Es war ein ungewohntes Bild. Nicht Trainer Sedat Gören, sondern dessen „Co“ Yasin Kocatepe stand gegen den OFC an der Seitenlinie. Durch die Sperre durfte Gören keinen Kontakt zur Mannschaft aufnehmen. Doch sich heimlich, still und leise zurückzuziehen, war nicht der Stil des 52-Jährigen. Inmitten der Zuschauer auf der Gegentribüne weilte Gören. „Das war für manchen vielleicht komisch, aber ich wollte auf Ballhöhe sein“, erläutert der SGB-Coach, der gewohnt emotional dem Treiben folgte, jedoch Abstriche machen musste: „Du darfst halt nicht eingreifen. Natürlich würdest du gerne mehr unterstützen und Dinge korrigieren. Aber die Mannschaft hat es sehr gut gemacht. Wir hatten ein Chancenplus gegen einen Gegner, der ganz hohe Ambitionen hegt. Dass der OFC im Nachgang sagt, dass er mit einem Punkt zufrieden ist , ist Lob genug für uns.“
SG Barockstadt: Auswärtsspiel in der Regionalliga bei TuS Koblenz
Das Hessen-Derby ist abgehakt, die Reise ins „Deutsche Eck“ steht bevor. Erst am Spieltag macht sich die SG Barockstadt auf dem Weg nach Koblenz – und die 90 Minuten bei der TuS sind eine Einstellungssache bei den Spielern. „In diesen Spielen zeigt sich, wer Profi ist. Beim Blick auf die Tabelle geht jeder von einem klaren Ergebnis aus, aber die Resultate von Koblenz warnen uns“, sagt Gören und spricht die Punkteteilungen von Homburg und den Stuttgarter Kickers im Stadion Oberwerth an. Zudem siegte Koblenz jüngst im Landespokal beim wohl baldigen Regionalligisten Eintracht Trier vor über 7000 Zuschauern 1:0.
Apropos Stadion Oberwerth: Gören erinnert sich ungern an die letzte Partie zurück, als Barockstadt 1:2 bei Stadtrivale Rot-Weiß Koblenz unterlag . „Sehr verärgert“ sei der 52-Jährige im Frühjahr 2023 gewesen – trotz Klassenerhalt nach der Partie. Damals traf noch Marius Köhl für Koblenz, mittlerweile ist der Offensivspieler Barockstädter und traf beim 4:1 im Hinspiel gegen die TuS dreifach. Nach der Winterpause zündet der 22-Jährige noch nicht, die Unterstützung des Trainers ist ihm aber gewiss: „Die Vorbereitung war gut von ihm. Marius ist noch ein junger Spieler, weshalb auch mal ein Tief kommen kann. Außerdem analysieren die Gegner uns und ihn. Wir müssen sehen, ihn mannschaftlich freizulösen.“
SG Barockstadt: Kader-Fragezeichen und die Frage nach den Profis
Bleibt letztlich die Frage, wie Barockstadt die Gelbsperren von Eric Ganime, Aaron Frey und Moritz Reinhard auffängt. „In den Trainingseinheiten kristallisieren sich Spieler heraus. Es rutschen vielleicht Leute in die Startelf, an die noch niemand denkt. Die Jungs wissen, dass sie dranbleiben müssen und nun ist die Möglichkeit für Spieler vorhanden, die zuletzt weniger zum Zug kamen“, so Gören.