Der Stolz auf das Erreichte bleibt

Regionalliga-Aufstiegsrunde: Schaaf hatte das 1:0 mehrfach am Fuß

31.05.2015

Der TSV Lehnerz ist raus aus dem Regionalliga-Rennen - weil die auswärts erzielten Tore zählen und der TSV damit nach dem 1:1 im ersten Spiel gegen Hauenstein definitiv nicht mehr Erster der Dreierrunde werden kann. Doch der TSV ist raus mit Applaus. Beim Bahlinger SC hieß es am Ende 0:0 - ein gerechtes Ergebnis, weil Bahlingen die erste Halbzeit bestimmte, Lehnerz aber mehrfach den Knockout hätte setzen können.

"Was wir geleistet haben, ist sensationell", sagt TSV-Trainer Henry Lesser, der differenziert: "Wir haben beide Spiele ohne gelernten Stürmer bestreiten müssen, mussten immer wieder improvisieren und waren in beiden Spielen sicherlich spielerisch schwächer, haben das aber mit viel Kampfkraft und taktischem Verhalten wettgemacht." Gerade in der Endphase war es Mittelfeldchef Patrick Schaaf, der bei 25 Grad noch unglaubliches Tempo gehen konnte und die besten TSV-Chancen vergab: Da wären sein Schlenzer aus komplett freier Position 14 Meter vor dem Tor, der weit daneben ging (63.). Außerdem ein geblockter Schuss, der nachher noch einmal heiß wurde - die Lehnerzer forderten Elfmeter: "Er drückt mich leicht weg, wenn er das nicht macht, kann ich den Ball wahrscheinlich am Torwart vorbei ins Tor spitzeln. Pfeifen muss man aber nicht", sagt Schaaf. Das Ganze passierte in der 77. Minute. Und einen hatte Schaaf noch sechs Minuten vor Schluss, als Wollnys Freistoß von Müller abgeklatscht und der Ex-Gladbacher etwas überrascht wurde. Bitter, denn der Weg zum Tor waren nur zwei Meter, ähnlich weit schoss er den Ball aber auch über den Kasten.

Tolle Kulisse - Julian Pecks als Antreiber

Getoppt wurde das intensive Spiel noch von der Kulisse: 4250 Zuschauer waren noch nie bei einem Heimspiel des Bahlinger SC, dazu lieferten beide Fanlager eine astreine Leistung ab. Aus dem Lehnerzer Lager wusste Verbandsliga-Spieler Julian Pecks zu überzeugen, der mit dem Megaphon immer wieder das eigene Lager anpeitschte. Und somit fällt das Saisonfazit in allen Belangen positiv aus - auch für Martin Geisendörfer. Der Finanzvorstand ist "unglaublich stolz" auf das Team. So ein klein wenig trauert er den vergebenen Chancen aber dennoch hinterher. Davon hätte in der Halbzeit nicht die Rede sein können: Bahlingen legte gleich los wie die Feuerwehr, übernahm das Kommando auf dem frisch gewässerten und hervorragend daliegenden Platz, hatte fast immer den Ball und erspielte sich auch einige gute Chancen: Allen voran sorgten Erich Sautner und Fabian Schleusener - beides ehemalige Jugenspieler des SC Freiburg, die bezeichnenderweise in der Schlussphase ausgewechselt wurden - für Betrieb vor Aykut Bayar. Aber entweder ging der Ball wie bei Sautners Schuss knapp drüber (25.) oder Bayar war auf dem Posten. "In dieser Phase sind wir von einer Verlegenheit in die andere gelaufen", konstatiert Lesser. Lehnerz, das sich erst nach rund einer halben Stunde etwas befreien konnte, hätte dann allerdings direkt vor dem Pausentee in Führung gehen können: Nach einem schnellen Gegenangriff über Schaaf, Mistretta und Odenwald zwang Linksverteidiger Andre Vogt Heimkeeper Dennis Müller zu einer Parade (43.). Hinter den anschließenden Eckball brachte Patrick Schaaf nicht genügend Druck. Die Ausgangslage vor dem Endspiel zwischen Hauenstein und Bahlingen gestaltet sich nun so: Wenn Hauenstein und Bahlingen sich torlos trennen, dann ist Hauenstein aufgrund des Auswärtstores Regionalligist. Auch bei jedem anderen Remis, da Hauenstein dann die meisten Tore erzielt hätte. Bahlingen benötigt also einen Sieg, Hauenstein reicht jedes Unentschieden.

Die Statistik:

Bahlingen: Müller - Gleichauf, Klein, Adam, Bührer - Wiesler - Schlegel, Häringer - Fiand (70. Fellanxa), Sautner (79. Vollmer), Schleusener (88. Lerandy). Lehnerz: Bayar - Breunung, Kress, Bartel, Vogt - Schaaf - Odenwald (70. Wollny), Tusha, Scholz (58. Sarvan), Lesser (65. Jordan) - Mistretta. Schiedsrichter: Timo Klein (TuS Wiebelskirchen). Zuschauer: 4250. Tore: - Gelb-Rote Karte: Michael Schlegel (82., Bahlingen).