dem Spiel gegen die Bornheimer: "Die Stimmung ist bei uns derzeit bedrückt". Das hat aber keine sportlichen Gründe, sondern das Verletzungspech hat beim SV BKC wieder Einzug gehalten. Mit Semir Kurtovic hat sich ein wichtiger Spieler einen Kreuzbandriss zugezogen. "Das ist nun schon nach Kenan Masic, Mervan Softic und Armin Hadzic die vierte schwere Verletzung in dieser Saison. Dabei handelt es sich bei allen Akteuren um Abwehrspieler", klagt Husanovic über die Verletztenliste. "Wir sind momentan etwas geschockt und werden vom Pech verfolgt. Deswegen war es gut, dass wir im Winter einige Spieler für den Defensivbereich dazuholen konnten", berichtet der Pressesprecher der Bosnier. Die Mannschaft hat angekündigt, "in diesem Sechs-Punkte-Spiel für Semir spielen zu wollen", wie Husanovic betont. Der Abgang von Torjäger Almir Derdemez konnte dagegen laut Husanovic "mannschaftlich gelöst" werden. Emir Drino und Adis Pita haben mittlerweile auch schon elf Tore beisteuern können. Im letzten Auswärtsspiel beim FC Neu-Anspach unterlagen die Bosnier den Gastgebern mit 1:3, bei denen Marco Weber mal wieder mit drei Toren herausragte. "Weber konnten wir nicht stoppen. Er machte den Unterschied. Der Mann hat Hessenliga-Niveau", kommentierte Husanovic. Das Ziel der Bosnier ist es, "so schnell wie möglich 40 Punkte zu holen, um nicht an den letzten beiden Spieltagen noch zittern zu müssen", umschreibt der Pressesprecher des Aufsteigers. Den Gegner schätzt er unterdessen als stark ein: "Bornheim tritt ganz anders auf als in der Hinrunde. Das sieht man auch an den Ergebnissen. Sie sind ein gut organisiertes Team. Wir versuchen sie aber am Sonntag zu knacken", hofft Husanovic. Ob die Partie nun auf dem Hartplatz stattfindet, wo die Bosnier zuletzt zehn Punkte holten, oder doch auf dem Rasen, das werde noch kurzfristig entschieden. Bei den Bornheimern kehrte der langjährige Trainer Maik Rudolf nach einer halbjährigen Pause in der Winterpause auf die Trainerbank der SGB zurück und übernahm das Team nach einer ganz schwachen ersten Halbserie in Abstiegsgefahr.
13 Punkte brachte der Bornheimer Sinneswandel
Vor dem Gastspiel bei den Bosniern plagen den Coach aber vor allem auch wegen des kuriosen Spieltermins personelle Sorgen: "Klar, wollten wir nicht im Freitag-Sonntag-Rhythmus spielen, aber bei der Festlegung dieses Termins haben wir nicht richtig aufgepasst. Wären wir am Sonntag komplett, wäre ich guter Dinge. So müssen wir einige Dinge improvisieren". Der Coach hat es in den letzten sieben Spielen geschafft, den Bornheimer Offensivkünstlern defensive Stabilität einzuimpfen. So gelangen vier Siege "zu Null" und die Anzahl der Gegentore beschränkte sich auf sechs. 13 Punkte haben dazu beigetragen, dass sich die Lage der Bornheimer so weit entspannt hat, dass die Rudolf-Schützlinge nun mit 36 Punkten auf Rang neun stehen. "Wir wollen die gleiche Einstellung zeigen, wie in den letzten Spielen auch. Die Jungs sind bereit, wir werden schauen, dass wir zu Punkten kommen", hofft Rudolf, der den Gegner als eine "brutal starke Rückrundenmannschaft" ansieht. Trotz der 36 Punkte "können wir das nicht entspannt angehen", denn der erste potenzielle Abstiegsplatz ist nur fünf Zähler entfernt. "Es war eine neue schwierige Situation und das ist sie auch immer noch. Wir leben momentan von der Breite im Kader, der sich großartig verhält. Jeder möchte die schlechte Hinserie vergessen machen. Der Stachel sitzt tief und die Jungs wollen da wieder rauskommen", erzählt Rudolf. Bei seiner Rückkehr habe der Coach feststellen müssen, dass "wir unseren Spielstil im Abstiegskampf unbedingt ändern mussten. Fußball ist ein Ergebnissport. Offensivfußball ist das geilste, was es gibt. Jetzt waren wir aber an einem Punkt angelangt, wo uns klar war, dass wir uns sofort von diesem Hurra-Fußball verabschieden mussten", erklärt Rudolf, dem die Resultate recht geben: "Wir spielen jetzt nicht ansehnlich, aber effektiv. Wir mussten lernen, den Defensivgedanken parat zu haben und das Tor zu verteidigen", umschreibt der Übungsleiter den Sinneswandel einer Mannschaft, die traditionell stets für Offensivfußball bekannt war. Ob nun auf dem Hartplatz oder auf dem Rasen gespielt wird, die Bornheimer nehmen es so hin, wie es kommt. "Der Gegner kann den Platzuntergrund auswählen und das ist ihr legitimes Recht. Wir wollen nicht lamentieren und können auf beiden Belägen bestehen. Wenn die Bereitschaft am Sonntag da ist, dann ist in diesem Spiel für uns vieles möglich", blickt Rudolf voraus.
| SV der Bosnier - SG Bornheim Grün-Weiss | |
| Liga: | Gruppenliga Frankfurt West |
| Anstoss: | So - 16.04. 15:00 Uhr |
| Spieltag: | 28. Spieltag |
| Ergebnis: | 4 : 2 |
| Schiedsrichter: | Alexander Jaensch (Darmstadt) |
| Platz / Ort: | Ackermannwiese |
| Zuschauer: | 125 |
| Bildergalerie: | Hier klicken |