Jan-Henrik Wolf: Unerwartet gut

Schwalmstadts neuer Zehner äußert sich zum Hohenflüg

17.08.2015

Drei Spiele, drei Siege, dazu 10:0 Tore – Hessenliga-Absteiger Schwalmstadt hat in der Verbandsliga einen Start hingelegt, mit dem die wenigsten gerechnet haben. Der Ex-Lehnerzer Jan-Henrik Wolf, der seit über einem Jahr das Trikot des 1. FC Schwalmstadt überstreift, nennt im Gespräch mit unserem Online-Portal die Gründe für den Traumstart.

Nach nur drei Spielen habt ihr mit neun Zählern bereits drei Punkte mehr geholt als in der gesamten vergangenen Spielzeit. Wie ist der Traumstart zu erklären?

Die Mannschaft hat das vergangene Jahr abgehakt und den Blick nach vorne gerichtet. Klar war die letzte Spielzeit nicht gut, dennoch haben wir auch da schon gezeigt, dass wir spielerisch nicht schlecht sind. Jetzt haben wir die Härte aus der Hessenliga mitgenommen und uns fußballerisch weiterentwickelt. Aber mit so einem Start hat hier keiner gerechnet, es läuft einfach überragend.

Dabei habt ihr euch bereits nach einem Spieltag von Trainer Carlos Serrano getrennt. Co-Trainer Kujtim Iberhysaj und der Sportliche Leiter Karlo Seck lenken jetzt die Geschicke…

Es hat mit Carlos Serrano einfach nicht gepasst. Beide Seiten haben sich die Zusammenarbeit einfach komplett anders vorgestellt, sodass Trainer und Spielerrat diese Entscheidung dann gemeinsam getroffen haben.

Hat die Mannschaft trotz der sehr kurzen Zusammenarbeit aus dieser Zeit etwas mitnehmen können?

Ja. Carlos Serrano hat beispielsweise viel Wert auf Teambuilding gelegt, davon profitieren wir ungemein. In dieser Phase sind wir als Team enger zusammengerückt, jetzt ist jeder heiß und brennt auf Fußball. Ich persönlich habe davon profitiert, dass er mich auf die Zehn gestellt hat. Bislang habe ich im Seniorenbereich meist auf den offensiven Außenbahnen gespielt.

Und auf dieser Position scheinst du richtig aufzugehen. Vier Treffer und zwei Vorlagen in drei Begegnungen sind eine Hausnummer.

Die Position macht mir sehr, sehr viel Spaß. Ich bekomme extrem viele Bälle und kann diese verteilen. Außerdem komme ich oft zum Abschluss. Es passt einfach richtig gut.

Zurück zum Team: Was ist für euch möglich diese Saison?

Das ist wirklich schwierig zu sagen, der Start war auf jeden Fall super. Mein persönliches Ziel ist es, ganz oben mitzuspielen. Wir haben eine junge Mannschaft, die noch viel Potenzial besitzt. Letztlich gilt es auch abzuwarten, wie wir mit Misserfolgen umgehen werden. Ich denke, wir würden uns keinen Gefallen tun, wenn wir plötzlich vom Aufstieg reden – das wäre auch viel zu früh. Die Verbandsliga ist derzeit die richtige Klasse für uns.

Und wie wird es bei euch trainertechnisch weitergehen? Kann aus dem Interimsduo Iberhysaj und Seck auch ein Trainerduo mit Perspektive werden?

Das kann ich nicht beantworten, vielleicht wissen wir es in zwei bis drei Wochen. Derzeit läuft einfach alles gut, unerwartet gut (lacht).