Es lief die Schlussphase im Heimspiel gegen die SG Marköbel. Die Gastgeber rannten dem Rückstand hinterher und versuchten noch zum Ausgleich zu kommen. Bei einem Eckball marschierte Rosenhöhe-Keeper Nicolas Läpple mit nach vorne. Der Ball landete am zweiten Pfosten bei Christian Rüger. Der Stürmer zog ab, aber sein Versuch wäre neben den Kasten gegangen. Doch Läpple, der sich vor Marköbels Schlussmann Felix Sticher postiert hatte, konnte das Leder noch zum vielumjubelten Ausgleich über die Linie drücken. "Ich konnte es erstmal kaum glauben und wusste auch nicht wie ich jubeln soll", beschreibt Läpple seine Emotionen nach dem Treffer. "Das war Freude und Erleichterung pur." Erleichterung vor allem deshalb, weil er bei Marköbels Führungstreffer nicht gut ausgesehen hatte. "Deswegen wusste ich nach dem Spiel auch nicht, ob ich lachen oder mich ärgern soll", so der 22-Jährige, der eigentlich gar nicht mehr mit nach vorne gehen wollte. "Zwei Minuten vorher gab es schon eine Ecke und ich war mit vorne. Da hätten wir fast das 0:2 bekommen, aber Daniel Pfitzer konnte alleine gegen drei Leute retten. Deswegen wollte ich gar nicht mit. Aber Rügi (Christian Rüger, Anm. d. Red.) hat mich dann gerufen und gesagt: 'Es ist egal ob wir 1:0 oder 2:0 verlieren. '" Somit hatte Rüger nicht nur als Vorlagengeber entscheidenden Anteil am Ausgleich.
"Wir funktionieren als Team"
Trotz des Ausflugs in die Torjägergilde liegt Läpples Hauptaufgabe weiter im Verhindern von Toren. Diesen Part erledigt er nun in der zweiten Saison bei der Rosenhöhe. "Wieder" wie er betont, denn in seinem zweiten A-Jugend-Jahr war er schon einmal für die Offenbacher am Ball. "Mein erstes Pflichtspiel habe ich da schon in der ersten Mannschaft gemacht." Danach folgten eineinhalb Jahre bei der Spvgg. Neu-Isenburg und ein halbes Jahr beim FC Kalbach. "Ich bin dann zurück zur Rosenhöhe, weil der damalige Stammtorhüter aus privaten Gründen nicht mehr konnte und der Verein einen Torwart gesucht hat." Generell läuft die Saison für die Rosenhöhe laut Läpple "hervorragend." Nach der letzten Spielzeit, in der der Verein eigentlich abgestiegen war und nur aufgrund des Rückzugs der Sportfreunde Seligenstadt in der Liga geblieben ist, kommt der derzeitige vierte Rang schon etwas überraschend. Der Aushilfstorjäger nennt auch den Grund für den Aufschwung: "Ich würde sagen, dass wir als Team besser funktionieren als im letzten Jahr. Fehler werden sofort abgehakt und jeder versucht, sie für den anderen auszubügeln." Doch obwohl sein Team derzeit auf dem vierten Rang liegt und Kontakt zur Spitze hat, lässt sich der Keeper nicht zu einer Kampfansage hinreißen. "Wir schauen von Spiel zu Spiel und versuchen erstmal, die 45 Punkte zu erreichen." Eine Marke, die bei momentan 41 Zählern relativ bald erreicht werden sollte.