Kopp rechnet: "Sieg wäre ein Traum"

Verbandsliga Süd: Neun Mannschaften mit Abstiegsangst

12.05.2017

In der Verbandsliga Süd liegt der Focus am 32. Spieltag - wie sollte es auch anders sein - weiterhin auf dem Kampf um den begehrten Aufstieg in die Hessenliga so wie auf dem Ligaverbleib: Neun Mannschaften streiten sich noch darüber, die geringsten Chancen hat hierbei der SV Geinsheim.

Türk Gücü Friedberg - VfR Fehlheim (Sonntag, 15 Uhr)

Mit dem souveränen 6:0-Sieg gegen den SV Geinsheim wurden bei Türk Gücü Friedberg im Nachholspiel am Mittwochabend sämtliche Restzweifel am Klassenerhalt ausgeräumt. Die Friedberger spielten auf ihrem kleinen Kunstrasenplatz ihre individuelle Klasse von Beginn an aus und ließen den Gästen außer bei einem Abschluss an den Pfosten keine Torchance zu. Trotz des Sprungs auf Platz fünf wollen die "Friedberger Türken" ihren guten Lauf fortsetzen und auch den abstiegsgefährdeten VfR Fehlheim ohne Punkte zurück an die Bergstraße schicken. "Wir werden auch das Spiel gegen Fehlheim hochkonzentriert und hoch motiviert angehen. Wir wollen aus der Ordnung heraus nach vorne spielen und Fehlheim das Leben so schwer wie möglich machen", blickte TGF-Trainer Mustafa Fil schon nach dem Geinsheim-Spiel auf den kommenden Gegner aus dem Bensheimer Stadtteil, dessen Trainer Martin Weinbach unter den 100 Zuschauern vor Ort war und sich akribisch Notizen über die spielstarken Friedberger machte. Beim Hinspiel gab Mustafa Fil in Fehlheim bei der 1:4-Niederlage sein Debüt bei seinem neuen Verein. "Ich hatte am Freitag die Mannschaft zum ersten Mal trainiert und hatte überhaupt keinen Einblick auf die Verbandsliga oder auf meine neue Mannschaft. Fehlheim hat damals sehr stark gespielt. Ich habe dem VfR-Trainer damals gedagt, dass sie nicht absteigen werden, weil sie sehr robust gespielt und sehr gut gegen den Ball gearbeitet haben. Sie spielen tiefe und schnelle Bälle nach vorne und haben verdient gegen uns gewonnen und sogar 4:0 zur Halbzeit geführt. Das wird ein ganz schwerer Brocken. Wir müssen uns darauf konzentrieren. Wir werden versuchen alles rauszuhauen", kündigt Fil an und schließt jegliche Form einer Wettbewerbsverzerrung aus: "Wir werden keinen Gang runterschalten, weil noch so viele Mannschaften gegen den Abstieg spielen. Somit müssen wir sehen, dass wir das Spiel erfolgreich bestreiten".

TS Ober-Roden - Usinger TSG (Sonntag, 15 Uhr)

Ober-Rodens Trainer Daniel Nister war nach dem knappen 3:2-Sieg in Bad Homburg nicht ganz zufrieden mit dem, was seine Mannschaft abgeliefert hatte: "Wir haben uns durch die Gegentreffer selbst in die Bredouille gebracht, weil wir nach der 2:0-Führung nicht den Sack zu, sondern es noch einmal spannend gemacht haben." Das wurde nun mit der Mannschaft aufgearbeitet, um es im Heimspiel gegen die Usinger TSG besser zu machen. Gemeinsam mit dem darauffolgenden Heimspiel gegen Hanau soll dann der Klassenerhalt perfekt gemacht werden. "Wenn wir mit der gleichen Leidenschaft zu Werke gehen, wie zuletzt, bin ich zuversichtlich, dass wir gewinnen", so Trainer Nister. Personell kann die TSO wieder aus den Vollen schöpfen. Lediglich Cengiz Veisoglu (verletzt) und Dennis Profumo (gesperrt) fehlen. Profumo wird dem Trainer in dieser Saison gar nicht mehr zur Verfügung stehen, da er nach seiner Roten Karte gegen den VFB Ginsheim für die verbleibenden vier Ligaspiele gesperrt wurde. Nicht nur die Ober-Rodener, sondern auch die Mannschaft von Trainer Marcel Kopp benötigt noch Punkte für den Klassenerhalt. Lediglich ein Punkt trennt die beiden Mannschaften aktuell voneinander. Mit einem Auswärtssieg könnten die Usinger den Kontrahenten auf Abstand halten. "Das ist definitiv unser Ziel. Wichtiger ist es aber, dass wir nicht verlieren. Ein Sieg wäre natürlich ein Traum, dann wären wir rechnerisch fast durch", sagt Marcel Kopp, für den Einsatz und Wille die entscheidenden Attribute in den verbleibenden Ligaspielen darstellen. "Es geht nicht darum einen Schönheitspreis zu gewinnen, sondern dem Gegner Paroli zu bieten", fügt Trainer Kopp hinzu. Die personelle Situation bei den Usingern sieht aktuell alles andere als gut aus, wodurch sogar das Training am vergangenen Dienstag abgesagt werden musst. "Die Spieler sollten die Möglichkeit bekommen wieder fit zu werden", erklärt Kopp, der auf Nils Arne Wielpütz, Julian Waschkau, Torben Selzer und Pascal Bretschneider verletzungsbedingt verzichten muss. Eric Bueno Oliva, Ulrich Strenkert, Otto Weber und Trainer Marcel Kopp selbst sind derzeit noch fraglich.

Spvgg. 03 Neu-Isenburg - Vatanspor Bad Homburg (Sonntag, 15 Uhr)

Das Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze zwischen der Spielvereinigung Neu-Isenburg und dem VFB Ginsheim wird sich wohl bis zum Saisonende fortsetzen. Am letzten Wochenende musste die Hoffmann-Elf im Gipfeltreffen eine bittere 0:1-Niederlgae einstecken, und hatte sich Stand vorgestern noch nicht so ganz davon erholt: "Die Stimmung in der Mannschaft ist noch nicht wirklich wieder gut. Alle sind schon ein bisschen traurig", sagt Neu-Isenburgs Trainer Peter Hoffmann. Weil die Hugenottenstädter aus eigener Kraft nicht mehr Meister werden können, ist gegen den TSV Vatanspor Bad Homburg ein Sieg sowieso Pflicht: "Gegen einen guten Gegner müssen wir ein gutes Spiel machen. Aber wir haben gerade zu Hause eine besondere Qualität", weiß Hoffmann. Sein Gegenüber, Bad Homburgs Sportmanager Hüseyin Güven, beschreibt die Situation wie folgt: "Wir wissen, um was es für Neu-Isenburg geht. Bei uns ist zwar etwas die Luft raus, aber wir wollen uns nicht einfach so ergeben." Um Wiedergutmachung sollte der TSV schon auch bemüht sein, denn das letzte Heimspiel ging mit 2:3 gegen Ober-Roden verloren: "Da haben wir eine größtenteils schwache Vorstellung geboten. Aber die Historie gegen Neu-Isenburg zeigt, dass wir alle drei Spiele gewinnen konnten. Wer mich kennt, der weiß, dass ich jedes Spiel gewinnen möchte. Außerdem hat sich der Verein unter meiner Leitung immer erfolgreich gesteigert. Die 50-Punkte-Marke möchte ich mit Abschluss der Saison schon noch erreichen", so Güven.

Spvgg. 05 Oberrad - VFB Ginsheim (Sonntag, 15 Uhr)

Für die Spielvereinigung Oberrad gibt es es nur noch eine Option, die Klasse zu halten: Alle drei Spiele gewinnen. Gleichzeitig dürfte aber auch in erster Linie der FC Bensheim nicht mehr gewinnen und nur noch maximal zwei Unentschieden holen, denn sogar der direkte Vergleich geht an die da Costa-Elf: Ausgerechnet jetzt hat die Spielvereinigung den VFB Ginsheim zu Gast: "Egal gegen wen wir spielen, wir wollen immer gut abliefern. Als ich die Mannschaft am achten Spieltag übernommen habe, hatten wir einen Punkt. In der Winterpause haben sich alle Mitabstiegskonkurrenten mit den vorhandenen finanziellen Mitteln enorm verstärkt, wir dagegen habe zwölf Spieler aus niederklassigen Mannschaften geholt, von denen elf über ein halbes Jahr nicht zu Einsatz kamen", sagt Oberrads Spielertrainer Baldo di Gregorio. Wenn es am Ende, was wahrscheinlich ist, die Klasse nicht gehalten werden kann, lag dann in erster Linie an der äußerst schwachen Hinrunde, denn in diesem Kalenderjahr gehört die Spielvereinigung zu den fünf stärksten Mannschaften. "Für uns besteht die große Herausforderung darin, den 1:0-Sieg gegen Neu-Isenburg nicht als Saisonhöhepunkt zu betrachten. Wenn wir in Oberrad nicht die richtige Einstellung mitbringen, kann der Vorwochenerfolg schnell nichts mehr wert sein", weiß Ginsheims Erfolgscoach Artur Lemm. Dass der Druck wächst, ist im VFB-Lager bekannt: "Die letzten drei Spiele zu gewinnen den Sieg gegen Neu-Isenburg eingeschlossen, das ist uns glaube ich in der Hinrunde nur einmal gelungen. Wichtig ist jetzt, dass wir gerade in puncto Einstellung bis zum Schluss alles geben, damit wir uns nichts vorzuwerfen haben, egal wie es ausgeht. Die Lockerheit darf dabei auf keinen Fall zu kurz kommen", so Lemm.

Germania Großkrotzenburg - FC Kalbach (Sonntag, 15 Uhr)

Noch einmal Schaulaufen bei den Großkrotzenburgern. Das Tabellenschlusslicht steht ja bekanntlich schon seit vielen Wochen als Absteiger in die Gruppenliga fest, lässt es sich aber nicht nehmen , hier oder da noch für Überraschungen zu sorgen: "Wir haben eine desaströse Personalsituation. Letzte Woche schon mussten unser Trainer Christian Schönig und unser Co-Trainer Tobias Fischer ran", sagt Großkrotzenburgs Pressesprecher Gerald Trageser. Zu allem Überfluss hat sich jetzt auch noch der zweite Torwart verletzt, so dass der untrainierte Stefan Jordanis für die letzten drei Spiele das Tor hüten wird. Dennoch hat Trageser einen abschließenden Wunsch: "Bei unserem letzten Heimspiel wollen wir unseren ersten Sieg auf eigenem Platz holen." Für die Gäste aus Kalbach ist die Partie beim Tabellenletzten ein Schlüsselspiel: "Egal mit welcher Elf wir gegen Großkrotzenburg auflaufen, wir müssen dort drei Punkte holen, sonst haben wir in der Liga nichts verloren", findet Kalbachs Co-Trainer Carmine Iannone deutliche Worte. Nach der 1:7-Heimniederlage gegen Türk Gücü Friedberg steht die Cirrincione-Elf mit dem Rücken zur Wand. Allerdings darf nicht unter den Tisch gekehrt werden, dass der FC mit argen Personalsorgen - gerade im Defensivverbund - zu kämpfen hat. Zumindest stehen den Nordfrankfurtern mit Stjepan Jurisic und Christopher Stein wieder zwei Stammspieler zur Verfügung: Jurisic hat seine zweite Gelb-.Rote Karte in Folge, und Christopher "Toto" Stein seinen grippalen Infekt "ausgesessen".

SG Bruchköbel - SV Geinsheim (Sonntag, 15 Uhr)

Für Bruchköbel heißt es am Sonntag, volle Konzentration auf den Platz zu bringen: "Es gab in unserem Verein schon eine Situation vor zwölf Jahren, als wir in der Hessenliga praktisch nicht mehr absteigen konnten, es aber dann doch noch sind", erinnert sich Bruchköbels Medienbeauftrager Michael Kwasniok. Das soll sich auf keinen Fall so wiederholen: "MIt einer konzentrierten Leistung, Pressing, und Torchancen, die wir uns erarbeiten wollen, haben wir am Sonntag hoffentlich gute Karten. Ein Sieg wäre schön, auch wenn es ein dreckiger wird", so Kwasniok. Im Abwehrbereich muss die SG auf Konstantin Büdinger verzichten, der sich im Spiel gegen Bad Vilbel eine Rote Karte abgeholt hat. Auch Ugur Erdogan, der immerhin schon zwölfmal getroffen hat, wird wohl aufgrund von Leistenproblemen fehlen. Für die Gäste ist es die allerletzte Chance - und das auch nur bei einem Sieg - das letzte Nichtabstiegs-Fünkchen am Glühen zu lassen. Wenn die Schicker-Elf auch nur zu einem Unentschieden kommt, dann ist schon der Abstieg besiegelt, obwohl der SV noch zwei weitere Spiele offen hat.