Denn der 22-Jährige erzielte zwei Treffer gegen den Verein, aus dessen Jugend er stammt, und schoss seinen Heimatverein somit zum so wichtigen zweiten Saisonsieg. „Das war eine kämpferisch geile Leistung“, frohlockt Muth, der in jener Begegnung auf einige ganz bekannte Gesichter traf. Denn Muth ist neben seiner aktiven Spielerkarriere auch noch als A-Junioren-Trainer bei der JSG Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach tätig. Und da Nüsttal im Senioren-Bereich derzeit große Personalprobleme hat, mussten einige seiner Schützlinge gegen den eigenen Trainer antreten. Und der zeigte seinen Spielern wie es geht, als er bei beiden Treffer nach Standardsituation mit dem Kopf zur Stelle war. Dabei würde Muth bei ruhenden Bällen teils von drei Spielern bewacht. „Ich musste meinen Jungs ja zeigen, was ich von ihnen sehen will“, flachst Muth, der die Lebensversicherung seines Vereins ist. So erzielte der gebürtige Wiesener neun der zehn Saisontore. Lediglich das erste Spiel verpasste Muth, als Wiesen dem TSV Poppenhausen mit 1:7 unterlag. Seitdem war er für alle Tore seiner Mannschaft zuständig. Entsprechend stellen sich die Gegner auf ihn ein. „Ich bekomme jede Woche einen Manndecker, der mich wenn nötig bis zur Toilette verfolgt“, nimmt Muth es mit Humor. Am Toreschießen hindert es den „klassischen Strafraumstürmer“, wie er seine Spielweise selbst betitelt, aber keineswegs. „Technisch muss ich noch zulegen. Aber ich gehe eben dorthin, wo es wehtut und probiere die Treffer regelrecht zu erzwingen“, berichtet der Jugend-Trainer. Dabei verpasste Muth wegen zwei Operationen am Bauch weite Teile der Vorbereitung. „Dafür bin ich inzwischen wieder auf einem ordentlich Niveau“, freut sich Muth, der sich wünscht, dass er mit Wiesen eine sorgenfreie Saison erleben darf. „Wir müssen noch einen Zahn zulegen, sonst könnten wir bis zum Schluss zittern müssen. Das wollen wir vermeiden“, untermauert Muth, der seit Sommer von Steffen Vogt trainiert wird. Der Ex-Hünfelder gilt als ein eher ruhiger Vertreter. „Steffen macht sehr gutes Training, ist im Umgang mit den Spielern stets sachlich. Für die Emotionen vor dem Spiel bin dann ich zuständig“, sagt Muth. Davon können auch seine Jugendspieler der JSG Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach ein Lied singen, die ihm spätestens seit diesem Wochenende noch mehr Gehör schenken dürften.