SV Adler Weidenhausen - Hünfelder SV (Samstag, 15.30 Uhr).
"Sehr bescheiden", sagt Weidenhausens Funktionär Stefan Stederoth zu den aktuellen Platzverhältnissen am Chattenloh, kann aber dennoch vorsichtig Entwarnung geben: "Wir werden das Spiel, wenn es irgendwie vertretbar ist, durchziehen." Hintergrund: Die Adler müssen noch 15 Ligaspiele bestreiten, zudem sind für den April - sofern Kreisoberligist Lichtenauer FV im Viertelfinale ausgeschaltet wird - noch zwei Pokalspiele angesetzt. Stederoth weiß so schon kaum noch, wie das Programm in den kommenden Wochen bewältigt werden soll, kein Wunder, dass auch Klassenleiter Horst Riemenschneider (BC Sport Kassel) nun Druck macht und auf eine Austragung am Samstag drängt. Sollte gespielt werden, erwartet den HSV selbstredend ein ganz anderes Terrain, als er in den vergangenen Monaten gewohnt war, die Umgewöhnung vom betonharten Kunstrasen zu seifigem Untergrund wird nicht leicht sein. Das weiß auch Coach Dominik Weber, der deswegen andere Tugenden als beim mühelosen 5:0-Auftaktsieg gegen Hessen Kassel II einfordert - da wurde das allermeiste spielerisch gelöst, genau wie im Hinspiel, das einer Demonstration glich und letztlich "nur" mit 4:1 gewonnen werden konnte: "Wir kennen die Gegebenheiten ja, der Platz wird sehr, sehr weich sein. Außerdem ist Weidenhausen sehr, sehr heimstark, hat sechs von acht Spielen gewonnen. Wir müssen uns sofort auf den Platz einstellen." Verzichten muss Weber nun auch noch auf Mittelstürmer Robert Simon, der beruflich zehn Tage in Frankreich weilt. Daher hofft er auf eine Rückkehr von Oliver Krenzer, der gegen Kassel passen musste. Viele weitere Alternativen bleiben nicht übrig, zumal die A-Jugend parallel spielt und der Kader deswegen mit Kreisoberliga-Spielern aufgefüllt wird.
1. FC Schwalmstadt - RSV Petersberg (Samstag, 16 Uhr).
Nach sechs Pleiten zum Saisonstart, schoss der RSV die Schwälmer mit 5:0 ab und schwor sich nachher getreu dem Motto "Jetzt geht die Saison erst richtig los" ein. Und das ging sie, mittlerweile stehen 21 Punkte auf der Habenseite, der Vorjahres-Vize könnte bei einem neuerlichen Sieg schon auf neun Punkte distanziert werden. Allerdings weiß auch RSV-Coach Rolf Gollin, dass man den Gegner keinesfalls am Tabellenplatz zu bemessen habe: "Das hat ja alleine das Spiel in Sand gezeigt, als erst in der letzten Minute das entscheidende Tor für den Tabellenführer gefallen war." Und dennoch sind jene Schwalmstädter in der Kategorie "machbar" anzuordnen: "Deswegen werden wir versuchen aus dem Vollen zu schöpfen, auch wenn wir natürlich gewillt sind, vernünftige Personalentscheidungen zu treffen", sagt Gollin und verweist auf die zuletzt angeschlagenen Boris Aschenbrücker und Patrick Wingenfeld, die im Kellerknaller aber aller Wahrscheinlichkeit spielen können, auch Patrick Stupp kehrt in den Kader zurück. Fehlen werden allerdings der rotgesperrte Mario Vogt (Gollin: "Kein Vorwurf, das war eine Zweikampfsituation") und Daniel Nüchter (Nasenbeinbruch). Was Gollin im Vergleich zur 1:4-Niederlage gegen Flieden einfordert? Wieder ein wenig mehr Selbstvertrauen, ansonsten wolle er die Niederlage keinesfalls zu hoch hängen, zumal nach zwei Spielen gegen die beiden Spitzenteams der Liga immerhin drei Punkte zu Buche stehen würden: "Und das ist ja besser als zweimal Unentschieden gespielt zu haben."
SV Buchonia Flieden - TSV Rothwesten (Sonntag, 15 Uhr).
Die Reflexion des Derbysiegs beim RSV Petersberg ist durchaus positiv: „Gerade wenn man die Umstände betrachtet, dass wir uns noch auf dem Kunstrasen warmmachen mussten und mit Anpfiff das erste Mal seit November wieder auf Rasen standen, kann ich außer zwei, drei Kleinigkeiten gar nichts Negatives finden“, sagt Buchonia-Coach Meik Voll, der das letztlich deutliche Ergebnis als auch absolut verdient betrachtete. Nun allerdings wartet mit Rothwesten die vielleicht größte Wundertüte der Liga, die Voll von den Einzelspielen her deutlich stärker einschätzt, als der Tabellenplatz - Rothwesten befindet sich im Abstiegskampf - widerspiegelt: „Gerade mit Abdullah Al Omari besitzt das Team einen glänzenden Konterstürmer. Aber ganz ehrlich: Ich weiß nicht, ob Rasen oder Kunstrasen ein Vorteil wäre, wir stellen uns auf jeden Fall auf beides ein.“ Letztlich betont Voll aber, dass sich sein Team auf die eigenen Stärken konzentrieren müsse, um den Schwung er beiden Auftaktsiege mit ins Spiel nehmen zu können. Christian Kreß könnte in den Kader zurückkehren, hinter Gabriel Müller (Gehirnerschütterung) steht ein Fragezeichen. Was Voll ebenfalls tangiert, ist die Situation der zweiten Mannschaft, die zuletzt 1:16 in Hosenfeld unterlag und am Sonntag parallel bei der SG Kressenbach/Ulmbach antreten muss: „Letztlich ist es nicht gelungen, den Kader so aufzustellen, dass die Mannschaft eigenständig spielen kann. Wir müssen natürlich berücksichtigen, dass die zweite Mannschaft spielt, müssen versuchen da irgendwie einen Spagat zu finden, wobei wir aber nicht die Ziele der ersten Mannschaft aus den Augen verlieren dürfen.“
TSV Lehnerz II - SC Willingen (Sonntag, 15 Uhr).
Sogar noch ein Ligaspiel mehr als Weidenhausen muss der SC Willingen bestreiten, steht dafür aber schon im Pokalfinale gegen Kreisoberligist SG Goddelsheim/Münden. Überhaupt ist in dieser Saison alles wie immer bei den Upländern, die Spiele fallen reihenweise aus und jeder Verbandsligist wünscht sich die beiden Hybridplätze herbei, die wohl 2018 im benachbarten Schwalefeld bespielbar sein werden. Aber eines ist dann doch anders, schließlich könnte der SCW in der allzu verzerrten Tabelle noch in die Spitzengruppe hineinstoßen. Sedat Gören und seine Lehnerzer wollen dies unbedingt verhindern: "Wir sind trotz des spielfreien Wochenendes in einem guten Rhythmus und wollen das auch jetzt wieder auf den Platz bringen", betont Gören, der allerdings mächtig Gegenwehr erwartet, gerade mit Blick auf das Vorspiel, das einen kleinen Stachel in der Willinger Fußballseele hinterlassen haben dürfte. Das Hinspiel gewann Lehnerz II klar mit 4:1; der erste Dreier in Görens noch relativ kurzer Amtszeit. Gelingt das gleiche Kunststück erneut, verabschiedet sich der TSV aus den sicheren in die ganz sicheren Tabellengefilde der Verbandsliga.
KSV Hessen Kassel II - SG Bad Soden (Sonntag, 15 Uhr).
Ein erschreckendes Bild gegen zugegebenermaßen bissige, lauf- und spielstarke Hünfelder gab die Regionalliga-Reserve Hessen Kassels in der Vorwoche ab. Trainer Thorsten Hirdes sprach nachher von der schlechtesten Saisonleistung, nur einen einzigen Torschuss brachten seine Mannen bei der noch gnädigen 0:5-Klatsche in der Haunestadt zustande. Doch gemeinhin wird das Team in Heimspielen besser von "oben" unterstützt, nicht der einzige Grund, weshalb Soden-Coach Tino Schmitt vor dem nächsten Gegner warnt: "Hessen Kassel hat 21, wir haben 28 Punkte. Wenn wir da verlieren würden, würde es nach hinten langsam eng werden." Schmitt will daher aus einer kompakten Defensive heraus spielen lassen und die Schlafmützigkeit der Anfangsphase in den bisherigen beiden Spielen ablegen: "Wir müssen versuchen, gleich ins Spiel zu finden. Körperlich sind wir da, können dagegenhalten. Spielerisch müssen wir uns noch verbessern und haben darauf in dieser Trainingswoche auch das Augenmerk gelegt, wobei es vielleicht ein Vorteil sein wird, dass Hessen Kassel das Spiel machen muss." Wie Schmitt den Ausfall von Kapitän und Sturmführer Tim Mulfinger (vier bis sechs Wochen Pause) kompensieren will, weiß er schon: "Wir werden insgesamt ein wenig umstellen, werden das aber noch genau mit der Mannschaft erarbeiten." Neuigkeiten gibt es im Fall von Ivan Barisic: "Er hatte sich nicht bei mir gemeldet, war aber krank und trainiert jetzt wieder. Im Kader wird er aber noch nicht wieder stehen." Also keine Trennung. Mit dabei wird wieder Ernad Dananovic sein.
SV Neuhof - GSV Eintracht Baunatal (Sonntag, 15 Uhr).
Zum Auftakt spielfrei, dann - in grauer Theorie - ein Gastspiel in Willingen bedeutet für die Großenrittener, dass sie 2017 noch ohne Spiel sind. Dass nun auch noch die Reise nach Neuhof bevorsteht, wird den Aufsteiger dann noch weniger begeistern: Mit 1:6 ging das Hinspiel überdeutlich in die Binsen. Dennoch konnte der GSV bereits 20 Punkte sammeln, ein Grund mehr für Neuhof das Spiel gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf mit der notwendigen Ernsthaftigkeit anzugehen. Dogus Albayrak wird dem SVN fehlen, der Keeper wurde nach seiner Notbremse bei Hessen Kassel II für zwei Spiele gesperrt.