Die Marschroute war, dass wir gerade zu Beginn früh Druck machen, Ballgewinne im vorderen Drittel erzwingen und unsere schnellen Spieler wir Julian Ankert dann einsetzen“, lautete die Marschroute von Oberzells Interimscoach Benjamin Münch im Wissen, das Freitagsspiel in Bronnzell noch in den Knochen zu haben und in der Annahme, dass der Kontrahent aus Petersberg derzeit völlig verunsichert ist. Die Devise von Münch, der den letztmals gesperrten Trainer Frank Kühlthau gestern vertrat, ging voll auf, weil der gerade zu Beginn desolate RSV kräftig mithalf. Schon in dritten Minute klingelte es nach einer Ecke, als Julian Müller im Fünfer blank war. Nach zwölf Minuten stand es 2:0, weil Gästekeeper Timo Goldbach nach einer unglücklichen Rückgabe von Julian Elm den Ball aus Angst vor einem indirekten Freistoß wegen Rückpass nicht in die Hand nahm, sondern mit der Brust annehmen wollte. Dieses Vorhaben misslang gänzlich: Der Ball prallte zu Julian Ankert, der keine Mühe hatte einzuschieben. „Das ist natürlich eine Katastrophe, dass erst Andreas Brzoza und dann Timo solche Böcke schießen“, haderte Petersbergs Trainer Jürgen Krawczyk. Dessen Team schien nach 23 Minuten wieder im Spiel zu sein, hatte Oberzells Mike Löffert wegen einer Notbremse gegen Paul Reinhard die Rote Karte gesehen. Dabei brachte die Hausherren die Tatsache auf die Palme, dass Löffert klar den Ball gespielt hatte und Schiedsrichterassistent Dominik Rübel sogar Weiterspielen angezeigt hatte. Doch selbst die Überzahl vermochte Petersberg nicht in die Karten zu spielen, zu ängstlich und zu umständlich agierte der RSV. Stattdessen traf erneut der Ex-Fliedener Ankert mit der ersten Oberzeller Chance des zweiten Durchgangs nach einem Standard per Kopf aus 18 Metern zum Endstand. So machte sich Frust breit im Gästelager, wobei die beiden Gelb-Roten Karten mit Ansage den erfahrenen Recken Adrian von Pazatka und Tim Stenger auch in der allergrößten Krise nicht passieren dürfen. „Wir sind im Abstiegskampf, das ist klar“, redete Jürgen Krawcyzk nicht um den heißen Brei rum. Der erfahrene Coach wies gleichzeitig jegliche Rücktrittsgedanken von sich: „Ich habe keine Angst und nehme die Situation ein. Ich lasse meine Jungs sicher nicht hängen.“
Die Statistik:
SG Oberzell/Züntersbach: R. Dorn – Zeier (80. Kühlthau), Löffert, Manz, K. Föller – J. Müller, Statt – Eichholz (74. Herzog), V. Ankert – J. Ankert (78. J. Dorn), S. Ankert. RSV Petersberg: Goldbach – Kilian, Brzoza, Ehresmann, Elm – M. Aschenbrücker, Lindiger – Kücükler (71. Wittke), Reinhard, von Pazatka – Stenger. Schiedsrichter: Maximilian Schindler (Dieburg). Zuschauer: 150. Tore: 1:0 Julian Müller (3.), 2:0, 3:0 Julian Ankert (12., 67.). Gelb-Rote Karten: Adrian von Pazatka (72.) und Tim Stenger (89., beide Petersberg). Rote Karte: Mike Löffert (Oberzell/Züntersbach) wegen Notbremse (23.).
| SG Oberzell/Züntersbach - RSV Petersberg | |
| Liga: | Gruppenliga Fulda |
| Anstoss: | So - 02.09. 17:00 Uhr |
| Spieltag: | 6. Spieltag |
| Ergebnis: | 3 : 0 |
| Zuschauer: | 150 |
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