Thorsten Parzeller sagte, dass du der absolute Wunschkandidat gewesen seist. Musstest du zögern, als die Anfrage kam?
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die zweite Mannschaft schon sehr ans Herz gewachsen ist, gerade nach dem Aufstieg im Sommer sind wir noch enger zusammengerückt. Deswegen musste ich schon ein bisschen überlegen, aber jetzt sehe ich es für mich als Chance.
Vor ziemlich genau zwei Jahren hattest du das erste Mal das Gruppenliga-Team für ein halbes Jahr übernommen und noch zum Klassenerhalt geführt. Eigentlich müsstest du jetzt der Sportlichen Leitung sagen: Hättet ihr mich doch gleich genommen...
Nein, auf gar keinen Fall. Das war seinerzeit eine ganz andere Situation. Es ging für den Verein nur um den Klassenerhalt, da hieß es jede Woche, die Mannschaft zu pushen. Dass ich dann in Richtung Trainerlaufbahn einschlagen will, war allen klar. Und dass ich dann die zweite Mannschaft übernehmen konnte, um erste Erfahrungen zu sammeln, da hätte mir nichts Besseres passieren können.
Thorsten Parzeller sagt über dich, dass das phänomenale sei, dass du den perfekten Spagat zwischen Kumpeltyp und Respektperson hinbekommst. Gehst du da mit?
Ja, und das muss auch so sein, wenn du im eigenen Verein die erste Mannschaft trainieren willst. Und ich bin Ur-Ur-Künzeller durch und durch. Wenn die Jungs keinen Respekt hätten, würde ich das Amt auch nicht antreten.
Den Mannschaften wurde gestern die Entscheidung mitgeteilt. Wie hat es dein KOL-Team aufgenommen? Bedauernd oder gönnend?
Die Reaktionen waren gemischt, sie haben das widergespiegelt, was ich eben schon gesagt habe, nämlich, dass mir die Mannschaft sehr ans Herz gewachsen ist. Mein Betreuer Simon Arnd hat zum Beispiel gleich gesagt, dass er keinen anderen haben will (lacht).
Reichen punktuelle Verstärkungen, um sich im oberen Drittel der Gruppenliga festzusetzen?
Ich sehe das ähnlich wie Thorsten Parzeller. Einen Torwart brauchen wir noch, weil wir mit Daniel Breunung zwar einen guten haben, aber für drei Mannschaften auch insgesamt nur drei. Und auch einen Stürmer könnten wir gut gebrauchen, da da ja wirklich alles an Peter John hängt. Wenn er mal ausfällt, dann sind uns fast schon die Hände gebunden. Aber ansonsten wollen wir weiterhin auf unsere richtig gute Jugend setzen.
Das bringt uns schon zu deinen Zielen mit der ersten Mannschaft...
Dafür ist es wirklich etwas früh. Wir stehen mit der zweiten Mannschaft auf einem richtig guten fünften Platz in der Kreisoberliga. Da gilt es noch, die Saison ordentlich zu Ende zu spielen. Danach haben wir noch lange genug Zeit, um über Ziele zu sprechen.
Sprechen müssen wir aber abschließend noch über deine Rolle als Faschingsprinz in Rönshausen...
Ich wohne seit drei Jahren mit meiner Freundin in Rönshausen. Und es war klar, dass ich es wenn dann dieses Jahr machen kann. Denn durch die kurze Kampagne ist der Trainingsbetrieb gar nicht beeinflusst. Das einzige, wo es ein bisschen reingespielt hat, war die Hallensaison. Aber da hat ja unser Kapitän Stefan Becker das Beste rausgeholt.