Bereits zum Ende der abgelaufenen Saison verkündete Röhm gegenüber seinen Teamkollegen, dass im Sommer mit dem Fußball Schluss sei und er nur noch im Notfall zur Verfügung stehen würde. "Das war eigentlich der Plan. Allerdings haben die Kollegen damals schon versucht, mich umzustimmen. 'Jetzt darfst du noch nicht aufhören. Wir haben diese Saison eine super Mannschaft, da kannst du dich als Meister verabschieden', war immer wieder zu hören", berichtet Röhm. Sein Ja-Wort für die neue Spielzeit gab der Routinier aber erst drei Tage vor dem Saisonstart gegen Schlitzerland, als er sich mit Trainer Romeo Andrijasevic auf einen Kaffee getroffen hatte und binnen weniger Minuten überzeugt werden konnte. Eine Entscheidung, die Röhm bis heute nicht bereuen sollte. "Romeo gibt mir die Freiheiten, die ich brauche. Über 90 Minuten Vollgas geht mit meinem Körper eben nicht mehr. Ich muss mir meine Kraft einteilen, auch weil ich im Sommer nur ein Training in der Vorbereitung besucht hatte. Da ist die Kreisoberliga schon genau die richtige Liga mit den fliegenden Wechseln", sagt Röhm flachsend. Eine Begünstigung, auf die der 35-Jährige im Sommer wohl verzichten muss. Denn FT führt die Kreisoberliga Mitte mit 18 Punkten Vorsprung an und hat abgesehen von zwei Unentschieden in dieser Spielzeit alle anderen 16 Partien gewonnen. Zwar kann Schlitzerland theoretisch mit drei Siegen in den Nachholspielen noch auf neun Punkte verkürzen, allerdings entschieden die Turner den direkten Vergleich für sich. Da die Andrijasevic-Elf nur noch zwölf Partien zu absolvieren hat, dürfte der Aufstieg in die Gruppenliga nur noch Formsache sein. "Das soll nicht überheblich klingen: Aber so wie die Mannschaft derzeit spielt, kann ich mir nicht vorstellen, dass wir drei Spiele in dieser Saison verlieren. Unsere Abwehr steht wie eine Eins und hat selbst gegen Schlitzerland vor gut zwei Wochen nur zwei Torchancen zugelassen. Wir spielen die Partien ganz souverän herunter und haben einen breiten Kader, der Ausfälle super kompensieren kann", lobt Röhm, dessen Ankündigung fast wie eine Drohung klingt. "Erfahrungsgemäß kommen wir nach der Rückrunde erst richtig in Fahrt. Trotzdem sind wir gewarnt, Elters/Eckweisbach/Schwarzbach hat in der vergangenen Saison einen ähnlichen Vorsprung fast noch verspielt." Für Röhm dürfte das auf jeden Fall gelten, schließlich hat sich der Angreifer vorgenommen, die Vorbereitung dieses Mal zu absolvieren. "Im Sommer habe ich die fehlenden Einheiten schon gemerkt, die Grundlagen haben mir einfach gefehlt. Das soll in der Wintervorbereitung anders werden, auch wenn man es im Alter eben ruhiger angehen lässt", sagt Röhm augenzwinkernd, der sich wünscht, im Sommer mit FT Fulda einen zweiten Aufstieg zu feiern. Beim Aufstieg in die Kreisoberliga im Jahr 2014 kickte der Ex-Künzeller bereits für den Fuldaer Stadtverein. "Die Gruppenliga wäre aber eine Liga zu hoch für mich, das machen die Knochen dann wohl nicht mehr mit", mutmaßt Röhm, der FT aber im Fall der Fälle weiter als Stand-by-Spieler zur Verfügung stehen würde. Ein Szenario, das es schon einmal gegeben hat. Dieses Mal dürfte Andrijasevic für den erneuten Rücktritt vom Rücktritt dann aber wohl mindestens zwei Tassen Kaffee benötigen.