Situation vor der Saison:
Als Vizemeister der Kreisoberliga Frankfurt nahm der SV BKC Bosnien an der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West teil und setzte sich sowohl gegen den Hochtaunus-Vertreter FV Stierstadt (4:1), als auch gegen den VfB Friedberg aus dem Wetteraukreis (2:1) durch. Der erstmalige Aufstieg aus dem Kreis Frankfurt in die interregionale Liga bedeutete für den 1992 gegründeten Balkan-Klub einen Quantensprung. Auf der Trainerposition gab es nach dem Aufstieg auch Veränderungen. Das erfolgreiche Duo Amir Kusumovic und Emir Bajraktarevic zog sich zurück und mit Senad Mujakic kam ein neuer Übungsleiter in das Frankfurter Gallusviertel, der vor dem kurzen Intermezzo beim SV Gronau lange Jahre bei der FG Seckbach als Spielertrainer und dann als Sportlicher Leiter fungierte. Die Gruppenliga bedeutete für die erfahrene Mannschaft der Bosnier absolutes Neuland, von daher wurde der Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben.
Saisonverlauf:
Im Aufsteigerduell beim Türkischen SV Bad Nauheim unterlief den Bosniern mit der 1:3-Niederlage zum Saisonauftakt ein Fehlstart. Dieser wurde aber durch zwei Heimsiege gegen Königstein und Nieder-Erlenbach umgehend korrigiert. In der Innenverteidigung musste Mujakic zu Saisonbeginn improvisieren, denn die eingeplanten Abwehrspieler Masic und Hadzic fielen verletzungsbedingt aus. Die erste richtige Klatsche kassierte der SV BKC beim Gastspiel in Fauerbach, als die Bosnier bei der 0:5-Niederlage einen rabenschwarzen Tag erwischten. Es folgten wechselhafte Wochen für die Mannschaft von Trainer Senad Mujakic, denn meist wechselten sich Siege mit Niederlagen ab. In negativer Erinnerung bleibt der Spielabbruch im Balkan-Duell beim SV FC Sandzak, als die Bosnier in der 80. Minute beim Stande von 4:2 den Platz verließen. Das Spiel wurde am grünen Tisch mit 3:0 für Sandzak gewertet. Nach drei deftigen Niederlagen in Folge mit insgesamt 19 Gegentoren waren die Bosnier erstmals in die Abstiegszone gerutscht. "Da hatten wir bedingt durch viele Verletzte und Ausfälle einen personellen Engpass", erinnert sich SV BKC-Pressesprecher Asmir Husanovic. Mit einem überraschenden 2:1-Sieg bei der TSG Nieder-Erlenbach katapultierte sich das Mujakic-Team aus der gefährdeten Zone und erreichte zur Winterpause das rettende Ufer.
Zahlen und Fakten:
Weder die Zahlen, noch die Fakten sprechen für die Bosnier. Es ist ihnen aber hoch anzurechnen, dass die Balkan-Männer mit einer Tordifferenz von minus 21 schon 23 Punkte ergattert haben. Gemeinsam mit Griesheim 02 bedeuten die 32 geschossenen Tore die viertwenigsten der Liga. Bei der Anzahl der kassierten Tore belegt die Mannschaft den letzten Platz. 53 Gegentore in 19 Spielen kassierte kein anderes Team der Liga. Dennoch reicht es derzeit zu Rang 13, dem ersten Nichtabstiegsplatz. Zwar gelangen zwei 3:0-Heimsiege, aber die meisten Niederlagen fielen richtig deftig aus. 0:5, 1:5, 2:6, 2:6 und 0:7, insgesamt fünf Niederlagen mit mindestens fünf Gegentoren stehen zu Buche. An der heimischen Ackermannwiese wurden fünf von neun Spielen gewonnen. Auswärts dagegen fällt die Bilanz schwach aus. Nur sieben Punkte konnten ergattert werden. "Als Aufsteiger konnten wir auswärts nicht mehr erwarten. Wir sind aber nun angekommen in der Liga und haben einige Spiele wie gegen Griesheim auch unglücklich verloren", bilanziert Husanovic.
Torjäger:
Almir Derdemez, der im Vorjahr mit 41 Toren Torschützenkönig der Kreisoberliga Frankfurt wurde, steuerte in der Gruppenliga immerhin elf Treffer bei. Der Ex-Cottbusser wird aber keine Tore mehr für die Bosnier erzielen, denn der Goalgetter hat sich in der Winterpause dem Ligakonkurrenten SV FC Sandzak angeschlossen. Ein herber Verlust für die Bosnier, der schwer zu kompensieren ist. Sturmkollege Adis Pita folgt mit acht Toren. Auf Rang drei der internen Torschützenliste steht Emir Drino mit fünf Toren.
Gelbe Karten und Platzverweise:
In der Fairness-Tabelle stehen die Bosnier ganz unten. Die 52 Gelben Karten sind zwar nicht der höchste Wert der Liga, aber zwei Gelb-Rote Karten und sechs Rote Karten ziehen die Mannschaft in dieser Wertung ganz nach unten.
Ausblick und Perspektiven:
"Wir sind mit den 23 Punkten sehr zufrieden und wollen alles daran setzen, um im Jubiläumsjahr nicht gleich wieder abzusteigen", nennt Husanovic das Saisonziel. Neben Derdemez müssen die Bosnier auch die Abgänge von Nikola Andelic (SG Heusenstamm-Zrinski) und Sead Kavgic (VfR Kesselstadt) verkraften, wobei der Kapitän der Aufstiegsmannschaft in den letzten zehn Spielen nicht mehr zum Einsatz kam. Auch Nermin Polimac hat den Verein mit unbekanntem Ziel verlassen. Auf dem Wintertransfermarkt haben die Bosnier sich dagegen verstärkt, wie Husanovic bekannt gibt: "Wir haben acht neue Spieler, darunter mit Teodor Cortinel und Alexandru Panainte zwei Rückkehrer". Die beiden Moldawier hatten sich im Sommer beim Verbandsligisten Spvgg. 05 Oberrad versucht, konnten sich dort aber nicht durchsetzen und kehrten schnell an die Ackermannwiese zurück. Ferner sind neu bei den Bosniern: Edin Omanovic (FCA Darmstadt), Michele Burgio (DJK SW Griesheim), Kemal Pita (SG Oberliederbach), Esmir Omerovic, Admir Kapetan und Ognjen Vulic (alle direkt aus Bosnien). Neben dem Jubiläum stellt Husanovic noch einen weiteren Fakt heraus, der den Klub stolz macht: "Wir sind der ranghöchste bosnische Verein in Deutschland und außerhalb Bosniens. Kein anderer Verein bosnischer Prägung spielt so hoch wie wir".