TSV Lehnerz II – SSV Sand (Freitag, 19 Uhr).
Drei nicht nur vom Ergebnis her ganz souveräne Siege konnte die Hessenliga-Reserve zuletzt einfahren – und das gegen von der Papierform her höchst komplizierte Gegner. Die Brust, das weiß auch Trainer Sedat Gören, könnte vor dem Duell gegen Vize-Meister Sand nicht größer sein. Und dennoch sei Gören bewusst, dass sein Team am Freitagabend auf dem heimischen Kunstrasen als Underdog in die Partie gehen werde, dennoch betont er, "dass wir wieder eine Heimmacht sein wollen, was uns auch bislang mit Ausnahme des CSC-Spiel gelungen ist und wir das Spiel selbstverständlich gewinnen wollen". Was aktuell für Lehnerz spricht, sprach Anfang der Saison noch gegen die Truppe: die enge Personalsituation. "Wir spielen von Woche zu Woche fast mit der identischen Startelf, die jungen Spieler lernen immer mehr, worauf es ankommt und wir spielen mittlerweile wieder richtig guten Fußball", betont Gören, der sich gegen Sand keinesfalls verstecken möchte. Die Brust könnte nicht breiter sein.
SG Johannesberg – SG Bad Soden (Samstag, 15 Uhr).
Auch nach sieben Heimspielen hat einzig Sands Steffen Bräutigam per Elfmeter der SG Johannesberg ein Gegentor beibringen können. Nun aber kommt eine echte Nagelprobe auf die Maikranz-Elf zu, denn die SG Bad Soden stellt trotz des unbefriedigenden 13. Tabellenplatz die zweitbeste Offensive der Liga und scheint nach dem vollzogenen Trainerwechsel in Aufbruchstimmung – Trainer Anton Römmich sieht das nicht anders und weiß, "dass unsere Offensive über ziemlich viel Qualität verfügt". Anders als zuletzt gelte es jedoch die Angriffe mit noch mehr Wille und Überzeugung zu Ende zu spielen und gleichermaßen die Entscheidungen für die Mannschaft zu treffen. Bei der 2:4-Niederlage gegen CSC 03 Kassel hatte Soden zuletzt Probleme, die Zentrale zuzubekommen, hatte Probleme auf der eigenen linken Seite und berappelte sich erst nach der Halbzeit, als mindestens ein Punkt lange in der Luft lag. "In Johannesberg steht uns ein heißer Kampf bevor, deswegen müssen wir diesmal gleich für mehr Stabilität sorgen und von Beginn an ein besseres Umschaltspiel an den Tag legen." Römmich wird wohl den einen oder anderen Spieler des KOL-Teams, das bereits am Freitag spielt, zur Belohnung für gute Leistungen in den Kader berufen. Johannesbergs Trainer Jochen Maikranz war Augenzeuge des CSC-Spiels und äußerst angetan von Sodens Auftritt nach der Pause: „In Bezug auf Geschlossenheit, Wille, Physis und Bissigkeit war das eine starke Leistung, der Trainerwechsel scheint eine Reaktion losgetreten zu haben.“ Gerade die starke Offensive, in der zuletzt Lukas Ehlert und Daniele Fiorentino die Doppelspitze gaben, gelte es in Griff zu bekommen, wobei Johannesberg personell am Limit ist: „Daher müssen wir uns alles erarbeiten, um uns auch diesmal nicht beugen zu müssen", erklärt Maikranz. Benjamin Mwanza, Lukas Wagner und Patrik Kaizar waren unter der Woche krank, Julian Keller verletzte sich im Training, Friedrich Walt schleppt sich mit einer Rippenprellung herum, Witali Bese ist der Langzeitverletzte im Bunde, dazu ist Ilker Dapar privat verhindert.
TSV Mengsberg – Hünfelder SV (Samstag, 16 Uhr).
HSV-Trainer Dominik Weber spricht vor dem Duell beim Schlusslicht Klartext: "Ohne den Gegner zu unterschätzen, muss ich sagen, dass alles andere als ein Sieg inakzeptabel wäre." Allerdings weiß auch Weber aus zwei Spielen Erfahrung in Mengsberg, was seinem Team bevorsteht: "Du wärmst dich auf dem B-Platz auf, dann gehst du runter und spielst auf Kleinfeld elf gegen elf. Da brauchst du Spieler, die viele Lösungsmöglichkeiten auf engstem Raum und unter hohem Zeitdruck anbieten können." Auch deswegen tendiere der 37-Jährige dazu, das Team ein wenig umzubauen, Entscheidungen wolle er allerdings nach dem freitäglichen Abschlusstraining fällen. Zu sehr nach dem Gegner will sich Weber derweil nicht richten, "weil wir mit genügend Selbstvertrauen dahin reisen". Fünf Siege in Serie haben den HSV auf Tuchfühlung zum Zweiten Sand gespült, die Chance den hohen Meisterschaftsfavoriten weiterhin unter Druck zu setzen, soll nicht ausgerechnet beim abgeschlagenen Schlusslicht hergeschenkt werden.
KSV Hessen Kassel II – RSV Petersberg (Sonntag, 15 Uhr).
Ob es nun dankbar oder undankbar ist, den RSV genau vor dem wohl wichtigsten "Wochenende" des Jahres übernommen zu haben? Neu-Trainer Christian Hehrmann wird diese Frage erst am Dienstag beantworten können, wenn die beiden Auswärtsspiele gegen die direkten Konkurrenten Hessen Kassel II und Dörnberg absolviert sind. Doch bereits jetzt bekräftigt Hehrmann, "dass wir sowieso nicht zu sehr auf den Gegner schauen dürfen, wir müssen uns auf uns konzentrieren". Denn, das ist dem 32-Jährigen klar, zählen in einer solchen Phase nur Ergebnisse. Zuletzt habe die Mannschaft Fortschritte im Defensivbereich, auch in Kassel gelte es zunächst Stabilität auszustrahlen, allerdings fordert Hehrmann wieder mehr Tore. Kein leichtes Unterfangen: Boris Aschenbrücker und Daniel Nüchter fallen aus. Der Gegner holte neun seiner elf Punkte zu Hause.
CSC 03 Kassel – SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).
Alexander Bär, Sportlicher Leiter des SVN, war nach dem 4:3-Sieg gegen Dörnberg vor Wochenfrist angefressen, sprach von einem Defensivverhalten, das nicht verbandsligatauglich gewesen sei. Am Sonntag muss genau jener Bereich allerdings hellwach sein, denn die Nulldreier haben sich in den vergangenen Wochen so richtig warmgeschossen, die Offensive mit blitzschnellen Außen, echten Strafstürmern sowie einer technisch starken und ballgewandeten Zentrale schoss erst Johannesberg (6:0) und dann Bad Soden (4:2) ab. Nach schwachem Start schickt sich Lothar Alexis Team an, doch noch ins Rennen um die Hessenliga einzugreifen.