Fröhlich: Der zweite Tabellenplatz ist nahezu eine Sensation

Der neue Gläserzeller Coach im Interview

07.10.2014

Nach 18 Monaten Pause kehrte Stephan Fröhlich vor knapp drei Wochen bei Frauen-Hessenligist SV Gläserzell zurück auf die Trainerbank. Der Start des 35-Jährigen verlief nahezu perfekt, die Fröhlich-Elf holte aus zwei Spielen sechs Punkte bei 4:0-Toren. Wir haben uns mit dem neuen Coach unterhalten.

Wie sehr haben Sie es in den letzten 18 Monaten eigentlich vermisst auf dem Trainingsplatz zu stehen?

Klar hat es irgendwo gefehlt. Es macht mir auf jeden Fall wieder einen Riesenspaß und ich denke, ich bringe das auch meinen Spielerinnen herüber.

Mit sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen haben Sie einen überragenden Start hingelegt…

Der Start lief natürlich hervorragend. Wir wussten ehrlich gesagt nicht so richtig, wo wir stehen. Hinzu kommt, dass vier Spielerinnen aus der letztjährigen Regionalligamannschaft ihre Karriere beendet haben und wir derzeit neun verletzte Akteurinnen haben. Daher gleicht der zweite Tabellenplatz mit unserem aktuellen Kader nahezu einer Sensation. Dennoch kann ich den derzeitigen Hype um meine Person nicht nachvollziehen. Ich bin während meiner Pause demütiger geworden und weiß, dass ich alleine weder ein Tor schießen, noch eines verhindern kann. Das Team ist derzeit sehr stark.

Sie sprechen die personelle Situation Ihrer Mannschaft an. Ist damit zu rechnen, dass Sie in naher Zukunft wieder auf die eine oder andere verletzte Spielerin zurückgreifen können?

Melina Stock und Maren Kress werden derzeit wieder langsam an das Team herangeführt und haben bereits auch wieder für uns gespielt. Mit ihnen gewinnen wir wieder auf Anhieb an Qualität. Bei Michelle Beck, Valerie Roth, Jacqueline Schubert und Sophia Renz wird die Genesung noch ein wenig dauern, da sie allesamt Bänderverletzungen hatten. Da die Hinrunde bereits am 8. November endet, gehe ich davon aus, dass sie uns erst wieder in der Rückrunde zur Verfügung stehen werden.

In Ihren ersten beiden Spielen als Gläserzell-Trainer blieb das Team jeweils ohne Gegentreffer. Ist eine stabile Defensive ein wichtiger Faktor in Ihrer Philosophie?

Auf jeden Fall. Die Grundlage für eine erfolgreiche Saison ist immer eine gute Defensivarbeit. Darauf habe ich auch schon zu meiner Zeit als B-Juniorinnen-Trainer von Gläserzell großen Wert gelegt und damit bin ich bislang gut gefahren.

Was bei Gläserzell in dieser Saison auffällt, ist vor allem die Flexibilität in der Offensive. Nach sechs Spielen hat der SVG bereits acht verschiedene Torschützinnen vorzuweisen. Ist das für Sie als Trainer Fluch oder Segen?

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mir keine Stürmerin wünsche, die in der Saison 30 Tore schießt. Aber ich glaube, wir sind durch unsere Flexibilität schwerer auszurechnen. Die Mannschaft leistet derzeit außergewöhnliches.

Aktuell rangiert Ihre Mannschaft auf dem zweiten Tabellenplatz. Ist der Wiederaufstieg eigentlich ein Thema für Sie?

Als Trainer möchte ich jedes Spiel gewinnen – und wenn uns das gelingt, dann stehen wir zwangsläufig ganz oben in der Tabelle. Wir werden aber auf die junge Mannschaft keinen unnötigen Druck aufbauen. Wir schauen von Spiel zu Spiel und dann werden wir sehen, was letztlich dabei herauskommt.