RSV Petersberg – SG Bad Soden (Samstag, 15.30 Uhr).
Rolf Gollin hat in der vergangenen Saison unter Beweis gestellt, dass er einer der großen Trainer der Region ist und „seinen“ RSV Petersberg noch zum Klassenerhalt geführt, doch mit nur einem externen Neuzugang (Tim Stenger, der ausfällt) scheint der neuerliche Ligaverbleib nicht einfacher: „Im Gegenteil. Alle Aufsteiger sind Hochkaräter, Kaufungen sagt das öffentlich und Johannesberg muss mit dieser Qualität einen einstelligen Tabellenplatz einnehmen“, sagt Gollin, der ungern auf Darmstadt 98 verweist: „Mit dem Verhältnis der Budgets ist das vielleicht vergleichbar mit uns. Und die Darmstädter haben das in der vergangenen Saison ja wunderbar bewiesen, wie es gehen kann – sie hat es sang- und klanglos erwischt.“ Dass auf seine eingespielte Elf zu Beginn die größtenteils neuformierten Sodener, von Gollin als Geheimfavorit ausgerufen, warten werden, will der der 48-Jährige nicht unbedingt als Pluspunkt sehen: „Wir müssen wie in jedem Spiel gut und engagiert arbeiten und dann schauen, was wir dafür bekommen.“ In Bad Soden ist der Trainer neu; Kelvin King hat sich schon bestens in der Kurstadt akklimatisiert und ist auch über die für ihn eigentlich fremde Liga schon eingehend informiert: "Ich habe hier in Osthessen viele befreundete Trainerkollegen wie Marco Lohsse, Meik Voll oder Jörg Meinhardt, dazu kennt auch Wladi (Sodens Sportlicher Leiter Waldimir Römmich, Anm. d. Red.) die Liga sehr gut." Ein Informationsdefizit gibt es hinsichtlich des ersten Spiels dementsprechend nicht: "Petersberg ist eine defensiv- und kampfstarke Mannschaft, die mit Boris Aschenbrücker über einen super Stürmer verfügt und dazu zwei starke Mittelfeldspieler, die das Spiel lenken, in ihren Reihen hat. Von diesen drei Qualitätsspielern lebt die Mannschaft." Fakt sei jedoch, dass der Gegner vor Soden genauso viel Respekt haben werde, wie King selbst vorm Gegner.
TSV Lehnerz II – SC Willingen (Samstag, 17.30 Uhr).
Gleich gegen ein ganz hoch gehandeltes Team muss die Hessenliga-Reserve des TSV ran: „Ich denke, dass Willingen ganz weit vorne landen wird“, glaubt Sedat Gören, denn nicht nur der Lehnerz-Trainer weiß, dass der Vorjahressechste, der erst gegen Ende der Runde abbauen musste, seinen Stammkader im Gros zusammenhalten konnte und zusätzlich mit Stoßstürmer René Huneck (OSC Vellmar) eine echte Verstärkung zurück in die Heimatregion gelockt hat. „Dass es gleich so dick auf uns zukommt, damit müssen wir klarkommen, aber auch wir sind gut gerüstet für den Start“, bekräftigt Gören, der mit einer blutjungen Mannschaft an den Start gehen wird. Externe Neuzugänge waren diesmal rar gesät, insgesamt stehen im Kader vielen Offensiven wenige Defensive gegenüber: „Das ist vielleicht ein kleines Problem, aber ich traue uns auch eine gute Rolle zu.“
Hünfelder SV – SV 07 Eschwege (Sonntag, 15 Uhr).
Torreich wie umkämpft und eng geht es seit jeher zu, wenn die Nullsiebener auf der Rhönkampfbahn aufschlagen – Dominik Weber kann dies nur Recht sein: „So wissen wir sofort, woran wir sind“, sagt der Hünfelder Coach, der auf Eschwege große Stücke hält: „Das ist eine sehr, sehr gut organisierte Mannschaft, die gerade Mannschaften, die Fußball spielen wollen, das Leben schwer machen kann und darüber hinaus in Jan Kaufmann über einen für diese Liga überragenden Offensivspieler verfügt.“ Weber hat derweil die Qual der Wahl, nur Niklas Wahl und Tarek Belaarbi werden fehlen: „Es wird Härtefälle geben, ganz klar. Aber ich habe für jede Entscheidung eine Begründung und werde diese den Spielern auch mitteilen. In solch ein Spiel fließen mehrere Faktoren wie Gegner, Heimspiel und Saisonauftakt ein.“ Daher sei beispielsweise die Erfahrung ein nicht unwichtiger Gesichtspunkt. Bei Gegner Eschwege hat sich in der Sommerpause nicht allzu viel getan, allerdings muss die Spielvereinigung den Abgang von Kapitän Christoph Minne verkraften, der in den vergangenen Jahren Sprachrohr wie Leader der Nullsiebener gewesen war. Verstärkt hat sich Eschwege neben Patryk Nouri (Polen) ausschließlich mit Talenten aus dem niederklassigen Bereich.
SV Adler Weidenhausen – SG Johannesberg (Sonntag, 15 Uhr).
„Respekt, aber große Vorfreude“, heißt es aus dem Lager der SG Johannesberg um Trainer Jochen Maikranz vor dem historisch ersten Auftritt in der Verbandsliga. Der Gruppenliga-Meister hat allerdings einen denkbar ungünstigen Spielplan erwischt, triff in den ersten fünf Spielen auf drei Teams aus den Top fünf der abgelaufenen Serie: „Trotz alledem müssen wir sowieso gegen jedes Team spielen“, sagt Maikranz und weiß um eine weitere Schwierigkeit: „Wir befinden uns nach dem Umbruch mit vielen Neuzugängen noch in der Findungsphase. Wir sind erst einmal permanent auf Rückmeldungen durch die Spiele angewiesen und wollen uns von Spieltag zu Spieltag weiterentwickeln.“ Was aber nicht heißen soll, dass Johannesberg die Waffen schon vorher streckt: „Die Luft ist im Weidenhausener Adlerhorst stets dünn, aber ich hoffe, dass die Mannschaft eine gewisse Portion Entschlossenheit ausstrahlt und zeigt, dass sie sofort bereit ist, in der Verbandsliga voll da zu sein.“ Fehlen werden Alex Reksius, Friedrich Walt und Lukas Wagner aus privaten Gründen, dazu ist Ilker Dapar verletzt. Bei den Gastgebern werden im Vergleich zum 7:2-Hessenpokalerfolg in Untergeis einige Urlauber zurückkehren, auf die Gonnermann-Brüder Sören und Tim muss allerdings nach wie vor verzichtet werden.
TSV Rothwesten – SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).
Fast schon traditionell gab es im Sommer beim SV Neuhof jede Menge Bewegung im Kader. „Daher ist eine Prognose für die Partie in Rothwesten ganz schwierig. Wir wissen noch nicht, wo wir stehen“, sagt Neuhofs Co-Trainer Martin Döppenschmidt, der betont: „Die Mannschaft ist heiß und weiß, worum es in Rothwesten gehen wird. Das waren in der Vergangenheit immer umkämpfte Begegnungen, trotzdem wollen wir natürlich unbedingt mit einem Sieg in die neue Saison starten.“ Denn der Umbruch beim Gegner war noch größer: 13 Zugängen stehen 14 Abgänge gegenüber und auch auf der Trainerposition gab es eine kleine Veränderung; Taylan Bilecen (eigene zweite Mannschaft) wird in Zukunft Mister TSV Rothwesten Gerhard Siewert an der Seitenlinie unterstützen.