Die Erwartungen übertroffen

Steven von der Burg hat in Lehnerz eingeschlagen

15.02.2017

Groß war die Sorge des TSV Lehnerz im Sommer, dass die Lücke, die Torjäger Dominik Rummel mit seinem Wechsel zu Ligakonkurrent Borussia Fulda gerissen hat, nicht geschlossen werden könne. Dass von Rummel ein halbes Jahr später kaum jemand mehr spricht, darf sich Neuzugang Steven von der Burg auf die Fahne schreiben lassen. Mit 19 Treffern (elf davon in der Liga) in 23 Pflichtspielen hat der Angreifer, der von Südwest-Regionalligist Kickers Offenbach an die Richard-Müller-Straße gewechselt ist, die Erwartungen gar übertroffen.

"Ich bin sehr zufrieden, weil es mir wieder großen Spaß macht. Dieser ist mir in Offenbach ein wenig verloren gegangen", sagt von der Burg, der bei den Kickers nicht über die Reservistenrolle hinaus kaum, in Lehnerz hingegen gar nicht mehr wegzudenken ist. "Das Wichtigste ist für mich, dass ich regelmäßig auf dem Rasen stehe. Mit 22 Jahren bin ich zu jung, um auf der Bank zu versauern. Daher gibt es für mich derzeit keinen Grund zu klagen", freut sich der Angreifer. Ärgerlich sei allerdings, "dass wir in der Schlussphase des vergangenen Jahres einige Punkte liegen gelassen haben, die wir nicht hätten herschenken dürfen. Nach der Verletzung von Patrick Schaaf (Kreuzbandriss, Anm. d. Red.) sind wir in ein Tief geraten. Da war die Luft dann einfach raus", berichtet von der Burg, der sich umso mehr freut, dass sich die Mannschaft nach der langen Winterpause wieder gefangen hat. Das zeigen auch die jüngsten Testspielergebnisse, in denen unter anderem die U 23 der Würzburger Kickers (4:3) oder Hessen Kassel (4:2) bezwungen werden konnten. "Wir haben neue Kraft geschöpft und alle wieder Spaß am Fußball. Jetzt wollen wir den Schwung in die Restrunde mitnehmen", betont der 22-Jährige. Nach den Plätzen vier, zwei und drei in den Vorjahren soll jetzt zumindest eine Platzierung unter den ersten fünf herausspringen. Derzeit rangiert der TSV Lehnerz auf dem achten Platz. "Das sollte unser Anspruch sein und ich bin guter Dinge, dass uns das gelingen wird", glaubt von der Burg. Gut möglich, dass der Ex-Offenbacher beim Restrundenauftakt in zwei Wochen in Vellmar einen Sturmpartner an die Seite gestellt bekommt. Während die Elf von Trainer Marco Lohsse in der Hinrunde zumeist ein 4-2-3-1-System bevorzugte, testete der Hessenligist in der Vorbereitung unter anderem die 4-1-3-2-Formation mit Marcel Trägler als Sturmpartner von der Burgs. "Beide Systeme haben bislang sehr gut geklappt und bringen jeweils Vor- und Nachteile mit sich. Daher bin ich diesbezüglich ganz entspannt - so lange ich spiele", sagt von der Burg mit einem Augenzwinkern. Entscheidend sei für ihn vielmehr die Tatsache, dass Alexander Reith auf dem Feld stehe. "Er hat ein gutes Passspiel und ein super Auge. Dazu weiß Alex, in welchen Räumen ich mich gerne bewege. Wir harmonieren sehr gut zusammen", verdeutlicht von der Burg, der in Lehnerz sein Glück gefunden hat und derzeit keinerlei Abschiedsgedanken hegt - schließlich habe er noch Vertrag bis Sommer 2018. Freuen dürfte das vor allem die Verantwortlichen des TSV Lehnerz.