Mit Dominik Rummel, Jemal Kassa und Tolga Duran spielen gleich drei Gießener gegen ihren Ex-Verein. Die größten Spuren hat Rummel hinterlassen, doch das Ende lief mit seiner Vertragsauflösung im November vergangenen Jahres unschön ab. Darf es der Mittelstürmer seinen alten Kollegen nun also zeigen? Es bleibt abzuwarten, denn im ersten Spiel beim Bahlinger SC (1:0) wurde Rummel nur in den letzten fünf Minuten eingewechselt . Eine Folge des neuen Konkurrenzkampfes – Sturmkollege und Neuzugang Younes Ebnoutalib, der zuvor in Italien sein Geld verdiente, war zuvor im Spiel der entscheidende Treffer geglückt.
Regionalliga Südwest: SG Barockstadt im Duell mit Ex-Spielern
„Der Fokus in der Kaderplanung lag darauf, die Spieler aus der Vorsaison zu halten – trotzdem wollten wir auf jeder Position Breite schaffen“, erklärt Hessenliga-Meistertrainer Daniyel Cimen, der sich deshalb auch beim letztjährigen Ligakonkurrenten Hünfelder SV bediente und Jemal Kassa verpflichtete. Der Offensivkünstler fehlte beim Auftakt aufgrund einer Zerrung, dürfte aber in den Kader zurückkehren. Duran, der in der Hessenliga-Meistersaison der SG Barockstadt noch die Fäden zog, den Durchbruch in der Regionalliga aber nicht schaffte, stand am ersten Spieltag in der Startelf.
„Wir haben ein gutes Teamgefüge und glauben an das Potenzial in der Mannschaft“, betont Cimen, der nach dem Dreier zum Start im ersten Heimspiel der Saison nachlegen möchte. Die SGB und viele Spieler kennt er bestens, obwohl das letzte Pflichtspiel zwischen beiden Vereinen fast sechs Jahre zurückliegt. Schon damals standen Cimen und Sedat Gören an der Seitenlinie – die lange Laufzeit ihrer beiden Trainer ist aber nicht die einzige Parallele zwischen beiden Vereinen. Wie die SG Barockstadt entstand der FC Gießen 2018 durch einen Zusammenschluss – von Teutonia Watzenborn-Steinberg und dem VfB Gießen. Es folgten drei Jahre in der Regionalliga, aber auch eine gewaltige finanzielle Schieflage der Gießener, die nach zwei Jahren der Konsolidierung und sportlicher Zugehörigkeit in der Hessenliga nun zurück in der vierthöchsten Spielklasse sind.
Deshalb möchte Cimen seinen Verein trotz aller Parallelen ungern mit dem kommenden Gegner vergleichen. „Die Entwicklung dort ist sehr positiv und ich habe riesigen Respekt davor, was Barockstadt auf die Beine gestellt hat. Aber ich habe von einem Gesamtetat von 1,5 Millionen gelesen, da sind wir meilenweit von entfernt“, erklärt der 39-Jährige, der auf Amateurstrukturen wie Training am Abend und arbeitende Spieler zurückgreifen muss. Noch immer dabei ist Ex-Eintracht-Profi Michael Fink, der mit 42 Jahren der älteste Spieler der Liga ist. „Er hat einen enormen Ehrgeiz, den ich selten so gesehen habe und immer noch das Standing, den Jungs Sicherheit zu geben.“
Aber nicht nur auf Gießener Seite gibt es frühere Fuldaer – auch für einige Barockstädter dürfte sich das Duell wie ein Klassentreffen anfühlen. Neuzugang Tim Korzuschek, Matheus Beal und Nico Rinderknecht arbeiteten allesamt schon unter Cimen beim FCG. Korzuschek stand beim Saisonauftakt gegen Villingen (1:1) in der Startelf, Beal wurde spät eingewechselt, Rinderknecht fehlte im Kader – und es gibt Gerüchte, dass der gebürtige Gießener in seine Heimatstadt zurückkehren könnte. Am Mittwoch hat der Mittelfeldspieler seinen Vertrag bei Barockstadt aufgelöst – es scheint zumindest möglich, dass Rinderknecht bald wieder unter Cimen in Gießen aufläuft.