Gollin: Sonst kann ich das Feuer in mir nicht entfachen

Petersbergs scheidender Coach vor Trainingsauftakt

26.01.2015

Dreimal ist Rolf Gollin (46) in seiner Trainerkarriere bereits aufgestiegen, dieses Jahr könnte er mit dem RSV Petersberg sein persönliches Quadruple feiern und sich gebührend verabschieden. Die Vorzeichen beim Tabellenvierten der Gruppenliga könnten jedenfalls schlechter stehen: Gewinnt der RSV Petersberg seine Nachholspiele, so steht die Gollin-Elf an der Spitze der Tabelle.

Heute Abend startest du mit deiner Mannschaft in die Vorbereitung auf die Restrunde. Was wirst du deinen Spieler mit auf den Weg geben?

Wir haben bislang eine fantastische Saison gespielt und unser eigentliches Ziel, den Klassenerhalt, schon erreicht. Wenn man aber so lange wie wir ganz oben in der Tabelle steht, dann möchte man dort auch bis zum Schluss bleiben. Wir erstarren vor keinem Gegner in Ehrfurcht und können alles realistisch einordnen. Nach einer Niederlage werden wir ganz sicher nicht einbrechen.

Spielt es eine Rolle, dass du den Verein zum Saisonende verlassen wirst?

Das denke ich nicht. Ich hatte vor vier Jahren in Lehnerz eine ähnliche Situation, dann haben wir die letzten 13 Ligaspiele allesamt gewonnen und sind letztlich knapp in der Aufstiegsrelegation zur Hessenliga gescheitert. Ich bin mir sicher, wir können das auch in Petersberg ganz gut ausblenden.

Was sind die Hintergründe für deinen Rückzug?

Es hat nichts mit meinen Spielern zu tun, ganz im Gegenteil. Die Mannschaft ist fantastisch und mir macht es unglaublich viel Spaß mit ihnen zu arbeiten. Gerade die Trainingsbeteiligung ist hervorragend. Vielmehr denke ich, dass es jetzt einfach der richtige Zeitpunkt ist. Mein Sohn spielt in der C-Jugend des JFV Petersberg und ich möchte wieder mehr Spiele von ihm sehen. Dazu habe ich einen Hund, der viel Auslauf braucht. Außerdem möchte ich mich in Grünberg als Trainer wieder weiterbilden.

Wann wärst du wieder bereit, eine neue Mannschaft zu trainieren?

Wenn es passt. Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht sagen, sondern das Bauchgefühl muss stimmen. Ich übernehme auch gerne schwierige Aufgaben, bin aber kein Trainer, der um Platz fünf bis zwölf spielen möchte. Lehnerz habe ich beispielweise übernommen, als sie auf dem neunten Tabellenplatz standen. Ich habe aber erkannt, dass ich dort etwas bewegen kann und hatte eine Idee, wie ich die vorhandenen Probleme lösen kann. Oberste Priorität hat für mich aber nach wie vor eine gute Trainingsbeteiligung. Dann ist es überhaupt erst möglich, eine Handschrift des Trainers zu erkennen.

Kommt es für dich auch mal infrage, eine Junioren-Mannschaft zu übernehmen? Dein Sohn spielt ja bei den C-Junioren …

Darüber habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht. Die Arbeit mit den Junioren kann sehr viel Freude bereiten und hat auch seinen Reiz. Grundsätzlich fällt mir auf, dass im Jugendbereich oft zu selten im Training unterbrochen wird und den Spielern, keine Lösungsvorschläge an die Hand gegeben werden. Aber auch hier gilt: Die Trainingsbeteiligung muss stimmen, sonst kann ich das Feuer in mir nicht entfachen.

Die Testspiele in der Übersicht:

1. Februar (15 Uhr): SV Flieden - RSV Petersberg 6. Februar (19 Uhr): RSV Petersberg - TSV Lehnerz II 13. Februar (18:30 Uhr): RSV Petersberg - TSV Höchst 20. Februar (19 Uhr): RSV Petersberg - Borussia Fulda 22. Februar (11 Uhr): RSV Petersberg - FV Horas (Kunstrasen Johannisau) 27. Februar (19 Uhr): RSV Petersberg - SG Ulstertal