Nach elf Spieltagen könnte die sportliche Situation der Buchonen kaum besser sein: Zehn Siegen steht lediglich eine Niederlage gegen Tabellenführer Niederzell am zweiten Spieltag gegenüber (Gies: „Das Spiel kam vielleicht zu früh“). Zuletzt wurden die Spitzenspiele gegen Gundhelm/Hutten und Distelrasen erfolgreich bestritten. Die Stimmung im Königreich ist wieder bestens. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass wir mit dieser Mannschaft oben mitspielen können. Aber dass wir so gut sind, überrascht mich schon ein wenig“, gibt Trainer Sascha Gies zu. Angeführt von erfahrenen Spielern wie Sebastian Pfeiffer oder Philipp Mötzung konnten Fliedens Nachwuchstalente in den vergangenen Wochen reifen und sich zu einem ernsthaften Titelkandidaten in der A-Liga Schlüchtern entwickeln. Gies ist vor allem froh, dass sich die Überzeugungsarbeit der vergangenen Monate gelohnt hat: „Wir waren wirklich kurz davor, die zweite Mannschaft abzumelden. Unser Glück war, dass einige aus der Mannschaft aus dem letzten Jahr gesagt haben, dass sie weitermachen und mehrere Spieler aus der A-Jugend überzeugt werden konnten. Für diese Spieler war es auch eine schwierige Situation, da ungewiss war, ob alles funktioniert. Für sie freut es mich jetzt am meisten.“ Für den einstigen Torjäger der Buchonia steht dabei außer Frage, dass eine Reserve in Flieden nötig ist. Spielpraxis für die Hessenliga-Spieler aus der zweiten Reihe sowie eine Perspektive für den eigenen Nachwuchs seien ungemein wichtig. Aus diesen Gründen hatte sich der 38-Jährige, der zuvor die A-Junioren trainiert hatte, in der letztjährigen Rückrunde bereits interimsweise der schwierigen Aufgabe angenommen. Bereuen musste Gies seine Entscheidung bislang noch nicht. „Trotz unseres kleinen Kaders läuft es wirklich super. Wir bekommen die Unterstützung aus der ersten Mannschaft, ohne die alles auch noch gar nicht möglich wäre. Und die Jungs selbst ziehen richtig gut mit. Alle sind mit Spaß dabei, kommen ins Training und man merkt einfach, dass wieder etwas zusammenwächst.“ Und so sei es auch gar nicht nötig, dass Gies weiter selbst mit auf dem Feld steht: „Es war angedacht, dass ich Spielertrainer bin, aber mit meinen 38 Jahren muss ich niemandem von meinen jungen Spielern mehr einen Platz wegnehmen. Ich habe vollstes Vertrauen in meine Mannschaft und will nur dann spielen, wenn wirklich Not am Mann ist.“