TSV Lehnerz II - RSV Petersberg (Sonntag, 15 Uhr).
„Mehrere Faktoren“, so Gollin, hätten den 47-Jährigen dazu bewogen, für ein drittes Engagement am Waidesgrund zuzusagen, „weil ich einfach keiner bin, der sich in so einer misslichen Lage aus der Verantwortung stiehlt.“ Genau zwei Trainingseinheiten hat der alte, neue Petersberger Coach Zeit, das Team auf das Derby vorzubereiten. „Dass nach 17 Gegentoren in den letzten drei Partien etwas nicht stimmt, ist offensichtlich. Mir ist es jetzt erst einmal wichtig, dass wir wieder das Fußball-ABC beherrschen, laufen, kämpfen und über 90 Minuten engagiert sind. Wir müssen erst einmal wieder dahinkommen, dass wir konkurrenzfähig sind“, fordert der neue Trainer vorerst Grundtugenden ein, „denn Punktevorgaben bringen im Moment nichts.“ Für Gollin ist das Derby gleichbedeutend mit der Rückkehr an alte Wirkungsstätte. „Klar ist das kein ganz normales Spiel, weil Lehnerz drei Jahre meine sportliche Heimat war. Allerdings ist es im aktuellen Fall nur die zweite Mannschaft, und viele Spieler kenne ich auch nicht mehr.“ An einen engen Lehnerzer Kader will Gollin keinen Gedanken verschwenden, „denn da werden sicher noch einige ihre Grippe auskurieren.“ Die Petersberger Personaldecke ist im Vergleich zur Vorwoche immer noch dünn, wobei der RSV auf die Rückkehr von Patrick Wingenfeld, Mario Vogt, Philipp Mötzung und Mark Lindiger hofft. So richtig schmeckt TSV-Trainer Sedat Gören der Rücktritt von Gajic nicht: „Da kommt immer neuer Schwung rein und eine andere Einstellung rein.“ Dass sein Team zudem weiterhin personell auf dem Krückstock geht, macht die Sache nicht einfacher: „Ich gehe von einem offenen Spiel aus. Petersberg will garantiert bei uns etwas mitnehmen.“ Während Gören wohl weitgehend auf Unterstützung von oben verzichten muss, stehen auch beim eigenen Kader einige Fragezeichen hinter den Einsätzen: So waren Osman Özlük, Ibrahim Kocak, Dennis Nuspahic und Kaan Say unter der Woche krank, Ilker Dapar befindet sich zudem im Urlaub.
SV Buchonia Flieden - KSV Hessen Kassel II (Sonntag, 15 Uhr).
Als "eigentlich unglaublich" bezeichnet Andreas Drews die neun Siege in Serie und fügt an: "Das hätte uns nach dem Start niemand mehr zugetraut." Letztlich entscheidend sei für ihn die Tatsache, dass sich die Mannschaft an die Liga gewöhnt habe, anders als in der Hessenliga nun auch das Spiel machen könne und aktuell die Spiele einfach sauber runterspiele. Er selbst befindet sich in einer neuen Rolle: Spielmacher. "Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt, mit einem Fabi Schaub da vorne wird's mir aber auch leicht gemacht. Dass ich nicht der größte Techniker bin, weiß ich selbst, versuche aber der Mannschaft durch meine Laufarbeit zu helfen." Gegen die Regionalliga-Reserve solle die Serie nicht reißen. Die Gefahr, den Gegner zu unterschätzen, sieht Drews indes nicht. Und so wollen die Buchonen mit einer konzentrierten Leistung am Wochenende die nächsten Punkte einfahren und anschließend zünftig feiern: Bei Wiesnbier und bayrischen Schmankerln feiert der Club am Sonntag sein diesjähriges Oktoberfest.
TSV Rothwesten - Hünfelder SV (Sonntag, 15 Uhr).
Der TSV Rothwesten verdingt sich nun bereits im dritten Jahr in der Verbandsliga, dementsprechend stand er sich viermal dem Hünfelder SV gegenüber. Und alle vier Spiele endeten bislang remis. „Wir wollen diese Serie natürlich beenden und den ersten Sieg einfahren“, sagt HSV-Trainer Dominik Weber, der allerdings weiß: „Die werden versuchen, uns das Leben auf dem schiefen, schrägen Platz so schwer wie möglich zu machen.“ Personaltechnisch sieht‘s derweil noch schlechter aus: Christoph Neidhardt, Sieggarant gegen Bad Soden, droht wegen einer Oberschenkelverletzung auszufallen, Sturmkollege Robert Simon plagt ein Hexenschuss und ist ebenfalls fraglich.
FC Bosporus Kassel - SG Bad Soden (Sonntag, 15 Uhr).
Nach dem Spiel in Hünfeld (1:2) tauschte sich Sodens Trainer Sead Mehic mit HSV-Coach Dominik Weber aus - Thema war natürlich Bosporus Kassel, gegen das der HSV zwei Tage zuvor 1:3 verloren hatte. Quintessenz: „Eine Mannschaft, die sehr diszipliniert spielt, Geduld hat und zumindest in Hünfeld sehr effektiv war“, beschreibt Mehic, der anfügt: „Ein guter Aufsteiger, der in der Liga angekommen ist.“ Deswegen gelte es für sein Team, sich ebenfalls in Geduld zu üben und von der ersten Minute an konzentriert zu Werke gehen, um das Schiff direkt wieder in eine andere Richtung zu lenken. Was Mehic in Hünfeld missfiel, war die Reaktion auf das vermeidbare 0:1. Das habe sein Team aus der Bahn geworfen, was seines Erachtens gar nicht passieren müsse, denn: „Wir sind noch nicht soweit, dass wir uns Druck machen müssen.“ Anders gesagt: Wir sind noch kein Spitzenteam, das die Liga dominieren kann.
Melsunger FV - SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).
Nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollte der Melsunger FV vor der Saison und nun nach einem Drittel der Serie ist das Team des Spielertrainerduos Sascha Beetz/Timo Rudolph auf dem allerbesten Weg dahin. 15 Punkte sorgen für einen soliden Mittelfeldplatz. Den möchte auch der SV Neuhof, der zuletzt gegen Rothwesten und Sand jeweils unentschieden spielte.