„Wir wollen uns sauber aus der Liga verabschieden, ich werde das heute beim HFV in die Wege leiten“, bestätigt Kittler und führt auch Gründe für den Gang in die Gruppenliga aus: „Ja, es ist auch eine finanzielle Entscheidung, aber nicht weil die Sportfreunde ‚pleite‘ sind, wie manche zu wissen glauben, sondern aus der Tatsache heraus, dass der Finanzplan für einen solch relativ kleinen Verein stets mit spitzer Feder geschrieben und nur mit sehr hohem organisatorischem und persönlichem Aufwand realisierbar war und für die Zukunft nicht weiter garantiert werden kann.“ Kittler führt aus: „Die stetig stagnierenden Zuschauerzahlen in allen Spielklassen, in welchen die SFS fußballerisch vertreten sind, sind in doppelter Hinsicht ein Grund hierfür. Bedeuten sie doch nicht nur rückläufige Einnahmen an der Eintritts- und Kneipenkasse, sondern auch eine immense Erschwernis bei der Suche nach Sponsoren, welche sowieso von sich aus immer weniger in Sponsoring zu investieren bereit sind.“ Natürlich seien die Kosten einer Hessenliga nicht nur auf dem Platz um einiges höher als in darunter liegenden Spielklassen. Dinge wie Busse zu Auswärtsspielen, höhere Lizenzgebühren und auch der Einsatz der Schiedsrichter-Gespanne anstatt eines einzelnen Referees bilden hier zusätzliche Posten, welche zum Teil auch noch separat organisiert werden müssen. Das 'Organisieren' führe zum zweiten, gravierenden Grund. Der personelle Aufwand, welcher für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs mit allen Facetten und über alle Spielklassen hinweg notwendig sei, sei schlicht kaum noch realisierbar: „Das rückläufige Ehrenamt ist natürlich kein Phänomen bei den Sportfreunden allein, sondern ist in allen Vereinen spürbar. Die Hessenliga aber hat hierzu Auflagen, welche dazu verpflichten, Personen für Funktionen benennen zu müssen, welche in anderen Klassen 'nebenher' laufen, wie beispielsweise einen Sicherheits- oder Fanbeauftragten.“ Zusätzlich stelle momentan auch der Verlust des Finanz-Beauftragten und Kassenwartes Manfred Deutschbein eine Unsicherheit dar: „All das, was unser Sportkamerad die letzten Jahrzehnte im Alleingang bewältigte, muss nun zunächst gesichtet, bewertet und auf andere Schultern verteilt werden. Allein hierfür braucht die Abteilungsleitung sicherlich einige Wochen.“ In Summe habe die Abteilungsleitung beschlossen, dass die Fußball-Abteilung der Sportfreunde Seligenstadt eine Atempause benötige, um sich nicht nur in sportlicher Hinsicht neu zu organisieren und sich zukünftig wieder mehr auf das eigentliche konzentrieren zu können.