„Ich würde gerne einmal nicht Unentschieden spielen und gewinnen"

Verbandsliga Mitte: Aufsteigerduell mit unterschiedlichen Vorzeichen

31.03.2017

Während am Sonntagnachmittag auf dem Flörsheimer Kunstrasenplatz das Derby zwischen der DJK Flörsheim und dem SV Zeilsheim steigt, muss der FV Biebrich beim FC Eddersheim ran – eine Begegnung, die in der Vergangenheit meist Spannung und rasanten Offensivfußball versprach. Aus der Remis-Dauerschleife möchte sich indes die SG Oberliederbach in Breidenbach befreien, die zuletzt stark aufgelegte Germania Schwanheim erwartet mit Auswärtsgegner BG/SF Marburg hingegen keine leichte Kost.

DJK Flörsheim – SV Zeilsheim (Sonntag, 15 Uhr)

Die DJK Flörsheim und den SV Zeilsheim trennen in der Tabelle satte 25 Punkte. Während der eine Aufsteiger um den Klassenerhalt ringt, geht es für den anderen um den Aufstieg – mindestens aber um den Relegationsplatz. Nichtsdestotrotz befindet sich der Underdog aus Flörsheim aktuell in der etwas besseren Verfassung - rein formal betrachtet. Seit der Winterpause ist die Truppe von Trainer Hans Richter ungeschlagen, konnte aus den letzten vier Pflichtspielen immerhin acht Punkte klar machen. Beim Rangzweiten aus Zeilsheim waren es derer lediglich vier. Dennoch scheinen die Rollen vor dem Rückrunden-Derby klar verteilt zu sein, auch wenn man in Flörsheim derzeit ordentlichen Rückenwind verspürt und sich auch vor dem Aufstiegsaspiranten nicht verstecken möchte. Richter erläutert: „Wir haben ein Heimspiel und haben nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Beide Teams verfolgen natürlich unterschiedliche Zielsetzungen, ich gehe mal davon, dass die Zeilsheimer den Platz da vorne auf jeden Fall behalten wollen.“ SVZ-Trainer Sascha Amstätter beschäftigt vor der Begegnung vor allem die dünne Personaldecke. Gleich sieben seiner Akteure laborieren an diversen Verletzungen, bei vier Spielern ist ein Einsatz am Sonntag bereits jetzt ausgeschlossen, darunter Neuzugang Nikolai Pyatt sowie Michael Seidelmann. „Wir müssen viel investieren, wie in den letzten Wochen, mit der Hoffnung, dass wir diesmal besseres Abschlussglück haben und mit der Hoffnung, dass wir dort gewinnen“, sagt Amstätter, dessen Team seit zwei Spieltagen auf den nächsten Dreier wartet. Über die Richter-Elf äußert sich der Zeilsheimer Übungsleiter respektvoll: „Der Gegner ist auf jeden Fall nicht der gleiche, wie in der Vorrunde, er hat sich gut verstärkt. Die letzten Ergebnisse haben auch gezeigt, dass sie gefestigt sind.“

FC Eddersheim – FV Biebrich (Sonntag, 15 Uhr)

„Das wird ein interessantes Spiel, weil Biebrich eine gute Mannschaft hat. Ich hatte sie ganz vorne in meinen Planungen gehabt, wenn sie nicht so einen schwachen Start gehabt hätten“, sagt Erich Rodler (Sportlicher Leiter FC Eddersheim) vor dem Aufeinandertreffen mit Biebrich. Fehlen wird FCE-Trainer Rouven Leopold voraussichtlich Defensiv-Akteur Tobias Werther, der sich mit muskulären Problemen herumplagt, sowie drei bis vier weitere Spieler. Gelb-Rot-bedingt passen muss Husejin Mevkic. „Wir haben dennoch genügend Leute, um gegen Biebrich das Spiel zu gewinnen“, so Rodler. Anerkennende Worte für den kommenden Gegner hat im Vorfeld FV-Übungsleiter Nazir Saridogan parat: „Der Gegner ist von der Besetzung her eigentlich mit die beste Mannschaft, was das Spielerpotential angeht. Das ist eine starke Mannschaft, mit sehr guten Einzelspielern. Aber wir kennen die und spielen schon seit Jahren gegen Eddersheim. Meist sind das sehr spannende Spiele mit vielen Chancen - von daher freue ich mich darauf.“ Noch nicht sicher ist auf Biebricher Seite der Einsatz der beiden Kapitäne Bastian Pilger und David Meurer (Jeweils muskuläre Probleme).

FV Breidenbach – SG Oberliederbach (Sonntag, 15 Uhr)

1:1, 2:2, 3:3, 2:2, 2:2. Betrachtet man die jüngsten Resultate der SG Oberliederbach, ist zwar festzuhalten, dass das Team von Trainer Asad Ahmad zuletzt nicht verloren hat – aber eben auch nicht gewonnen. Ein Umstand, den der Übungsleiter gegen Breidenbach unbedingt ändern möchte: „Ich würde gerne einmal nicht Unentschieden spielen und gewinnen. Die Jungs brennen und wollen es unbedingt.“ Allerdings sieht es vorab in personeller Hinsicht eher durchwachsen aus. Dennis Blum fehlt voraussichtlich aufgrund muskulärer Probleme, zudem definitiv wohl noch drei weitere Akteure mit verschiedenen Blessuren. Das Hinspiel konnte der FB Breidenbach mit 3:1 für sich entscheiden, wichtigster Akteur in den Reihen der Marburg-Biedenkopf-Kicker ist Goalgetter Felix Baum. „Das ist eine der wenigen Mannschaften bei denen es so ist, dass wenn du diesen einen Spieler aus dem Spiel nimmst, dass du dann keine 50 Prozent, sondern 70 Prozent hast“, findet Ahmad.

SF/BG Marburg – Germania Schwanheim (Sonntag, 15:30 Uhr)

Unterlag die Germania den Lahnstädtern im Hinspiel noch mit 1:2, hoffen die Schwanheimer um Übungsleiter Thomas Pelayo diesmal natürlich auf Zählbares, zumal die Frankfurter seit mittlerweile vier Spieltagen eine weiße Weste tragen. Einen Selbstläufer erwartet Pelayo allerdings nicht: "Das wird schwierig, im Hinspiel haben wir aber ein gutes Spiel gemacht. Das ist allerdings eine richtig gute Mannschaft, das wird ein sehr schwieriges Auswärtsspiel. Wenn wir da punkten würden, dann wäre das ein riesiger Erfolg." Fehlen werden dem Germania-Trainer am Sonntag gleich vier verletzte Spieler, auch der Einsatz von Fabian Pfeifer, der sich am Wochenende gegen Bicken am Knie verletzt hatte, ist noch nicht spruchreif. Der Tabellendritte aus Mittelhessen erlebte einen eher durchwachsenen Restrundenstart: Gegen Biebrich (1:5) und zuletzt gegen Braunfels (1:4) kassierte Marburg deutliche Niederlagen, während gegen Langenaubach nur eine 2:2-Punkteteilung drin war. Lediglich gegen die abstiegsbedrohten Teams VfB Wetter und FC Dorndorf fuhren die Blau-Gelben im Jahr 2017 Siege ein. (cn)