Krawczyk vor Comeback? "Ich habe genügend Zeit"

"Was macht eigentlich?": Ex-Borussen-Coach ist oft in Lehnerz

31.03.2017

Die osthessische Fußballbühne hat einige Namen hervorgebracht, viele sind von ihr aber auch ganz schnell wieder verschwunden. Oft stellen sich Fußball-Nostalgiker Jahre später dann die Frage: "Was macht eigentlich...?". Dieser wollen wir auf den Grund gehen, weshalb wir in unserer neuen Serie einmal wöchentlich einen ehemaligen Spieler, Trainer oder Funktionär vorstellen. Als nächstes ist Jürgen Krawczyk, Ex-Trainer unter anderem von Borussia Fulda, Petersberg und Hünfeld, an der Reihe.

Anfang diesen Jahres war es soweit, der Name Jürgen Krawczyk tauchte mal wieder in der Gerüchteküche der osthessischen Fußballlandschaft auf. Winfried Mehler, Vorstandsmitglied des FV Horas, bestätigte im Gespräch mit unserem Portal, dass Gespräche mit dem 64-Jährigen über ein Trainerengagement geführt wurden. "Ich hätte es wahrscheinlich gemacht", verrät Krawczyk, "aber da der jetzige Trainer Steffen Schäfer dann doch weitermachen wollte, hatte sich die Sache schnell erledigt." Gepasst hätte ein Engagement beim Mitte-Kreisoberligisten allemal. Seine Frau Viktoria ist seit vielen Jahren Vorstandsmitglied beim FVH, dazu leben beide nur einen Steinwurf vom Horaser Sportplatz entfernt. Generell ist Krawczyk durchaus offen auf eine neue Aufgabe: "Wenn ein passendes Angebot kommen würde, warum nicht? Ich habe genügend Zeit", so der Rentner. Das nötige Fachwissen ist jedenfalls noch vorhanden - alle Fortbildungen im Rahmen seiner A-Lizenz-Inhaberschaft hat der Trainer absolviert. Daneben nutzt er die Zeit unter anderem dazu, die verschiedensten Sportplätze der Region zu besuchen. Ob Spiele von A-Junioren-Hessenligist Viktoria Fulda oder Begegnungen von Frauen-Hessenligist Gläserzell, trainiert von seinem ehemaligen Schützling Goran Gajic - Krawczyk ist auf sämtlichen Sportplätzen der Region zu finden. "Am häufigsten war ich in letzter Zeit aber in Lehnerz. Die haben in den vergangenen Jahren den besten Ball gespielt."

Drei Hessenliga-Aufstiege in fünf Anläufen

Irgendwie ironisch ist es aber schon, dass der 64-Jährige ausgerechnet an der Richard-Müller-Straße so oft zu finden ist. Schließlich war Krawczyk mit Ausnahme des SV Steinbach bei allen höherklassigen Vereinen der Region aktiv - außer bei Lehnerz. Nach einer erfolgreichen Laufbahn als Fußballer - unter anderem spielte er in der Studenten-Nationalmannschaft mit dem jetzigen Trainer des FC St. Pauli, Ewald Lienen - startete der gebürtige Fuldaer seine Trainerkarriere vor mehr als 30 Jahren. Über die Stationen KSV Baunatal und FSV Schwarzbach landete Krawczyk bei einem Verein, für den er schon als Spieler aktiv war: dem SC Borussia Fulda. Bereits im ersten Jahr in der Johannisau gelang ihm der Aufstieg in die damals noch drittklassige Hessenliga. Der Sprung in die Hessenliga gelang ihm auch in seinen späteren Stationen beim RSV Petersberg und dem Hünfelder SV, jeweils im zweiten Jahr. "Ich habe also quasi fünf Jahre gebraucht, um dreimal eine Mannschaft in die Hessenliga zu führen", schildert Krawczyk. Ebenfalls als Trainer aktiv war er bei der SG Bad Soden und dem SV Buchonia Flieden. In all den Jahren trainierte er zahlreiche bekannte Gesichter der Region, beispielsweise Thomas Reith, Jörg Meinhardt, Jürgen Kreß, Meik Voll, Rolf Gollin, Mario Rohde und Marco Fladung. Sein bis dato letztes Engagement führte Krawczyk dann wieder zurück nach Fulda. Im Jahr 2012 übernahm er den damaligen Gruppenligisten mit einigen Ambitionen, wirklich erfolgreich verlief die Saison aber nicht. Deshalb wurde er im November von seinen Aufgaben als Sportdirektor und Trainer entbunden. Oft ist Krawczyk bei dem Verein, bei dem er die längste Zeit seiner fußballerischen Laufbahn verbracht hat, nicht mehr. "Aber ich habe schon registriert, dass sie eine sehr gute Entwicklung genommen haben. Borussia ist ja auf dem besten Weg, den Aufstieg in die Regionalliga vielleicht noch in diesem Jahr zu schaffen."