Ginsheim dank Finger an der Spitze

Verbandsliga Süd: Oberrad und Geinsheim abgestiegen

14.05.2017

Der VfB Ginsheim hat mit dem 1:0-Sieg bei der Spvgg. 05 Oberrad die alleinige Tabellenführung in der Verbandsliga Süd übernommen. Die Mannschaft von Trainer Artur Lemm profitierte vom 2:2 der Spvgg. 03 Neu-Isenburg gegen den TSV Vatanspor Bad Homburg. Am Tabellenende sind zwei weitere Entscheidungen gefallen. Der SV 07 Geinsheim und die Spvgg. 05 Oberrad stehen als Absteiger Nummer zwei und drei fest.

Türk Gücü Friedberg – VfR Fehlheim 5:3 (4:0)

"Wir waren in den ersten 65 Minuten sehr dominant und eiskalt vor dem Tor. Nach dem 5:0 haben wir das Spielen eingestellt. Die letzten 25 Minuten haben mir nicht gefallen", so Türk Gücü-Trainer Mustafa Fil, der "mit der Rückrunde im Großen und Ganzen zufrieden" ist. Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Die Gastgeber waren Fehlheim gerade in der ersten Hälfte überlegen und Masse Bell Bell wurde mit seinen drei Treffern zum Mann des Spiels. Nach knapp zehn Minuten zielte er mit einem Kopfball noch etwas zu hoch, machte es aber in der 18. Spielminute besser. Sein Schuss aus 20 Metern wurde noch unhaltbar für Marcel Jährling zur Friedberger Führung abgefälscht. Nur eine Minute später erhöhte Emre Kadimli auf Zuspiel von Alit Usic. In der 40. Minute läutete erneut Bell Bell die ereignisreiche Schlussphase der ersten Hälfte ein. Nach erneuter Vorarbeit von Usic markierte er seinen zweiten Treffer des Tages. Und der dritte sollte noch vor dem Pausenpfiff folgen. Doch zunächst verschoss Baris Özdemir einen an ihm verursachten Elfmeter. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte staubte Bell Bell nach einem Schuss von Florian Decise ab. Nach der Halbzeit machten die Gastgeber zunächst da weiter, wo sie davor aufgehört hatten und eine Viertelstunde nach Wiederbeginn machte Özdemir nun auch sein Tor. Nachdem ein Freistoß zunächst von der Mauer geblockt wurde, hämmerte er den Nachschuss aus 18 Metern in die Maschen. Doch mit dem 5:0 kam ein Bruch in das Spiel der Friedberger und die bis dahin chancenlosen Fehlheimer kamen nun auch zu Möglichkeiten. Zunächst scheiterte Christoph Geiss mit einem guten Versuch am stark parierenden Heimkeeper Kamber Koc. Zehn Minuten vor dem Ende gelang Dominik Melzer dann der erste Treffer der Gäste. Sieben Zeigerumdrehungen später verkürzte Geiss auf 2:5. Der Schlusspunkt fiel dann etwas umstritten, da Schiedsrichter Mirko Radl den Treffer von Andreas Wolfenstetter zunächst aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung zurückgepfiffen hatte, nach Absprache mit seinem Assistenten dann aber doch auf Tor entschied. Schiedsrichter: Mirko Radl (Olympia Biebesheim). Zuschauer: 100. Tore: 1:0 Masse Bell Bell (18.), 2:0 Emre Kadimli (19.), 3:0, 4:0 Masse Bell Bell (40., 45.+2), 5:0 Baris Özdemir (59.), 5:1 Dominik Melzer (80.), 5:2 Christoph Geiss (87.), 5:3 Andreas Wolfenstetter (90.). Besonderes Vorkommnis: Baris Özdemir (Friedberg scheitert mit Foulelfmeter an Marcel Jährling (45. +1).

Spvgg. 05 Oberrad – VfB Ginsheim 0:1 (0:1)

Jörg Finger markierte auf dem Kunstrasenplatz an der Beckerwiese den goldenen Treffer des Nachmittages mit einem Freistoß aus 35 Metern. Damit katapultierte der VfB-Kapitän die Ginsheimer an die alleinige Tabellenspitze. Mit zwei Punkten Vorsprung auf Neu-Isenburg hat die Truppe von Trainer Artur Lemm den erstmaligen Aufstieg in die Hessenliga nun selbst in der Hand. Des einen Freud war gleichzeitig des anderen Leid. Nach der 0:1-Niederlage der Oberräder ist der freie Fall der 05er von der Hessenliga in die Gruppenliga Frankfurt West amtlich. "Wir können den Jungs heute keinen Vorwurf machen, denn sie haben alles raus gehauen und ordentlich gespielt. Wir haben druckvoll angefangen und uns Chancen erarbeitet. Das Selbstvertrauen und das Quäntchen Glück haben uns aber an einigen Stellen gefehlt", analysierte Oberrads Sportlicher Leiter Mario Di Falco. Auch Spielertrainer Baldo Di Gregorio zeigte sich trotz des nun feststehenden Abstiegs mit der Leistung einverstanden: "Die Truppe hat hervorragend gespielt. Mit etwas mehr Selbstvertrauen hätten wir ein besseres Ergebnis erzielen können. Ginsheim hatte gute Konterchancen, aber ich habe keinen großen Leistungsunterschied gesehen". Dem Ex-Profi ist vor dem Gang in die Gruppenliga nicht bange: "15 bis 16 Spieler bleiben. Wir wollen nächste Saison eine gute Rolle spielen". Beim VfB Ginsheim sprach Trainer Artur Lemm von einem "kampfbetontem Spiel. Es wurde um jeden Zentimeter gefighted. Wir konnten unser Aufbauspiel nicht wie gewohnt aufziehen. Oberrad war einen Tick galliger, erst nach 20 Minuten hatten wir einen besseren Zugriff". Ärgerlich aus Sicht der Gäste war das abgepfiffene Tor von Jörg Finger, welches das 2:0 bedeutet hätte. Oberrads Torhüter Duje Dragun soll die Hände unter dem Ball gehabt haben, als Finger den Ball im Nachschuss einschob. "Der Schiedsrichter hat das Tor erst gegeben, dann hat der Linienrichter gewunken und das Tor wurde zurückgenommen", schilderte Lemm die umstrittene Szene. Oberrad hielt die Partie bis zum Ende offen, versuchte es aber vermehrt mit langen Bällen. David Halla hatte für Ginsheim noch eine Konterchance, der künftige Bensheimer scheiterte aber im Duell mit Torhüter Dragun. "Spielerisch bin ich nicht zufrieden, die Mentalität hat aber gestimmt. Der Sieg gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Oberräder war verdient. Jetzt wollen wir auch als Meister durchgehen", lautete das Schlusswort vom Trainer des Tabellenführers. Schiedsrichter: Christian Stübing (Gründau). Zuschauer: 135. Tor: 0:1 Jörg Finger (34.).

Germania Großkrotzenburg – FC Kalbach 0:3 (0:1)

Kalbach landete den so dringend benötigten Pflichtsieg beim abgeschlagenen Schlusslicht Großkrotzenburg. Durch den Dreier im Main-Kinzig-Kreis können die Nordfrankfurter in Sachen Klassenerhalt wieder ein gehöriges Wort mitsprechen. "Der Sieg kam für uns nach der Dürre zum richtigen Zeitpunkt. Jeder ist für jeden gelaufen. Wir haben eine Zeit lang gebraucht, bis wir in die Gänge gekommen sind. Denn Großkrotzenburg hat uns trotz bescheidener Mittel das leben schwer gemacht", fasste Kalbachs Co-Trainer Carmine Iannone zusammen. Durch den strömenden Regen im Oberwaldstadion waren die Bedingungen alles andere als optimal. Trotzdem brachte Torjäger Florian Kister nach einem Querpass von Erik Wille die Gäste aus dem Frankfurter Norden mit 1:0 in Führung. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Christopher Stein per Kopfball auf 2:0. Über die rechte Seite hatte sich Deniz Pekgüzelyigit durchgesetzt. Stjepan Jurisic flankte in die Mitte, wo Kister die Kugel per Kopf zu Stein verlängerte. Für die endgültige Entscheidung sorgte eine feine Kombination zwischen Stein, Kister und Kadir Fil, die der ehemalige Rot-Weiss-Spieler zum 3:0-Endstand abschloss. Somit kann Kalbach wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Ein Sonderlob von Iannone erhielt der schon in der neunten Spielminute für Philipp Groda eingewechselte Debütant aus der Zweiten Mannschaft Luca-Jerome Labonte: "Er hat einen abgeklärten Eindruck hinterlassen". Schiedsrichter: Jeffrey Euchler (Schlüchtern). Zuschauer: 80. Tore: 0:1 Florian Kister (29.), 0:2 Christopher Stein (52.), 0:3 Kadir Fil (75.).

SG Bruchköbel – SV 07 Geinsheim 2:0 (1:0)

"Das war ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt. Mit dem erlösenden 2:0 sind uns drei Felsbrocken von der Brust gefallen. Alles in Allem war es ein hochverdienter Sieg, aber auch eine sehr schwere Geburt", so Bruchköbels Medienbeauftragter Michael Kwasniok nach der Partie. Das Spiel begann perfekt für die Gastgeber. Ricardo Marra hatte sich über rechts durchgesetzt und flnkte in die Mitte, wo Elmir Sekeric den Ball mit dem Kopf auf Enis Muratoglu zurücklegte, der aus fünf Metern ebenfalls per Kopf schon in der dritten Minute zur Führung einnickte. Zuvor hatten die Gäste mit einem verzogenen Schuss schon die Chance, ihrerseits in Front zu gehen. Aufrund eines Gewitters wurde die Partie dann für 20 Minuten unterbrochen. Nach Wiederbeginn hatte in der 26. Minute Kapitän Benjamin Braus die Chance, zu erhöhen, doch Dominik Geissler im Tor der Geinsheimer kratzte den Kopfball aus elf Metern noch aus der Ecke. In der Folge "plätscherte die Partie so ein wenig vor sich hin", so Kwasniok, dessen Team aber die "bessere Spielanlage hatte." Nach dem Seitenwechsel versuchten die Geinsheimer dann , zurück ins Spiel zu finden, doch mehr als Halbchancen durch den heute glücklosen Torjäger Dominik Auer und Armin Matoga sprangen nicht dabei heraus. Auf der Gegenseite scheiterte Muratoglu mit einem Schuss, der aber deutlich den Kasten der Gäste verfehlte. So dauerte es bis in die 87. Minute bis sich Maximilian Walter über die rechte Seite durchsetzten konnte und auch von einem Foulspiel nicht stoppen ließ. Der Schiedsrichter ließ Vorteil laufen und Walter brachte den Ball punktgenau auf Jaouad El Kaddouri, der am zweiten Pfosten nur noch Danke sagen musste. Die endgültige Entscheidung hatte dann Kim Werner auf dem Fuß, doch sein Schlenzer verfehlte sein Ziel knapp. Somit hat die SG Bruchköbel mit fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge bei noch zwei ausstehenden Partien einen wichtigen Sieg eingefahren. "Nächste Woche in Kalbach wollen wir unbedingt punkten, um dann am letzten Spieltag gegen Fehlheim beruhigt aufspielen zu können", möchte Kwasniok den Klassenerhalt vorzeitig perfekt machen. Die Gäste aus Geinsheim stehen nach der Niederlage als Absteiger fest. Schiedsrichter: Sebastian Krieger (SG Ulmbach). Zuschauer: 90. Tore: 1:0 Enis Muratoglu (3.), 2:0 Jaouad El Kaddouri (87.). Besonderes Vorkommnis: Die Partie wurde aufgrund eines Gewitters für 20 Minuten unterbrochen (15.).