DFB-Pokal? „Dieses Highlight wollen wir erreichen“

22.12.2023

Im zwölften Jahr ist Patrick Schaaf bereits der Kopf des TSV Lehnerz und nun der SG Barockstadt. Der 34-jährige Kapitän lässt die erste Saisonhälfte noch einmal Revue passieren.

Wie würden Sie die Saison bislang analysieren?

Wir spielen eine klasse Saison, besser als letztes Jahr. Vergangene Spielzeit hatten wir zwar zum jetzigen Zeitpunkt auch nur drei oder vier Punkte weniger, aber trotzdem ist die Entwicklung deutlich spürbar. Letzte Saison hatten wir auch mal ein bisschen Glück, haben von hinten heraus gekontert. Dieses Jahr haben wir sogar noch viele Punkte liegen lassen und wir könnten noch weiter oben stehen. Von der ganzen Spielanlage her ist das alles viel reifer geworden.

Haben Sie jemals erlebt, dass beinahe alle Neuzugänge so einschlagen, wie das dieses Jahr bei der SG Barockstadt der Fall ist?

Vom menschlichen her hat das eigentlich immer gepasst. Als Mannschaft haben wir immer schnell zusammengefunden. Jeder weiß, was er zu tun und was er zu lassen hat. Dafür sorgt der Kern, der schon jahrelang zusammenspielt. Was anders ist, ist die fußballerische Qualität. Dass sich so viele Neue auf einmal durchsetzen, ist tatsächlich außergewöhnlich.

SG Barockstadt: Patrick Schaaf ruft Platz fünf als Ziel aus

Dadurch, dass es durchaus fünf Absteiger geben könnte, weiß niemand den aktuellen Stand so richtig einzuordnen. Wo geht der Blick hin?

Letztes Jahr war bei drei Absteigern das Ziel, dass wir so schnell wie möglich 40 Punkten einfahren. Die werden dieses Jahr aber nicht reichen. Vielleicht benötigt man sogar 44, 45 Punkte. Wenn wir so spielen wie zuletzt in Homburg und zu Hause stabil bleiben, dann brauchen wir uns keine Gedanken machen. Aber man weiß auch – dass je enger es wird – auch mal schnell der Kopf dazu kommt.

Wer war der bislang stärkste Gegner?

Die Stuttgarter Kickers. Die stehen zu Recht da oben. Das ist keine spielerisch bärenstarke Truppe, aber sie spielen sehr abgeklärten Fußball. Beim 4:1 in Mainz haben sie vier Standardtore erzielt und stehen hinten extrem stabil.

Lassen Sie uns mal auf den Hessenpokal schauen. Noch nie waren die Chancen so groß, dass sich erstmals seit 1993 wieder eine Fuldaer Mannschaft für den DFB-Pokal zu qualifizieren kann.

Es steht kein Hesse in der Tabelle vor uns, wir haben gegen jeden schon gewonnen und es gibt kein höherklassiges Team, dass diesmal dabei ist. Aber es sind auch Pokalspiele. Da muss man aufpassen. Aber ja: Dieses Mega-Highlight wollen wir erreichen. DFB-Pokal zu spielen, ist ein Ziel.

Macht es die Vorbereitung leichter, dass im neuen Jahr zum Auftakt zwei Heimspiele gegen Freiberg und Kickers Offenbach am Plan stehen?

Gerade in Fulda ist die Winter-Vorbereitung oft auch ein bisschen eklig. Da muss man auch mal zwei Wochen Schnee schieben. Wenn du dann weißt, dass du so zwei Spiele zum Start vor dir hast, dann motiviert einen das schon noch mal zusätzlich.

Wie nehmen Sie als Spielführer die Entwicklung der Zuschauerzahlen wahr?

Ich glaube, dass die Entwicklung nicht verkehrt ist. Da hat sich schon einiges getan. Wir haben einen Kern, sodass du eigentlich immer eine vierstellige Zuschauerzahl hast. Aber es könnte noch mehr gehen. Wenn wir mal in den Bereich von 2000, 2500 Zuschauer kämen, die einen festen Stamm bilden, dann wäre das top. Das könnte in den Derbys in der Rückrunde passieren.

Wer hat in der Mannschaft aus Ihrer Sicht die größten Schritte nach vorne gemacht?

In den letzten eineinhalb Jahren hat Aaron Frey die größte Entwicklung genommen. Er bringt jedes Spiel seine Leistung und übernimmt Verantwortung innerhalb der Mannschaft. Eric Ganime macht noch Fehler, spielt aber auch oft überragend. Vom Potenzial her ist Milian Habermehl die große Überraschung. Er wurde ins kalte Wasser geworfen und macht das souverän. Milian ist flexibel einsetzbar, noch sehr jung. Er ist der Senkrechtstarter der Saison. Auch Moritz Dittmann ist eine prima Verstärkung und hat eine super Entwicklung genommen.

Mit der Bitte um eine konkrete Platzierung: Wo landet die Barockstadt am Ende?

Es könnte noch einen Platz nach oben gehen. Deshalb sage ich, dass wir am Ende Fünfter werden.