„Gruppenliga geht nicht mit 80 Prozent“

Leichte Katerstimmung bei Römmich und Bad Soden nach 1:1 zum Auftakt

31.07.2018

Der späte Anstoß von 18 Uhr machte es möglich, dass etliche Kiebitze anderer Gruppenligisten das Duell zwischen Neuling FT Fulda und Ligafavorit Bad Soden (1:1) am Sonntag verfolgten.

Die beherzte Vorstellung der tapfer verteidigenden und zügig konternden Fuldaer nötigte, nicht zuletzt im Blick darauf, wie schwer sich Bad Soden tat, auch Stefan Dresel Respekt ab: „Im ersten Spiel gegen einen Aufsteiger zu spielen, ist nie leicht“, stellte der Trainer von Viktoria Bronnzell fest. Dem konnte sein Sodener Kollege Anton Römmich indirekt nur beipflichten: „So viel und so schnell wie gegen uns wird der Voland nicht in jedem Spiel laufen.“ Franz Voland, Fuldas Mann mit der Rückennummer 31, zur neuen Runde gekommen vom A-Ligisten SG Kleinlüder/Hainzell, beeindruckte mit enormem Antritt und hohem Tempo, Eigenschaften, die den Sodenern erheblich zu schaffen machten. Nicht umsonst bekam die SG erst dann richtig Oberwasser, als Voland nach einer Stunde ausgepumpt ausgetauscht werden musste. Der ehemaligen Trainer der SG Bad Soden, Jürgen Krawczyk, Coach des Verbandsligaabsteigers RSV Petersberg, wunderte sich unterdessen darüber, wie groß die Probleme des Topfavoriten waren: „Ich habe Bad Soden im Testspiel beim 3:3 gegen Hünfeld gesehen und war sehr beeindruckt. Ich dachte, die spielen FT an die Wand.“ Wie gegen eine Wand spielte Bad Soden tatsächlich über weite Strecken der Begegnung. Zwei gut organisierte und gut aufeinander abgestimmte Fuldaer Viererketten machten den Laden so dicht, dass kaum nennenswerte Einschussmöglickeiten für die „Sprudelkicker“ heraussprangen. „Es war vielleicht ganz gut, gleich im ersten Spiel zu sehen, was auf uns zukommt, und dass man auch in der Gruppenliga nicht mit 80 Prozent Leistung bestehen kann“, gewann Römmich dem zähen Auftakt eine wichtige Erkenntnis ab. Für Irritationen beim Sodener Anhang hatte übrigens die Besetzung der Startelf gesorgt. Mit Cem Emre (JFV Bad Soden-Salmünster, linker Außenverteidiger) und Christian Gietl (SG Huttengrund, Innenverteidiger), hatten zwei junge blutjunge Neuzugänge den Vorzug erhalten vor etablierteren Kräften wie Leon Bräuer und Kevin Paulowitsch oder dem Neuzugang von Türk Gücü Hanau, Adrian Saletnik. Römmich klärt auf: „Trainingsfleiß und Trainingseindrücke waren hierfür entscheidend, zumal Leon und Kevin in der Vorbereitung über einen längeren Zeitraum im Urlaub waren.“ Dass Emre und Gietl nach der ersten Halbzeit für Paulowitsch und Saletnik ausgetauscht wurden, habe aber nichts mit deren Leistung und den zunächst gravierenden Abwehrproblemen zu tun gehabt. „Christian Gietl hat sich relativ schwer an der Hand verletzt und muss jetzt auch ärztlich versorgt werden, und Cem Emre hatte schon früh im Spiel einen Pferdekuss abbekommen“, verrät Römmich, der insbesondere für Emre eine Lanze bricht: „Der Junge ist frisch aus den A-Junioren und hat sein erstes Punktspiel bei den Männern gemacht, da ist es doch klar, dass er vielleicht noch ein bisschen nervös ist. Gegen Hessenligaaufsteiger Hünfeld jedenfalls hat er durchgespielt und ein Riesenspiel gemacht.“ / oi