„Ich musste jetzt die Reißleine ziehen, dass einige im Verein wach werden“, wird Üstün deutlich, der sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hat. „Türkgücü Kassel liegt mir am Herzen. Ich bin dort in den Alten Herren und als Schiedsrichter aktiv.“ Zudem war der 50-Jährige mit einer zwischenzeitlichen Unterbrechung neun Jahre als Trainer tätig und für den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte zuständig – den Aufstieg in die Verbandsliga vor zwei Jahren. Jetzt aber das unschöne Ende. Der Coach habe bereits frühzeitig Signale an den Vorstand gesendet, aktiv zu werden. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft, der es an Erfahrung fehlt. Wir haben es mehrfach verpasst, uns punktuell mit erfahrenen Akteuren zu verstärken“, betont Üstün. Die Gründe sind finanzieller Natur, da es der Verein verpasst habe, Sponsoren für sich zu gewinnen. Das Ziel Klassenerhalt ist daher in weite Ferne gerückt. Der Verbandsligist befindet sich mit acht Punkten auf einem direkten Abstiegsplatz. Sogar zwei Zwei-Tore-Führungen haben in den jüngsten Spielen nicht für einen Sieg gereicht. „Wir wurden in keinem Spiel an die Wand gespielt. Uns hat einfach die Cleverness und Erfahrung gefehlt.“ Zudem merkt der Kassler an, dass für Spieler und Verantwortliche Verpflichtungen einhergehen, denen in letzter Zeit nicht mehr nachgekommen wurden. Näher eingehen wollte Üstün darauf nicht. Über sein Ausscheiden als Trainer hat der 50-Jährige den Vorstand frühzeitig informiert, dass dieser einen Nachfolger finden kann. Eigentlich hätte Üstün noch bis zur Winterpause gecoacht, da diese mit dem Beschluss des Hessischen Fußball-Verbands bereits jetzt beginnt, hat er gestern Abend sein Amt als Trainer niedergelegt. „Wir sind im Guten auseinandergegangen. Jetzt ist aber Zeit für einen neuen Trainer.“