Hanaus "Powerplay pur" reicht nicht zum Sieg

Verbandsliga Süd: Alsbach verliert gegen Friedberg

01.10.2017

Am zehnten Spieltag in der Verbandsliga Süd fielen gleich in zwei Partien sechs Tore. Zum Einen siegte Türk Gücü Friedberg mit 4:2 beim FC Alsbach und zum Anderen schlug die zweite Mannschaft von Rot-Weiss Frankfurt die Usinger TSG. Der Hanauer FC schob sich durch den Punktgewinn in Wald-Michelbach auf Rang zwei vor und verdrängt damit die Usinger. Auch der zweite Aufsteiger, Germania Ober-Roden, konnte beim 1:0-Sieg in Bensheim drei Punkte holen.

Eintracht Wald-Michelbach – 1. Hanauer FC 1:1 (0:0)

"Für uns ist es ein Punktgewinn und wir werden nun den zweiten Platz feiern", sagte Hanaus Sportlicher Leiter nach dem 1:1-Unentschieden in Wald-Michelbach. Giovanni Fallacara trauerte nur kurz den zwei verlorenen Punkten nach, die sich die Gäste vor allem in der Schlussviertelstunde der Partie verdient hätten, wie der Sportliche Leiter erklärte: "Das war Powerplay pur von uns." Vor allem der eingewechselte Patrick Gischewski sorgte für eine Belebung des Hanauer Sturms. Denn in der ersten Hälfte hatte sich das Geschehen und die vielen Zweikämpfe im Mittelfeld abgespielt. Torraumszenen blieben Mangelware. Das sollte sich im zweiten Durchgang ändern, nachdem Gischewski für den angeschlagenen Christian Fischer ins Spiel kam. Nach einer Flanke von Kahrmann Damar von links, schoss Dennis Gogol zunächst an den Pfosten, von dort prallte der Ball ab und landete bei Gischewski, der nur noch einschieben musste. Eine knappe Viertelstunde hielt diese Führung an, dann war es Eintrachts Rene Brunner, der in der ersten Hälfte eine Chance liegen ließ, sich dann aber mit dem Ausgleich belohnen konnte. "Wald-Michelbach hat sehr auf Konter gelauert und den Punkt am Ende verteidigt", fasste Fallacara das Verhalten des Gegners zusammen. Zum Ende der Begegnung hatten Gischewski und Damar noch einmal die Chance den Siegtreffer zu erzielen, doch weil sie beide scheiterten blieb es beim 1:1. Am Dienstag empfängt die Eintracht dann im nächsten Heimspiel den FC Bensheim, während die Hanauer zeitgleich den FC Alsbach zu Gast haben. Schiedsrichter: Fabian Ebert. Zuschauer: 270. Tore: 0:1 Patrick Gischewski (51.), 1:1 Rene Brunner (65.).

FC Alsbach – Türk Gücü Friedberg 2:4 (2:3)

Im ersten Durchgang bekamen die Zuschauer in Alsbach einiges geboten. Den Bergsträßern gelang es dabei nach acht Minuten durch ein Freistoßtor in Führung zu gehen. Nachdem Cengiz Gencer zwanzig Meter vor dem Tor gefoult wurde, trat Philipp Ehmig an und konnte das Spielgerät im linken unteren Eck unterbringen. Diese Führung hielt allerdings nur drei Minuten an, ehe Florian Decise den Ausgleich für die Gäste aus Friedberg erzielte (11.). In der Folge gelang es Türk Gücü die Partie sogar zu drehen. Masse Bell Bell wurde an der Strafraumlinie angespielt und traf dann aus der Drehung heraus ins untere Eck, was das 2:1 für die Friedberger bedeutete. Doch auch dabei blieb es nicht lange. Einen erneuten Freistoß von Ehmig konnte Alexis Bonias nur eine Minute später verwerten, um den Ausgleich zu erzielen. Nach dem 2:2 blieb es eine intensive Partie und dem FCA gelang es den Spielfluss der Mannschaft von Mustafa Fil zu stören. Sieben Minuten vor der Pause fiel dann der nächste Treffer. Erneut Bell Bell, der auch das 1:2 erzielt hatte, war es, der wieder zur Führung für die Gäste traf. Mit Beginn der zweiten Hälfte verpasste es die Mannschaft von Sascha Huy dann den Ausgleich zu erzielen. Sowohl Gencer als auch Ehmig scheiterten am Friedberger Keeper. Auf der anderen Seite konnten die Gäste in der 76. Minute für die Vorentscheidung sorgen als Abdussamed Gürsoy zum 4:2 für die Mannschaft von Mustafa Fil traf. Trotzdem war der Trainer nach Abpfiff nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Es war heute kein schönes Spiel von uns." Zumindest über die drei Punkte freute sich der Friedberger Trainer, der hofft, dass seine Spieler nun zurück in die Spur finden. Dass es für die Friedberger nicht rund lief, lag auch an den Hausherren, die die Friedberger in der zweiten Hälfte weitestgehend vom Strafraum weg hielten, wie Alsbachs Pressesprecher nach Abpfiff sagte: "Mit ein bisschen Glück hätten wir noch den Ausgleich erzielen können, aber Friedberg hat das clever gemacht. Außerdem hatte unser Torwart, der uns bisher schon einige Punkte gerettet hat, heute keinen guten Tag." Bereits am Dienstag kann es der FCA im Auswärtsspiel beim Hanauer FC besser machen. Für die Friedberger geht es mit dem Sieg im Rücken zum Tabellenschlusslicht nach Bruchköbel. Schiedsrichter: Paul-Ioan Barbu. Zuschauer: 80. Tore: 1:0 Philipp Ehmig (8.), 1:1 Florian Decise (11.), 1:2 Masse Bell Bell (20.), 2:2 Alexis Bonias (21.), 2:3 Masse Bell Bell (38.), 2:4 Abdussamed Gürsoy (76.).

FC 07 Bensheim – Germania Ober-Roden 0:1 (0:1)

Aus dem Spiel heraus wollten an diesem Tag in Bensheim keine Tore fallen. Deshalb musste ein Foulelfmeter kurz vor der Halbzeitpause für die Entscheidung sorgen. Ein langer Ball der Gäste landete hinter der Bensheimer Abwehrkette bei Mohammed Hakimi, der von Torwart Kevin Krezdorn im Strafraum nur noch per Foul zu stoppen war. Aus diesem Grund zeigte Schiedsrichter Alexander Hauser auf den Punkt, der Gefoulte trat selbst an und ließ die Ober-Rodener kurz vor dem Halbzeitpfiff jubeln. "Wir haben uns von Beginn an schwer getan, weil wir das Spiel machen mussten und die Ober-Rodener nur über ihr schnelles Umschaltspiel agiert haben", äußerte sich Bensheims Trainer, Ludwig Brenner, zur Niederlage gegen den Aufsteiger. Seine Mannschaft ließ im ersten Durchgang eine Möglichkeit durch Riccardo Zocco liegen, im zweiten Abschnitt scheiterte dann der eingewechselte Santeri Ylitalo am Ober-Rodener Torwart. "Wir konnten die Flanken nicht verwerten und uns haben die spielerischen Mittel gefehlt. Außerdem wollten wir unser Spiel durch die Mitte durch drücken und haben es nicht über die Flügel versucht", nannte Brenner die Gründe für die Heimniederlage. Auf der anderen Seite freute sich die Germania über die nächsten drei Punkte, die der Foulelfmeter von Hakimi eingebracht hat. "Wir sind sehr zufrieden, weil wir spielerisch dagegen gehalten und in einer hektischen Schlussphase sehr gut verteidigt haben", äußerte sich Ober-Rodens Teammanager Daniel Hoffstadt zum Auswärtssieg. Mit den drei Punkten im Gepäck fährt die Germania am Dienstag zu ihrem nächsten Auswärtsspiel. Bereits um 12:30 Uhr gastieren die Ober-Rodener bei der zweiten Mannschaft von Rot-Weiss Frankfurt. Um 15 Uhr ist der FC 07 Bensheim dann in Wald-Michelbach gefordert und hofft auf Wiedergutmachung nach der Niederlage gegen den Aufsteiger aus Ober-Roden. Schiedsrichter: Alexander Hauser. Zuschauer: 120. Tore: Mohammed Hakimi (45./ Foulelfmeter).

Rot-Weiß Darmstadt – Vatanspor Bad Homburg 1:2 (0:1)

In einer ausgeglichenen Anfangsphase waren die Darmstädter vor allem in der Abwehr anfällig, was nach 38 Minuten durch den Treffer von Bad Homburgs Jan Philipp Mäuser bestraft wurde. Erst daraufhin erarbeiteten sich die Rot-Weißen eine Doppelchance durch Donat Tala, die allerdings nichts einbrachte und es wollte nicht mehr zum Ausgleich im ersten Durchgang reichen. Erst nach der Halbzeitpause fiel dann das Tor für die Darmstädter, das Michael Adusei erzielte. Der Ausgleich hielt allerdings nur fünf Minute, ehe Mustafa Saniyeoglu zur Führung traf. "Das 1:1 war sehr positiv für uns, weil wir dann neue Hoffnung geschöpft haben, die durch ein dämliches Gegentor zunichte gemacht wurden", sagte Darmstadts Sportlicher Leiter Stephan Adam nach der Partie. Da die Rot-Weißen durch die vergangenen Partien kein Selbstvertrauen dazu gewinnen konnte, fehlten die spielerischen Mittel, um noch etwas an der Niederlage gegen die Bad Homburger zu ändern. Am Dienstag sollen deshalb im Auswärtsspiel bei der TS Ober-Roden "einfache Mittel" gewählt werden, um zum Erfolg zu gelangen, wie es Adam formulierte. Die Gäste hingegen konnten durch den Auswärtserfolg neues Selbstvertrauen sammeln. Trotzdem lief auch bei den Bad Homburgern nicht alles rund, wie Hüseyin Güven, der Sportliche Leiter, nach der Partie zugab: "Durch Passfehler sind wir aus dem Rhythmus gekommen und haben uns selbst in Gefahr gebracht. Außerdem haben wir zu viele Chancen liegen gelassen, wenngleich eine Leistungssteigerung erkennbar war." Mit diesen Erkenntnissen fährt Vatanspor am Dienstag nach Nidda zum Aufsteiger und hat dort die Chance an das Ergebnis anzuknüpfen. Schiedsrichter: Marcel Rühl. Zuschauer: 100. Tore: 0:1 Jan Philipp Mäuser (38.), 1:1 Michael Adusei (57.), 1:2 Mustafa Saniyeoglu (62.).

Usinger TSG – Rot-Weiss Frankfurt II 2:4 (0:0)

In einem Spiel mit zwei grundlegend verschiedenen Hälften hat Aufsteiger Rot-Weiss Frankfurt II einen 4:2-Auswärtssieg bei der Usinger TSG eingefahren und damit die Siegesserie der Buchfinkenstädter gestoppt. Der erste Abschnitt verlief noch torlos, weil die Gäste vom Brentanobad schon zu einem frühen Zeitpunkt einige gute Möglichkeiten liegen ließen." Das war eine völlig verdiente Niederlage. Wir haben schlecht verteidigt und dem Gegner vier Geschenke verteilt. Durch einfache Ballverluste im Aufbauspiel wurden die Gegentore begünstigt", war Usingens Spielertrainer Marcel Kopp unzufrieden. Rot-Weiss II stand auf dem großen Rasenplatz an den Muckenäckern tief und kompakt, lauerte aber auf Umschaltsituationen. Immer wieder stieß Rot-Weiss II gefährlich nach vorne. Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste noch offensiver auf das Feld und belohnten sich mit der Führung des "Odenwald-Bombers" Filip Vlahov auf Zuspiel von Kapitän Patrick Gürser. Usingen glich aber nach einer Ecke durch einen Kopfball von Max Miot Paschke zum 1:1 aus. Dann schlug Vlahov gleich zweimal innerhalb von nur zwei Minuten zu und ließ die Gäste auf 3:1 davon ziehen. Der Anschlusstreffer von Tim Pelka brachte dem Hochtaunus-Klub noch einmal Hoffnung, aber Ilias Moukhtader vollendete einen Konter zum 4:2-Endstand in der Nachspielzeit. "Die zweite Halbzeit war um so bitterer. Unser Höhenflug ist gestoppt, wir sind kurz baden gegangen. Bei uns hat die Frische gefehlt, das war unerklärlich. Wir müssen die Euphorie jetzt etwas eindämmen", resümierte Kopp. Rot-Weiss-Trainer Hicham Tahrioui freute sich: "Wir waren spielbestimmend und meine Spieler haben Gras gefressen. Wir sind ordentlich gestanden und haben mit vielen langen Bällen operiert. Unser Lernprozess ist im Gange und dann sind wir unangenehm zu bespielen". Ein Sonderlob von Kapitän Patrick Gürser erhielt der "Odenwald-Bomber": "Filip weiß wo das Tor steht. Wir sind froh, dass er da ist".   Schiedsrichter: Malte Kirschner. Zuschauer: 120. Tore: 0:1 Filip Vlahov (53.), 1:1 Tim Pelka (62.), 1:2 Filip Vlahov (76.), 1:3 Filip Vlahov (78.), 2:3 Tim Pelka (85.), 2:4 Ilias Mouktader (90.+3).