Nidda mit letzter Chance in Hanau

Verbandsliga Süd: Bruchköbel bei Germania Ober-Roden

17.11.2017

Am 19. Spieltag dürfte in der Verbandsliga Süd ein besonderer Fokus auf den Partien zwischen dem SC 1960 Hanau und Viktoria Nidda, Türk Gücü Friedberg gegen Viktoria Urberach und Rot-Weiß Darmstadt, die den Tabellenführer FV Bad Vilbel empfangen, liegen.

SG Rot-Weiss Frankfurt II - TS Ober-Roden (Sonntag, 14.45 Uhr)

Rot-Weiss Frankfurt II, mit 15 Punkten aus 16 Spielen tief in der Abstiegszone steckend, muss am Sonntag gegen die nur einen Platz besser platzierte, aber schon vier Punkte mehr aufweisende TS Ober-Roden antreten. Die U23 der "Roten" sieht sich nach vier Niederlagen in Folge in einer Abwärtsspirale. Dabei musste die Mannschaft von Trainer Hicham Tahrioui 16 Gegentore schlucken. "Wir befinden uns nach wie vor in einer Findungsphase. Wir haben U19-Spieler, die letzte Saison noch in der A-Jugend-Verbandsliga spielten und sich jetzt in einem Herren-Verbandsliga-Team wiederfinden. Alle sind bestrebt nach Erfolg. Dazu gehört auch, dass wir unsere besten Spieler an das Hessenliga-Team abgeben, weil diese Akteure dort benötigt werden", zeichnet Hicham Tahrioui das aktuelle Bild. Zur Winterpause will der Coach neue routinierte Spieler holen, um die "Schülermannschaft" zu führen: "Die jungen Spieler brauchen Dirigenten, die ihre Athletik führen". Eine andere Baustelle bei den "Roten" zieht sich noch: "Wir müssen das Schiff Rot-Weiss-Senioren in die richtigen Bahnen lenken. Ich appelliere an Funktionäre und Spieler, jetzt damit zu beginnen", so Tahrioui. Gegner TS Ober-Roden heimste seit der Installierung von Interimstrainer Zivojin Juskic sieben von möglichen 15 Punkten ein. Nur zwei Punkte trennt die Turnerschaft nur noch von einem Nichtabstiegsplatz. Juskic will sich dabei nicht an anderen Mannschaften orientieren: "Für uns ist es wichtig zu punkten. Wir brauchen am Saisonende 43 Punkte, wo wir die holen ist letztlich unwichtig". Für den Coach ist es wichtig, "dass wir in verschiedenen Bereichen Disziplin einbringen. Das ist die Basis zum Erfolg. Wir müssen zeigen, dass wir bereit sind, den Weg konsequent zu gehen". Personell sieht es nicht so rosig aus. Kapitän Benedikt Strauss hat sich eine Knieverletzung zugezogen. Ali Kazimi laboriert an einem Muskelfaserriss und Jannis Fritsch hat sich im Training verletzt. Darüber hinaus fehlt Stürmer Cengiz Veisoglu aus privaten Gründen. Dafür sind Feta Suljic, Michel Klinger und Thomas Barowski wieder an Bord. (pa)

SC 1960 Hanau - Viktoria Nidda (Sonntag, 14.45 Uhr)

"Nidda kennen wir ja aus Gruppenliga-Zeiten. Eine große Stärke bei denen ist, dass sie von der ersten bis zur letzten Minute kämpfen und eine gewisse Qualität in der Offensive haben. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir sie in der Defensive knacken können", sagt Hanaus Pressesprecher Okan Sari. Die Industriestädter haben aus den letzten vier Spielen drei Punkte geholt. Jetzt soll auf der Leistung gegen Urberach aufgebaut werden: "In den letzten beiden Spielen haben wir unglücklich Punkte liegen lassen. Aber insbesondere in der zweiten Halbzeit haben wir beim 3:3 gegen Urberach überragend gespielt. Wir wollen gegen Nidda punkten, um die hinteren Mannschaften auf Distanz zu halten. Beim SC1960 wird Melih Gültekin wegen seines Muskelbündelrisses bis zur Winterpause ausfallen. Semih Aydilek ist privat in der Türkei, Timo Daubers Einsatz ist nach seinem Bänderanriss noch fraglich und Güney Günel ist nach seiner Roten Karte noch für zwei Spiele gesperrt. Die letzte Chance auf den ersten Auswärtssieg vor der Winterpause hat Viktoria Nidda, die ebenfalls mit Personalnöten zu kämpfen haben. Besonders in der Offensive ist der Aufsteiger derzeit gehandicapt: "Jannik Jung hat noch muskuläre Probleme und Noah Michel hat noch garnicht trainiert", informiert Niddas Trainer Carsten Weber. Michel war Freitagabend letzter Woch die Treppe hinaufgefallen und musste mit einer Risswunde am Knie genäht werden. "Es liegt in meiner Verantwortung, ob ich ihn bringe. Wir haben ja auch noch ein Spiel gegen Alsbach", wartet Weber ab. "Hanau ist extrem schwierig einzuschätzen und es ist schwer planbar, sie zu bespielen. Unser Ziel ist es jetzt, die extremen Ausfallwahrscheinlichkeiten zu kompensieren. Qualität dafür haben wir noch im Kader", bleibt Weber optimistisch. (cw)

FC Alsbach - Eintracht Wald-Michelbach (Sonntag, 14.45 Uhr)

Personalsorgen prägen weiterhin den Saisonverlauf beim FC Alsbach. Nun hat es auch noch Angreifer Phillipp Emig erwischt. Die Ausfalldauer beträgt mindestens bis zur Winterpause. Er zählte bislang zu den zuverlässigsten Stützen beim FCA und führt mit acht Toren aus zwölf Spielen auch die interne Torschützenliste beim FCA an. Da Spielmacher Cengiz Gencer nach seiner Roten Karte im Hinspiel für sieben Spiele gesperrt wurde, konnte er in dieser Saison noch nicht so richtig rein finden. Ein weiteren Torjäger außer Bender wird in Alsbach vergeblich gesucht, nur Alexis Bonias mit fünf Toren kann da noch einigermaßen mithalten. Im wichtigen Süd-Klassiker gegen Wald-Michelbach erwartet Alsbachs Presseprecher Andreas Rothermel ein "enges Spiel. Das waren immer hartumkämpfte Spiele mit einer ausgeglichenen Bilanz. Im Hinspiel war es hitzig. Wir konnten dort keinen kühlen Kopf bewahren". Die Folge war der Platzverweis gegen Gencer und der Absturz des FCA in die Abstiegszone. Aber mit einem Sieg könnte das Team von der Bergstraße die Odenwälder in der Tabelle überholen. "Wir müssen über das Kollektiv kommen", fordert Rothermel. Mit 21 Punkten hat sich Wald-Michelbach nach einem schleppenden Start in das Tabellenmittelfeld abgesetzt. Allerdings trennt das Team von Trainer Ralf Ripperger nur einen Zähler zur Abstiegszone, wo auch die Alsbacher momentan noch feststecken. (pa)

Türk Gücü Friedberg - Viktoria Urberach (Sonntag, 14.45 Uhr)

"Wir versuchen uns immer weiter zu optimieren. Nach zuletzt sieben Siegen und einem Unentschieden sind wir natürlich sehr zufrieden. Es ist ein Prozess und wir brauchen Zeit für Automatismen. Dafür arbeiten wir sehr intensiv innerhalb der Mannschaft. Das bedeutet sehr viel Arbeit. Wir wissen aber auch, dass wir nicht locker lassen dürfen", beschreibt Türk Gücü Friedbergs Trainer Mustafa Fil die Entwicklung seiner Mannschaft. Urberach ist den Burgstädtern noch vom ersten Spieltag beim 4:3-Sieg in bester Erinnerung: "Da haben sie uns schon in allen Mannschaftsteilen auf eine harte Probe gestellt. Vor allem auf den Außenbahnen und in der Spitze sind sie gut besetzt. Da müssen wir auf jeden Fall dagegenhalten", vermutet der Coach des Tabellenzweiten. Bei zwei Siegen und zwei Unentschieden zuletzt steht der Hessenliga-Absteiger zwar noch auf einem Abstiegsplatz, hat aber auch noch zwei Nachholspiele in peto: "Die zwei Spiele haben wir zwar noch in der Hinterhand, die werden uns aber nicht automatisch gutgeschrieben. Darum planen wir auch nicht mit eventuellen Punkten", erklärt Urberachs Co-Trainer Marco Saul. Dass es die Viktoria drauf hat, gegen vermeintliche Top-Mannschaften mehr als dagegenzuhalten, haben sie schon mehrfach bewiesen: "In Hanau 93 haben wir bis zur 60. Minute geführt, in Bad Vilbel sogar 1:0 gewonnen. Wenn wir diese Leistungen wieder abrufen werden, dann könnte es sein, dass unsere Serie nicht verloren gegangener Spiele auch in Friedberg weitergeht. Das wäre super", so Saul weiter. (cw)

Germania Ober-Roden - SG Bruchköbel (Sonntag, 14.45 Uhr)

Aufsteiger Germania Ober-Roden steht zwar momentan auf Rang acht der Tabelle, der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt aber nur drei Punkte. Zwei Wochen sind seit dem 2:1-Derby-Triumph beim Lokalrivalen TS Ober-Roden vergangen, zwischenzeitlich fiel das Heimspiel gegen Rot-Weiss Frankfurt II den schlechten Witterungsverhältnissen zum Opfer. Aus den letzten fünf Spielen holte die Germania fünf Punkte und erzielte nur drei Tore, davon zwei durch Joker Samuel Owusu im Lokalderby. Die letzten beiden Heimspiele endeten 0:0 und das Team von Trainer Adeniyi Akinwale ist in dieser Saison nach wie vor ohne Heimsieg. Die Situation beim abgeschlagenen Schlusslicht Bruchköbel ist aussichtslos. Mit nur zwei Punkten rangiert das Team von Interimstrainer Carsten Keller am Tabellenende. Lichtblicke gab es in letzter Zeit schon: Das 1:1 gegen Hanau 1960, als der erste Sieg haarscharf verpasst wurde, oder die erste Hälfte bei Türk Gücü Friedberg, als die SGB nach 45 Minuten ein 0:0 hielt, am Ende aber doch mit 1:5 unterlag. All das wird aber nichts daran ändern, dass die Verantwortlichen in Bruchköbel schon jetzt für die Gruppenliga Ost planen müssen. Nach dem letzten Punktspiel diesen Jahres übernimmt Albert Repp die Trainerstelle von Carsten Keller. Bis dahin müssen die Bruchköbeler in den letzten Spielen des Jahres mit einer immer dünner werdenden Personaldecke auskommen. "Wir wollen auch bei Germania Ober-Roden mit unseren Möglichkeiten dagegenhalten", blickt SGB-Medienvertreter Michael Kwasniok auf das Gastspiel an der Frankfurter Straße voraus. (pa)

Rot-Weiss Darmstadt - FV Bad Vilbel (Sonntag, 14.45 Uhr)

21 Punkte aus 17 Spielen, dabei nur drei von neun Heimspielen gewonnen. Die Bilanz hätte sich der Hessenliga-Absteiger vor der Saison wahrscheinlich schon etwas smarter vorgestellt. Wenn jetzt der Tabellenführer aus Bad Vilbel anreist, werden die Darmstädter wohl dennoch nicht vor Ehrfurcht erstarren. Am ersten Spieltag in Bad Vilbel spielte die Lohrer-Elf beim 2:3 teilweise sehr gut mit, und mit Christopher Nguyen haben die Rot-Weißen einen Stürmer besonderer Güte in ihren Reihen: Bereits 15 Mal hat der 29-Jährige bis jetzt für die Darmstädter getroffen. Deutlich anders ist die aktuelle Lage bei den Brunnenstädtern. Die letzte Niederlage gegen Viktoria Urberach vor mehr als zwei Monaten liegt zehn Spieltage zurück. Den spielfreien Tag vom letzten Wochenende kann Trainer Amir Mustafic nicht einordnen: "Ob der zur rechten Zeit kam oder nicht, das wird sich zeigen. Vorher hatten wir ja einen guten Lauf. Wir haben jetzt gut trainiert und die Spieler haben ein paar Tage frei gehabt. Wir sollten auf jeden Fall in der Lage sein, in Darmstadt zu bestehen." Für Darmstadts Top-Torjäger Christopher Nguyen hat Mustafic, dem Nuh Uslu berufsbedingt fehlen wird, keine Sonderbewachung vorgesehen: "Bei allem Respekt vor Darmstadt, aber das werden wir nicht machen. Wir werden selbst versuchen, unser Spiel durchzuziehen." (cw)

FC 07 Bensheim - SV FC Sandzak (Sontag, 14.45 Uhr)

Mit einem überzeugenden 4:2-Sieg gegen Eintracht Wald-Michelbach hat sich der FC Bensheim in das Tabellenmittelfeld katapultiert. Nun steht am Sonntag das Heimspiel gegen Aufsteiger SV FC Sandzak an, mit dem die Südhessen im Hinspiel keine Bekanntschaft machen konnten. Die Begegnung des ersten Spieltages fiel seinerzeit aus, weil die Duschen auf der Sportanlage in Bonames nicht funktionierten. Der Verband wertete das Spiel am grünen Tisch mit 3:0 Toren für Bensheim. Für Sandzaks Trainer Aleksandar Pajic geht es jetzt im Rückspiel darum, die richtigen Tugenden an den Tag zu legen und vor allem zwischen der 80. und 90. Minute keine Gegentore mehr zu kassieren. Denn wie so oft in der Vergangenheit kassierte der SV FC auch im Gastspiel in Usingen einen späten Ausgleichstreffer. "Würden wir wie in der B-Jugend nur 80 Minuten spielen, wären wir wohl Tabellenführer. Würden wir nur die letzten zehn Minuten plus die Nachspielzeit auswerten, wären wir Letzter", hat Pajic festgestellt. "Wir kennen unser Problem und müssen daran arbeiten", fordert der Coach. Für sein Team bedeute das vor allem eines: Mit klarer Einstellung in das Spiel gehen: "Wir müssen auch in diesem Vergleich kämpfen, um Punkte zu holen", sagt Pajic und ist zufrieden mit seinem Team: "Wir haben es schon in der Hinrunde geschafft, die neun Minuspunkte zu egalisieren. Das hat Kraft und Substanz gekostet. Wir haben dabei nicht gejammert, sondern weiter hart an uns gearbeitet". Nun wollen die Balkan-Kicker diesem unangenehmen Gegner die Grenzen aufweisen und wenn möglich drei Punkte mit nach Frankfurt mitnehmen. Wenn denn das Problem der späten Gegentore gelöst werden kann. (pa)