Während sich die Mannschaft nach der Partie bei den rund 3000 Fans bedankte und sich feiern ließ, war Thalaus Regisseur Florian Storch nicht in Stimmung. „Jedes Jahr dieselbe Scheiße“, fluchte Storch, der ausführte, dass er nicht enttäuscht, sondern vielmehr sauer auf die eigene Leistung sei. „Uns hat einfach Wille und Mut gefehlt. Ich will unserer Mannschaft gar nicht absprechen, dass wir nicht alles probiert haben, aber der unbedingte Wille und die Überzeugung, das Tor zu erzielen, hat einfach gefehlt. Wir waren in den entscheidenden Momenten nicht da.“ Dabei habe sein FSV nach anfänglichen Schwierigkeiten das Spiel lange Zeit im Griff gehabt, auch wenn die großen Torchancen ausgeblieben waren. „Ich dachte wirklich, dass wir aus dem vergangenen Jahr gelernt haben und jetzt verlierst du wieder. Ich bin wirklich angefressen.“ Nüchterner war die Analyse von Trainer Jörg Meinhardt, der bereits direkt nach der Partie ganz unaufgeregt das Spiel bewertete. „Wenn du so einen Gegner nicht schlägst, dann hast du den Aufstieg einfach nicht verdient. Grebenstein war bedeutend schlechter als Kaufungen vergangenes Jahr“, befand Meinhardt, der bemängelte, dass seine Mannschaft nach einem Blackout in der ersten Halbzeit, der zum 0:1 geführt hatte, zu schläfrig agiert habe. Gerade zahlreiche Standardsituation der Thalauer brachten keinen Ertrag ein. „Da haben uns Wille sowie körperliche Präsenz gefehlt. In solchen Situationen musst du einfach robuster sein“, forderte Meinhardt, der aber feststellen musste, dass sein Team insgesamt zu harmlos agierte. „Dabei hat Grebenstein in der Defensive geschwommen ohne Ende. Aber wenn du so ein Spiel nicht gewinnst, darfst du dich am Ende des Tages nicht beschweren.“ Das Gegenteil von Meinhardt war über die gesamte Spielzeit TuSpo-Trainer Valentin Plavcic, der an der Seitenlinie wie ein Rumpelstilzchen agierte, jede Situationen kommentierte und impulsiv versuchte, seiner Mannschaft zu helfen. Ganz anders aber nach dem Schlusspfiff. Ein kurzes Shakehands hier, eine Umarmung dort, um dann neben seinem Co-Trainer auf der Bank Platz zu nehmen. „Das Spiel war brutal intensiv, da musste ich kurz durchschnaufen“, sagte Plavcic, der ankündigte, „dass ich heute Abend feiern werde, für mich aber morgen die Arbeit beginnt. In der Verbandsliga wird jede Menge auf uns zukommen, darauf muss ich die Mannschaft vorbereiten“. Für den Grebensteiner Coach war der Sieg seines Teams derweil hochverdient, weil seine Mannen in der Defensive wenig zugelassen haben. „Und das ist gegen die starke Thalauer Mannschaft nicht selbstverständlich, sie haben enorm viel Qualität und werden ihren Weg weiter gehen.“ Allerdings weiterhin in der Gruppenliga.