„Ich habe heute überhaupt nichts zu bemängeln, sondern will den Jungs für ihre Leistung gratulieren. Schließlich haben wir gegen eine der besten Mannschaften der Liga gespielt“, betonte Lesser und verwies auf „abgezockte, regionalligaerfahrene Spieler“ im Kader der Rot-Weißen. Das Ergebnis sei okay, „denn Hadamar war in der ersten Hälfte besser, wir in der zweiten.“ Lessers Team hatte in der zweiten Halbzeit in der Tat klar mehr vom Spiel, machte ab Minute 65 viel Druck, arbeitete gefährliche Standards heraus, ließ aber im Abschluss die Präzision vermissen. Zudem darf die Frage in den Raum gestellt werden, wie die Partie wohl weitergelaufen wäre, wenn Hadamar nicht 45 Minuten in Unterzahl gewesen wäre. Denn der erste Spielabschnitt gehörte ganz klar den Schützlingen von Trainer Walter Reitz, die auch ohne den erkrankten Torjäger Steffen Moritz das Sagen auf dem Platz hatten. In den Zweikämpfen setzten sich die Gäste entschlossen durch, sie antizipierten besser, waren einfach deutlich griffiger als die oftmals zu zögerlich wirkenden Lehnerzer. Torchancen blieben nicht aus, die dickste hatte Amani, dessen Kopfball um Haaresbreite vorbeistrich. Vorher hatte der TSV bereits Glück, als Gros durch war, der Winkel aber zu spitz wurde (29.). Lehnerz hatte im gesamten ersten Abschnitt nur eine gute Chance – Rummel verzog nach Tushas Flanke einen Kopfball (33.). Die Rote Karte für Benjamin Kretschmer direkt vor der Pause – er hatte Mistretta gelegt, Referee Martenstein wertete diese Aktion als Verhinderung einer klaren Torchance – verlagerte die Gewichte. 20 Minuten Anlaufzeit in Hälfte zwei benötigte Lehnerz, dann endlich setzten sich die Gastgeber vermehrt im und um den Strafraum Hadamars fest. Rummel fiel der Ball nach 67 Minuten vor die Füße, sein Schuss wurde allerdings noch vor der Linie weggekratzt. Dann klärte RW-Abwehrchef Leopold per Kopf an die eigene Torlatte, ehe Patrick Lesser in der Nachspielzeit bei einem direkten Freistoß in Torhüter Strauch seinen Meister fand. Die Chancen zum 1:0 waren also da, zumal Hadamar gegen Ende nach 45-minütiger Unterzahl und hohem Einsatz vor der Pause doch ein wenig Substanz gelassen hatte. Angesichts der Ergebnisse des Spieltags haben beide Mannschaften mit dem 0:0 keinen Boden verloren. Und so gibt es für den TSV-Finanzvorstand Martin Geisendörfer auch nach dem dritten sieglosen Spiel in Folge keinen Grund, von der Bewerbung um die Regionalliga-Lizenz abzurücken: „Es ist ja nichts passiert heute.“ / hw Lehnerz: Kaiser – Odenwald, Kress, Bartel, Breunung – Steudter, Schaaf – Tusha, Mistretta, Lesser – Rummel. Hadamar: Strauch – Wilk (46. Schraut), Leopold, Rademacher, Horz – Kretschmer, Aljusevic – Gros, Decise (82. Özdemir), Herdering – Amani. Schiedsrichter: Julius Martenstein (Marburg). Zuschauer: 450. Rote Karte: Benjamin Kretschmer (45., Notbremse).
| SG Barockstadt - SV Rot-Weiss Hadamar | |
| Liga: | Hessenliga |
| Anstoss: | Mo - 06.04. 15:00 Uhr |
| Spieltag: | 34. Spieltag |
| Ergebnis: | 0 : 0 |
| Zuschauer: | 450 |
| Bildergalerie: | Hier klicken |