Maikranz denkt an Verstärkungen

Verbandsliga: Legt Primus im Sturm nach?

02.11.2017

Halbzeit in der Verbandsliga – und für die sechs osthessischen Teams ist die Gemengelage gänzlich verschieden: Johannesberg wäre Stand jetzt Meister, Hünfeld würde zumindest noch in den Aufstiegsspielen um die Hessenliga kämpfen. Bad Soden, Neuhof sowie Petersberg wären hingegen abgestiegen. Nur Lehnerz II hält sich aus Auf- und Abstiegskampf raus.

Hünfelder SV – Hessen Kassel II (Samstag, 15 Uhr).

Die Elf von Dominik Weber ist im Flow, gewann zuletzt sieben Spiele in Serie, die drei vergangenen allesamt auswärts. Nach dem samstäglichen Spiel gegen die Regionalliga-Reserve muss der HSV erneut dreimal in Folge in der Fremde ran. „Wir dürfen Hessen Kassel II aber keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, denn im Vorbeigehen wird es nicht funktionieren“, hebt Weber mit Blick auf einen Gegner, der auswärts noch ohne Sieg ist und im Hinspiel chancenlos war, warnend den Zeigefinger. Ein Fragezeichen steht hinter Sebastian Körner: Der Rechtsverteidiger plagt sich mit Leistenproblemen herum, am Dienstag in Lehnerz nahm seine Rolle Sven Bambey ein. „Sven ist aktuell ein gutes Beispiel, wie nah unsere 13, 14 Feldspieler beisammen sind. Er war richtig gut drauf, wurde durch eine Bauchmuskelverletzung zurückgeworfen und hatte es nun schwer, wieder in die Mannschaft zu kommen“, erklärt Weber. Der 37-Jährige lobt derweil sein Team hinsichtlich des jüngsten Siegs bei Lehnerz II: „In früheren Auswärtsspielen wären nach dem Rückstand die Köpfe runtergegangen, jetzt aber bewahren wir kühlen Kopf, spielen strukturiert weiter. Da hat eine Entwicklung stattgefunden.“ Sonderlob ernten dabei die Sechser Lukas Budenz und Julian Rohde sowie Rechtsaußen Christoph Neidhardt: "So gut habe ich Neidi lange nicht gesehen, er ist vorgegangen, hat eine überragende erste Halbzeit gespielt und macht unter Druck beide Elfmeter rein."

RSV Petersberg – SG Johannesberg (Sonntag, 14.30 Uhr).

Bereits nach der neuerlichen Niederlage in Dörnberg redete sich Christian Hehrmann den Mund fusselig. Der Petersberger Trainer habe es satt, dass das Team gelobt werde, allerdings keinen Profit aus guten Spielen schlage. Angefangen hatten solcherlei Probleme just im Hinspiel gegen Johannesberg, als der RSV einen Punkt verdient gehabt hätte, kurz vor Schluss aber doch noch mit 0:1 unterlegen war. Da sich nun auch noch Tim Stenger die Hand gebrochen hat und Boris Aschenbrücker weiterhin fehlt, stellt sich die Offensive von selbst aus. Stenger war bislang an sechs, Aschenbrücker an fünf Treffern bei dem Team beteiligt, das mit 20 Toren die zweitschwächste Offensive der Liga stellt. Und nun geht es auch noch gegen den frischgebackenen Herbstmeister. Ein Titel, der keiner ist, allerdings Aussagekraft besitzt: Mit Ausnahme der Vorsaison, als Flieden von Platz drei aus noch Sand und Hünfeld abfing, stand der Herbstmeister in den vergangenen sechs Jahren auch immer am Ende ganz oben. SGJ-Trainer Jochen Maikranz weiß die Situation auch weiterhin einzuschätzen, erkennt nach einer etwas schwächeren Phase einen „klaren inhaltlichen Aufwärtstrend“ und ist froh, dass sich die Kadersituation eindeutig entspannt. Fehlen werden am Sonntag nur noch Denis Dechant (beruflich verhindert) und Onur Özger (Knöchelverletzung), dazu stehen die Offensivkräfte Niklas Bleuel und Witali Bese bekanntlich auf Dauer nicht zur Verfügung. Letztgenannte Personalien verleiten Maikranz derweil dazu, sich umzuschauen: „Beim Blick auf die nackten Zahlen muss uns klar sein, dass es schwierig werden wird, uns mit den wenig geschossenen Toren in der Spitzengruppe zu halten.“ Der aus demSinntal stammende A-Lizenz-Inhaber nimmt Bezug auf die erst 24 Saisontore und erklärt, „dass uns ein Offensivspieler, der uns mehr Torgefahr ermöglicht, gut zu Gesicht stehen würde“. So müsse man die Situation nun intern bewerten und sensibel Ausschau halten.

TSV Mengsberg – TSV Lehnerz II (Sonntag, 14.30 Uhr).

Schaut Sedat Gören auf das Dienstagsspiel gegen Hünfeld zurück, geht dem Lehnerzer Trainer das Herz auf, „weil das ein unfassbar intensives, auf sehr hohem Niveau geführtes Spiel war“. Umso bitterer war der Schlussakkord mit zwei Elfmetern gegen sein Team. So sei das Zustandekommen des zweiten höchst zweifelhaft gewesen. Dennoch zieht Gören die vielen positiven Dinge des Spiels heraus und verweist dabei auf die Entwicklung der Mannschaft: „Im Hinspiel gegen Mengsberg zum Beispiel waren wir noch in einer ganz anderen Situation, in der Findungsphase. Mittlerweile spielen wir fast immer mit dem identischen Team, haben zuletzt richtig überzeugen können.“ Schlusslicht Mengsberg dürfe man freilich trotz Favoritenrolle nicht unterschätzen. Robin Sorg (Sperre) muss passen.

1. FC Schwalmstadt – SV Neuhof (Sonntag, 14.30 Uhr).

Im Hinspiel gelang gegen die Schwälmer der erlösende erste Dreier, doch noch immer steckt der SVN im Abstiegsstrudel und tritt nun bei einem direkten Konkurrenten an: „Ich habe ein gutes Gefühl, weil die Jungs aktuell einfach gut drauf sind. Gerade die zweite Reihe macht Druck, was uns wirklich gut tut“, sieht Neuhofs Co-Trainer Martin Döppenschmidt die aktuelle Situation optimistisch, weiß aber, „dass wir so ein wichtiges Spiel jetzt einfach mal gewinnen müssen“. In Bad Soden habe sich sein Team zuletzt gut verkauft, gerade ob der Tatsache, dass auf ungewohntem Kunstrasen gespielt werden musste.

TSV Rothwesten – SG Bad Soden (Sonntag, 14.30 Uhr).

Ob auf dem tiefen Geläuf in Rothwesten gespielt werden kann, ist unklar. Eine Absage würde Sodens Trainer Anton Römmich nicht in den Kram passen, „weil wir gut drauf sind, fit sind und Punkte wollen“. Auch vor schlechten Platzverhältnissen hat Römmich keine Angst: „Rennen, kämpfen, Leidenschaft zeigen: Das ist aktuell unsere Stärke, deswegen kommen uns tiefe Plätze entgegen.“ Dem Gegner, gegen den Römmich im Hinspiel noch selbst auf dem Platz stand, gelte es einmal mehr mit kompakter und konzentrierter Defensivarbeit zu begegnen, um die schnellen Außen und den robusten Mittelstürmer nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. In den Kader wird erneut Manuel Grauel aus der KOL-Reserve rücken, Angelo De Carvalho (zuletzt krank) soll Spielpraxis in der Zweiten sammeln.