Mehic will Lehnerz-Serie mit mutigem Spiel beenden

Verbandsliga: Derby und Topspiel locken

22.09.2016

Nachdem die SG Bad Soden die schier ewig erscheinende Durststrecke dank des Erfolgs gegen Eintracht Baunatal (4:2) überwinden konnte, steht nun eine äußerst unbequeme Aufgabe ins Haus: Die Reise führt die "Sprudelkicker" am Sonntag (15 Uhr) zur formstarken Hessenliga-Reserve des TSV Lehnerz. Bereits 24 Stunden zuvor empfängt Buchonia Flieden den CSC 03 Kassel zum Topspiel des Spieltags.

TSV Lehnerz II - SG Bad Soden (Sonntag, 15 Uhr).

Vier Tore, und damit doppelt so viele wie in den fünf Partien zuvor, erzielte Bad Soden gegen Baunatal. Natürlich war längst nicht alles Gold, aber am Offensivspiel fand Trainer Sead Mehic Gefallen: "Das war sehr positiv. Wir hätten auch noch mehr Tore erzielen können. Wichtig war, dass wir uns so viele Chancen herausgespielt haben." Daran soll beim formstarken TSV II angeknüpft werden: "Wir müssen mutig nach vorne spielen, aber aus einer kompakten Ordnung heraus. Wenn die Umschaltbewegung passt, bin ich zuversichtlich, dass wir in Lehnerz etwas mitnehmen." Wichtig ist für Mehic, dass die erfahrenen Spieler - namentlich Alexander Blocher, Hamza Boutakhrit, Tuna Moaremoglu, Tim Mulfinger und Sven Hassler - Verantwortung übernehmen, auch wenn zuletzt gerade die Youngster Lars Jordan und Jaron Krapf zu überzeugen wussten. Nach drei Siegen muss Lehnerz-Trainer Sedat Gören eine Hiobsbotschaft verkraften: Kapitän Kaan Say brach sich beim 5:1 in Hünfeld den Arm. Wie Gören Say auf der einzigen Sechserposition ersetzen will, ist offen. "Der Ausfall tut weh, Kaan war in Topform", sagt Gören, kann aber eventuell wieder auf Julian Pecks zurückgreifen, auch Lukas-Marvin Friedrich ist eine Alternative für die Startelf. Auf alle Fälle wieder dabei ist Osman Özlük, der seine Sperre abgesessen hat. Gesperrt ist seit Mittwoch allerdings Ilker Dapar. Der Mittelfeldspieler leistete sich als Betreuer der D-Junioren der JSGSteinau/Marborn eine gravierende Unsportlichkeit gegen den Schiedsrichter und darf bis 4. Oktober keinen hessischen Fußballplatz aufsuchen.

SV Buchonia Flieden - CSC 03 Kassel (Samstag, 15 Uhr).

Still und heimlich hat sich Buchonia Flieden auf den zweiten Tabellenrang geschoben und empfängt nun Aufsteiger CSC 03 Kassel (Tabellenplatz vier) zum ersten echten Topspiel im Königreich. Meik Voll ist gewarnt: "Wir müssen den Taktgeber auf der 'Sechs' aus dem Spiel nehmen und die Außenspieler ausschalten, sollten insgesamt aber nicht so großen Wert auf den Gegner legen, sondern versuchen unser Spiel durchzudrücken", sagt der Fliedener Trainer, der sich angesichts seines Gegenübers ("Lothar Alexi ist ein richtiger Trainerfuchs") eins, zwei Überraschungsmomente ausdenken möchte. Viele Möglichkeiten im personellen Bereich bleiben Voll nicht, schließlich ist die Liste der Verletzten weiterhin lang: Sebastian Dinov, Lukas Heil, Stefan Dietz und Marco Gaul fehlen definitiv. Bei Dinov (Entzündung über der Patellasehne) und Gaul (Innenbandverletzung im Knie) sollen MRT-Untersuchungen noch größeren Aufschluss über die Schwere der Verletzungen geben. Imal Schersadeh fehlt gesperrt, Fabian Schaub ist nach wie vor angeschlagen.

SV Adler Weidenhausen - RSV Petersberg (Samstag, 15.30 Uhr).

Nach der Meisterschaft im Mai bekam Petersberg überraschend elektronische Post aus Weidenhausen: "Sie haben uns zum Titel gratuliert und erklärt, dass sie sich riesig auf den RSV freuen. Das war der einzige Verein in der Verbandsliga. Eine ganz faire Geste", erinnert sich RSV-Trainer Goran Gajic, der mit einem Schmunzeln im Gesicht die Vermutung hegt, "dass Petersberg wahrscheinlich nie was in Weidenhausen geholt hat". Diesmal sollen allerdings keine Geschenke verteilt werden: "Jeder weiß, wie schwer es ist, in Weidenhausen zu punkten. Aber wir müssen auswärts mal was holen", fordert Gajic, der der Mannschaft allerdings auch keinen Druck macht: "Die Situation hat sich nicht verbessert. Ich kann die Mannschaft nicht verstärken, aber bei uns herrscht weiterhin Ruhe, die Stimmung ist perfekt. Wir müssen bescheiden bleiben, weiterhin an uns arbeiten und vielleicht haben wir wieder das Quäntchen Glück wie am Sonntag, das uns im ganzen August noch gefehlt hatte." Gerade die vergangenen drei Partien lassen Petersberg hoffen: Zwei wurden gewonnen, das Auswärtsspiel bei CSC 03 Kassel nur äußerst unglücklich verloren.

SV 07 Eschwege - Hünfelder SV (Samstag, 15.30 Uhr).

Eine durchaus empfindliche 2:4-Niederlage kassierte der HSV vor einem Jahr zu einem ähnlichen Zeitpunkt in Eschwege. Auch damals misslang den Nullsiebenern der Start gewaltig. Diesmal wollen die Haunestädter mehr, wenngleich Coach Dominik Weber warnt und gleichzeitig fordert: "Die haben eine gute Qualität, auch wenn sie jetzt gerade mal im unteren Drittel stehen. Aber wir fahren nach Eschwege und wollen da gewinnen." Auswärts lässt sich die Bilanz Hünfelds aktuell sehr gut lesen: Unentschieden bei den Topteams aus Sand und Flieden, dazu Siege in Schwalmstadt, Hessen Kassel, Petersberg und Baunatal.

FC Bosporus Kassel - SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).

Einmal gab's das Duell schon: Vor gut zwei Jahren besiegte Neuhof Bosporus in den Aufstiegsspielen dank des Doppelpackers Radomir Vlk mit 3:1 und legte damit den Grundstein zur Verbandsliga-Rückkehr. In diesem Sommer schaffte der Multikultiklub aus der nordhessischen Metropole nun auch den Aufstieg über die Relegation, macht aktuell allerdings das erste heftige Tief durch: Das Trainerduo wurde bereits rausgeworfen und zuletzt setzte es vier Niederlagen in Serie. Vielleicht genau der richtige Gegner für den SVN, um nach dem glatten 0:3 zuhause gegen Eschwege wieder in die Spur zu finden.